James Turrell

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James Turrell (* 1943 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein amerikanischer Land Art-Künstler, der mit seinen Raum-Licht-Installationen bekannt geworden ist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Turrell wuchs in Los Angeles als Sohn einer Quäkerfamilie[1] in streng religiösen Verhältnissen auf, die Familie verzichtete auf Strom, Auto und andere Annehmlichkeiten. Mit 16 Jahren erwarb er eine Fluglizenz für Motorflugzeuge. Ein Jahr später verweigerte er als überzeugter Pazifist den Kriegsdienst und wurde zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Turrell machte sein Examen in Psychologie und Mathematik am Pomona College in Claremont (Kalifornien). 1966 begann er mit der Arbeit an „Lichträumen“. 1968 erhielt er ein Stipendium am National Endowment for the Arts. Ein Kunststudium an der Graduate School, Claremond, schloss er 1973 ab.

Turrell lebt und arbeitet mit seiner dritten Frau Kwung Lee und vier seiner sechs Kinder auf einer Ranch in Flagstaff, Arizona sowie in Inishkeame in Irland.[2] [3]

[Bearbeiten] Roden Crater

Satellitenbild von Roden Crater

In den 1970-er Jahren war er mit dem Flugzeug auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für eine vorwiegend unterirdisch angelegte Lichtinstallation. In der Wüste von Arizona, nahe bei Flagstaff, entdeckte er schließlich einen erloschenen Vulkankrater mit einer ovalen Caldera, umgeben von 400 Quadratkilometer Steppe. Turrell kaufte 1974 daraufhin das Gebiet und nannte es Roden Crater. Es wurde seine bekannteste und ambitionierteste Anlage. Er verwandelte den Vulkankegel durch Einbau unterirdischer Räume, Stollen und Schächte in ein Licht-Observatorium, welches dem Betrachter erlauben soll, den Himmel und seine Phänomene, Licht, Sonne und Sterne in einer einzigartigen Weise zu erfahren.

[Bearbeiten] Weitere Werke

«The Light Inside», 1999, Museum of Fine Arts, Houston

Auch mit seinen Skyspaces beschäftigt sich Turrell intensiv mit der Beziehung zwischen Licht und Raum - große Räume, in denen sich die Betrachter auf Sitzgelegenheiten an den Wänden niederlassen können und wo eine Öffnung in der Decke die Sicht auf den Himmel erlaubt. Seine Lichttunnel und Lichtprojektionen erzeugen Formen, die Masse und Gewicht zu haben scheinen, jedoch nur aus Licht bestehen.

Im abgelegenen argentinischen Hochland eröffnete 2009 der Schweizer Mineralwasserfabrikant, Gastronom und Großwinzer Donald Hess ein James-Turrell-Museum mit Raum-Licht-Installationen.[4]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auszug)

  • 1991: Chevalier des Arts et des Lettres
  • 1992: Preis der Heinz und Gisela Friederichs Stiftung, Frankfurt
  • 2007: Ehrendoktorwürde des Istituto Universitario di Architettura Venezia (IUAV)

[Bearbeiten] Filme

  • James Turrell. Passageways. Dokumentation, Frankreich, USA, 2006, 26 Min., Buch und Regie: Carine Asscher, Produktion: Centre Pompidou, Inhaltsangabe, Präsentation des Projekts Roden Crater, mit Videoclip
  • Pilgerort zum Licht. Reportage, Deutschland, 2009, 5:56 Min., Buch und Regie: Claudia Kuhland, Ralf Breier, Produktion: WDR, Erstsendung: 28. Juni 2009, Inhaltsangabe mit Online-Video

[Bearbeiten] Literatur

  • Hartmut Böhme: Das Licht als Medium der Kunst. Über Erfahrungsarmut und ästhetisches Gegenlicht in der technischen Zivilisation. Antrittsvorlesung, 2. November 1994, Herausgeber Humboldt-Universität zu Berlin, Heft 66, Online-Text (PDF, 43 S.)
  • Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2000, ISBN 3-7757-0853-7
  • James Turrell: The Other Horizon. Übersetzt von Brian Holmes. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2001, ISBN 3-7757-9062-4, Ausstellungskatalog des MAK
  • Eva Schürmann: Erscheinen und Wahrnehmen. Eine vergleichende Studie zur Kunst von James Turrell und der Philosophie Merleau-Pontys. Fink Verlag, München 2000, ISBN 3-7705-3473-5
  • Ulrike Gehring: Bilder aus Licht: James Turrell im Kontext der amerikanischen Kunst nach 1945. Kehrer Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-936636-82-6

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Volker Stephan: „Lichtkünstler James Turrell: Erleuchtung in der Dunkelkammer“, WAZ, 23. Mai 2009
  2. Guggenheim Collection (Biografie)
  3. Stefanie Ringel: Magier des Lichts, Blick, 3. März 2007
  4. „Pilgerort zum Licht“, WDR, 28. Juni 2009
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