Jan Alexandrowitsch Nepomnjaschtschi

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INepomniachtchi09.jpg
Jan Nepomnjaschtschi, Mainz 2009
Verband RusslandRussland Russland
Geboren 14. Juli 1990
Brjansk
Titel Internationaler Meister (2004)
Großmeister (2007)
Aktuelle Elo-Zahl 2714 (Dezember 2014)
Beste Elo-Zahl 2735 (Jan. 2012 und Mai 2014)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Jan Alexandrowitsch Nepomnjaschtschi (russisch Ян Александрович Непомнящий; wiss. Transliteration Jan Nepomnjaščij; * 14. Juli 1990 in Brjansk[1]) ist ein russischer Schach-Großmeister.

Leben[Bearbeiten]

Nepomnjaschtschi erlernte das Schachspiel bereits mit viereinhalb Jahren. Er ist in einer intellektuellen und literaturbegeisterten Familie aufgewachsen; sein Großvater Boris Nepomnjaschtschi war ein in Brjansk bekannter Lyriker. Nepomjaschtschis erste Schachtrainer waren neben seinem Onkel Igor Nepomnjaschtschi Walentin Jewdokimenko, sowie Meister Waleri Silberstein und Großmeister Sergei Janowski. Als Siebenjähriger war er bereits Spieler der 1. Kategorie, ein Jahr darauf Meisteranwärter.[2] Er gewann zahlreiche russische und internationale Jugendmeisterschaften. Unter anderem wurde er 2000 in Kallithea (Chalkidiki) Jugendeuropameister U10, 2001 an gleicher Stelle Sieger der Kategorie U12, in Peniscola 2002[3] verteidigte er seinen Titel. 2002 gewann er die Jugendweltmeisterschaft U12. 2003 gewann er ein Jungmeisterturnier in Kirischi vor Ildar Chairullin, Dmitri Andreikin und Maxim Matlakow. Ein Jahr später gewann er die russische Jugendmeisterschaft U18.

Im Jahr 2005 wurde er in Belfort Jugendweltmeister U16. 2006 qualifizierte er sich mit einem geteilten zweiten Platz in der ersten russischen Liga in Tomsk, einem Qualifikationsturnier für die russische Meisterschaft, erstmals für das Finale der russischen Meisterschaft, die im selben Jahr in Moskau ausgetragen wurde. 2007 wurde er Zweiter nach Michał Krasenkow, den er besiegen konnte, beim Corus-C-Turnier in Wijk aan Zee. Im selben Jahr gewann er erneut das Jungmeisterturnier von Kirischi (nach Wertung vor Rauf Məmmədov, Parimarjan Negi und Sawen Andriasjan).[4] 2007 verlieh ihm die FIDE den Großmeistertitel. Den bis dahin größten Erfolg seiner jungen Karriere feierte er im Februar 2008, als es ihm gelang, das Aeroflot Open in Moskau zu gewinnen. Er erzielte 7 Punkte aus 9 Partien und wurde alleiniger Erster vor Alexander Motyljow und Alexei Drejew. Sein Sieg beinhaltete auch eine Einladung zu den Dortmunder Schachtagen 2008, einem der weltweit angesehensten Eliteturniere, bei dem er den geteilten 2. Platz belegte. Kurz darauf gewann er eines der weltgrößten Open, die Chess Classic in Mainz. Mit diesem Sieg durfte er 2009 um die Schnellschach-Weltmeisterschaft spielen, bei der er im Finale mit 1:3 gegen Lewon Aronjan unterlag. Im März 2010 gewann er in Rijeka die Europameisterschaft mit 9 Punkten aus 11 Partien. Im Dezember 2010 wurde er nach Stichkampf gegen Sergei Karjakin russischer Landesmeister.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Nepomnjaschtschi nahm an der Schacholympiade 2010 mit der zweiten russischen Mannschaft, an der Schacholympiade 2014 mit der russischen Mannschaft teil. Er erreichte 2010 am ersten Brett und 2014 am Reservebrett jeweils das drittbeste Einzelergebnis.[5][6] Er nahm außerdem an den Mannschaftsweltmeisterschaften 2011 und 2013 teil. 2013 gewann er mit Russland, 2011 erreichte er am dritten, 2013 am vierten Brett das beste Einzelergebnis.[7] An der Mannschaftseuropameisterschaft nahm er 2011 teil.[8]

Vereine[Bearbeiten]

In der russischen Mannschaftsmeisterschaft spielte Nepomnjaschtschi 2006 für Tomsk-400, mit denen er im gleichen Jahr den European Club Cup gewann[9], 2007 für Elara Tscheboksary, 2008 und 2009 für SchSM-64 Moskau, 2010 für Ural Jekaterinburg, 2011 und 2012 für Ekonomist-SGSEU-1 Saratow sowie 2013 und 2014 für SchSM-Nasche Nasledije Moskau[10].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan Nepomnjaschtschi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zentralnyj Jewrejski Resurs Sem40 (russ.)
  2. Biographische Angaben gemäß Анна Рудницка - Ход за Яном (russ.)
  3. Jörg Schulz: Europameisterschaft U10-U18. JugendSchach Ausgabe 9/2002, S. 4-14 (Bericht, Tabellen, Fotos und Partien)
  4. Turnierergebnisse 2000-2007 gemäß Chessbase Megabase 2008
  5. Jan Nepomnjaschtschis Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  6. Brettpreise bei der Schacholympiade 2014 auf chess-results.com
  7. Jan Nepomnjaschtschis Ergebnisse bei Mannschaftsweltmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  8. Jan Nepomnjaschtschis Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  9. Jan Nepomnjaschtschis Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)
  10. Jan Nepomnjaschtschis Ergebnisse bei russischen Mannschaftsmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)