Jan Bielecki

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Jan Krzysztof Bielecki

Jan Krzysztof Bielecki (['jan ˈkʂɨʂtɔf bʲɛˈlɛt​͡skʲi], anhören?/i, * 3. Mai 1951, Bydgoszcz, Polen) ist ein liberaler polnischer Politiker, Banker und Wirtschaftswissenschaftler.

Bielecki studierte Ökonomie des Seetransportes an der Danziger Universität.

Von 1980 an war er wirtschaftspolitischer Berater der Gewerkschaft Solidarność. 1990 wurde er Mitglied der Partei Liberal-Demokratischer Kongress (Kongres Liberalno-Demokratyczny - KLD), die sich 1994 mit der vom ersten nicht-kommunistischen Premier der Nachkriegszeit Tadeusz Mazowiecki geführten Demokratischen Union (Unia Demokratyczna - UD) zur Freiheitsunion (Unia Wolności - UW) zusammenschloss. 2001 trat Bielecki zur neu gegründeten Bürgerplattform (Platforma Obywatelska - PO) über.

Vom 12. Januar bis 5. Dezember 1991 war er Ministerpräsident Polens (Liste der Regierungen hier); er unterstützte die Reformen seines Finanzministers Leszek Balcerowicz (siehe englische Wikipedia; Schocktherapie zum Übergang von Planwirtschaft auf Marktwirtschaft). Außenpolitisch setzte er auf enge Zusammenarbeit mit Deutschland. Er handelte mit Bundeskanzler Helmut Kohl den Deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag aus, den beide am 17. Juni 1991 unterzeichneten. Als erster polnischer Regierungschef besuchte er die deutsche Minderheit in Oberschlesien und setzte somit ein weiteres viel beachtetes Signal für die Partnerschaft zwischen beiden Ländern. Kohl und Bielicki initiierten auch die Gründung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bat Bielicki im Februar 1991 darum, Polen 80 Prozent seiner Auslandsschulden in Höhe von 46,6 Mrd. US-Dollar zu erlassen. Im März erließen einige westeuropäische Regierungen Polen 50 Prozent, die USA 70 Prozent und Brasilien 50 Prozent. IWF und Weltbank gewährten Polen zugleich neue Kredite zur Modernisierung seiner Wirtschaft.[1]

Im Kabinett von Hanna Suchocka (11. Juli 1992 bis 25. Oktober 1993) übte er das Amt des Ministers für europäische Integration aus.

Von 1993 bis 2003 war Bielecki Vertreter Polens bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Von Oktober 2003 bis Januar 2010 war er Vorstandsvorsitzender der polnischen Privatbank Pekao SA. Anschließend übernahm er den Vorsitz des Beirates des Polnischen Instituts für Internationale Angelegenheiten (Polski Instytut Spraw Międzynarodowych) in Warschau. Auch berief ihn Premierminister Donald Tusk, der ihn aus der gemeinsamen Zeit in der Danziger Solidarność sowie im KLD kennt, an die Spitze des Wirtschaftsrates (Rada Gospodarcza) der Regierung.

Bielecki ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Wróbel, Piotr J. (2010): Rebuilding Democracy in Poland, 1989-2004. In M.B.B. Biskupski, James S. Pula, Piotr J. Wróbel (Hrsg.): The Origins of Modern Polish Democracy. Athens, OH: Ohio University Press. ISBN 978-0821418925. S. 281