Jan Borreman der Ältere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jan Borreman der Ältere, auch Borremans oder Borman (nachgewiesen 1479 bis 1520 in Brüssel) war ein bedeutender flämischer Bildschnitzer der Spätgotik, dessen Werke nicht nur in Flandern selbst, sondern über Handelswege bis nach Norddeutschland und nach Skandinavien verbreitet wurden.

Leben und Schaffen[Bearbeiten]

Ein Ausschnitt aus dem St.-Georg-Retabel des Jan Borreman in den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel

Jan Borreman erlangte 1479 das Bürgerrecht der Stadt Brüssel.

1493 fertigte er als Auftragsarbeit der Löwener Armbrustgilde das Retabel mit dem Martyrium des Heiligen Georg (Sint-Joris-Retabel) für die Kapelle Onze-Lieve-Vrouw van Ginderbuyten in Löwen, das sich heute in den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel befindet. Es gilt als sein Hauptwerk und ist aufgrund der guten historischen Faktenlage das Referenzwerk für Zuschreibungen.

Neben dieser gesicherten Zuschreibung gab und gibt es diverse Zuschreibungsversuche und -theorien zu anderen Objekten. Der Zuschreibung des auf 1518 datierten Antwerpener Retabels in der Lübecker Marienkirche durch Friedrich Schlie[1] , trat Adolph Goldschmidt entgegen[2] und wies damit bereits 1889 in die richtige Richtung.

Johnny Roosval ordnete 1933 Jan Borman in Schweden ein Retabel in Villberga, eines in der Klosterkirche Vadstena, das Passionsretabel in Dom zu Västerås und ein Retabel im Dom zu Strängnäs zu.[3]

Das Hauptwerk seines mutmaßlichen Sohnes Jan Borman d. J. und dessen Mitarbeiter ist der Passionsaltar von 1522 in der Pfarrkirche St. Marien in Güstrow, dessen Malereien abwechselnd Bernard van Orley oder dem Meister des Güstrower Altars zugeschrieben wurden. Dieser Altar zeigt auf der Schwertscheide des Kriegers vorn rechts in der Kreuztragung die Signatur Jan Borman. Weiter mehrfach unten auf der Leiste der Retabelgefache den Stempel Brüssel.

Dritter dokumentierter Angehöriger der Familie ist Passchier Borreman, mutmaßlicher Bruder von Jan d. J. und Sohn Jan d. Ä. Er fertigte wahrscheinlich das Retabel in Herentals. Weitere Objekte stehen in der Diskussion.

Weitere Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Friedrich Schlie: Die Stadt Güstrow. Geschichte, Dom, Pfarrkirche, Heiligengeist-Kapelle, St. Gertruden-Kapelle, Schloss, Profanbauten. In: Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. Band 4: Die Amtsgerichtsbezirke Schwaan, Bützow, Sternberg, Güstrow, Krakow, Goldberg, Parchim, Lübz und Plau. Bärensprung u. a., Schwerin u. a. 1901, S. 187–265, hier S. 234ff.
  2. Adolph Goldschmidt: Lübecker Malerei und Plastik bis 1530. Nöhring, Lübeck 1889, S. 23 f.
  3. Roosval S. 16 (20 ff.)
  4. Abb: Brüsseler Altar im Museum Schnütgen in Köln

Weblinks[Bearbeiten]