Jan Brueghel der Jüngere

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Hl. Ignatius
Dorfstraße mit Teich (Sommer)

Jan Brueghel der Jüngere [ˈbɾøːɣəl] (* 13. September 1601 in Antwerpen; † 1. September 1678 ebenda) war ein niederländischer Landschafts-, Blumen- und Tiermaler.

Leben[Bearbeiten]

Jan wurde 1601 als erstes Kind Jan Brueghels des Älteren und der Isabella de Jode geboren. Zwei Jahre nach seiner Geburt starb seine Mutter. Im September 1605 heiratete sein Vater Katharina van Marienburg, mit der er acht Kinder hatte. Zu der Stiefmutter Katharina van Marienburg hatte Jan kein gutes Verhältnis. So soll sich sein Vater einmal bei Kardinal Borromeo beklagt haben, dass der durch Italien reisende Sohn seine Stiefmutter in seinen Briefen nicht einmal grüßen lasse.

Die Bestimmung des Erstgeborenen dürfte es von Anfang an gewesen sein, die Familientradition der Malerei fortzuführen. Sein Vater war neben Rubens einer der geachtetsten Maler des frühen 17. Jahrhunderts. Im Alter von zehn Jahren dürfte der kleine Jan im Atelier des Vaters mit der Ausbildung begonnen haben.

Reise durch Italien[Bearbeiten]

Am 7. Mai 1622 verließ Jan der Jüngere in Begleitung mehrerer junger Leute, unter ihnen Philip de Momper, ein Sohn des väterlichen Freundes Joos de Momper, die Heimatstadt Antwerpen. In Italien war Mailand ihr erstes Ziel. Ende Juni traf Jan in Mailand im Hause des Kardinals Borromeo ein, der ein Mäzen und Freund seines Vaters war. Im Oktober 1622 ging die Reise weiter nach Genua. In Genua lernte er Anthonis van Dyck kennen. Im Frühjahr des Jahres 1623 schiffte er sich gegen den Willen des Vaters und des Kardinals nach Sizilien ein. Wegen Krankheiten musste er die Insel verlassen, reiste nach Malta, wo sich sein Gesundheitszustand offenbar besserte. Anfang des Jahres 1625 erfuhr Jan vom Tod seines Vaters und dreier seiner Geschwister. Im Lazarett von Genua verbrachte Jan wegen des möglichen Verdachts auf eine Pestinfizierung 17 Tage in Quarantäne; von Genua ritt er nach Mailand, kam dort krank an, und macht Station beim Kardinal Borromeo. Nach seiner Genesung reiste er weiter nach Turin. Von Turin über Lyon und Paris nach Antwerpen.

Anfang August 1625 gelangte er zu Hause an und wurde mit nur 24 Jahren Oberhaupt seiner großen Familie. Im August 1625 kurz nach der Rückkehr aus Italien, hatte sich Jan als Mitglied in die St. Lukasgilde, der Vereinigung aller Maler der Stadt Antwerpen, sowie in der Rhetorikkammer „De Violierene“ eintragen lassen.

Heirat[Bearbeiten]

1626 heiratete er Anna Maria Janssens, Tochter des Malers Abraham Janssens in der Antwerpener Kathedrale. Trauzeugen waren der Onkel Pieter Brueghel der Jüngere, ebenfalls Maler, sowie der Schwiegervater Abraham Janssens. Aus dieser Ehe stammten elf Kinder. Von den elf Kindern Jans waren sieben Söhne, fünf davon ergriffen ebenfalls den Beruf des Malers.

  • Jan Pieter, der Älteste, arbeitete bei Demery in Lüttich
  • Abraham ging in jungen Jahren nach Italien
  • Ambrosius und Philip arbeiteten in Paris
  • Jan Baptist, der jüngste, ging später zu seinem Bruder Abraham nach Neapel

1630 und 1631 war Jan Brueghel der Jüngere Dekan der St. Lukasgilde; diese Zeit gilt als die erfolgreichste und glücklichste seines Lebens. Danach wurde es immer schwieriger für ihn, die im Stile des Vaters gemalten Bilder zu verkaufen. Aufschwung und öffentliche Anerkennung erhielt er noch einmal im Jahre 1651 durch Aufträge des österreichischen Hofes, die sein Schwager David Teniers der Jüngere vermittelt hatte, der 1647 zum Hofmaler und Konservator Erzherzog Leopold Wilhelms ernannt worden war. Am 1. September 1678 starb Jan Brueghel der Jüngere im Alter von 77 Jahren in seinem Haus in Antwerpen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Allegorie der Tulipomanie (aus Privatsammlung)
  • Jungfrau im Paradiese. Nationalgalerie Athen
  • Rast auf der Flucht nach Ägypten. Mit Figurenstaffage von Cornelis de Vos. Privatsammlung Wien
  • Die Fünf Sinne. Figurenstaffage von Apshoven. Privatsammlung Deutschland
  • Gebirgslandschaft mit Reiter. Figuren von Brueghel, Landschaft von Joost de Momper
  • Luft und Feuer. Öl auf Eichenholz, 52 × 85,5 cm. Alte Pinakothek, München, Inv. Nr. 1997
  • Das Gefühl (Venus und Armor unter Kriegsgerät). Öl auf Holz, 71 × 115 cm. Alte Pinakothek, Inv. Nr. 4945
  • Allegorie der Tulipomanie, Öl auf Holz, 30 x 47,5 cm, 2011 bei Im Kinsky Kunst Auktionen in Wien versteigert.[1] Eine weitere Fassung befindet sich im Frans Hals Museum als Satire op de Tulpomania (Persiflage auf die Tulpomanie), Öl auf Holz, 31 x 49 cm [2] Beide etwa 1640.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Kinsky (Künstlerindex) aufgerufen am 21. Januar 2012
  2. Frans Hals Museum aufgerufen am 20. Januar 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan Breughel (II) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien