Jan Fitschen

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Jan Fitschen (rechts) beim Berlin-Marathon 2012
Fitschen (rechts) bei den Deutschen 10.000-Meter-Meisterschaften 2006

Jan Fitschen (* 2. Mai 1977 in Nordhorn) ist ein deutscher Langstreckenläufer. Er war 2006 Europameister im 10.000-Meter-Lauf.

Leben[Bearbeiten]

Seine Leichtathletik-Karriere begann Fitschen in Osnabrück, wo er aufwuchs. Seit 1998 startet er für den TV Wattenscheid 01 und wird von Tono Kirschbaum trainiert. 1999 machte er bei den U23-Europameisterschaften mit einem fünften Platz über 1500 Meter auf sich aufmerksam. Im Jahr darauf wurde er auf der Kurzstrecke Deutscher Meister im Crosslauf. 2001 wurde Fitschen bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Deutscher Vize-Meister über 3000 Meter hinter Dieter Baumann. Baumann hatte trotz Sperre sein Startrecht gerichtlich erwirkt, was aber vom Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF nicht anerkannt wurde. Alle Sportler des 3000-Meter-Endlaufs wurden suspendiert, wodurch Fitschen nicht an den Hallenweltmeisterschaften in Lissabon teilnehmen konnte.[1][2][3][4]

Über 5000 Meter wurde Fitschen 2001, 2002, 2005 und 2006 Deutscher Meister, ebenso über die 10.000 Meter in den Jahren 2005, 2006 und 2007. 2005 war er Deutscher Meister im 10-km-Straßenlauf. In der Halle wurde er über 3000 Meter siebenmal in Folge (2002 bis 2008) Deutscher Meister.

Sein bisher größter Erfolg war der Sieg bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2006 über 10.000 Meter in persönlicher Bestzeit von 28:10,94 min. Begünstigt wurde Fitschens Sensationserfolg durch ein taktisch geprägtes Rennen, das er als ehemaliger Mittelstreckenläufer im Schlussspurt gewinnen konnte. Er wurde damit erst der dritte deutsche Europameister über diese Distanz nach Jürgen Haase und Manfred Kuschmann. Unter anderem wurde er zum „Leichtathleten des Jahres 2006“ gewählt.

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka startete er über 5000 Meter und schied im Halbfinale aus. Aufgrund einer Verletzung musste Fitschen sowohl auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 als auch an den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin verzichten. Bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona belegte Fitschen als Titelverteidiger über die 10.000 Meter-Strecke den zwölften Platz. Im selben Jahr wurde er zum zweiten Mal Deutscher Meister im 10-km-Straßenlauf.

Danach wechselte Fitschen auf die Straße. Im Halbmarathonwettbewerb beim Köln-Marathon im Oktober wurde er in 1:05:19 h Dritter. Im April 2011 siegte er beim 25-Kilometer-Lauf in Herne in 1:16:56 h vor dem zeitgleichen Tansanier Ezekiel Jafari. Im Monat darauf gab er beim Düsseldorf-Marathon sein Marathon-Debüt und wurde in 2:20:15 h Achter. Im Juni 2012 siegte Fitschen beim Stuttgart-Lauf in 1:06:55 h auf der Halbmarathon-Strecke. Beim Berlin-Marathon im Herbst lief er auf Platz 14 und war in 2:13:10 h schnellster europäischer Teilnehmer. 2013 wurde Fitschen mit neuer persönlicher Bestzeit Deutscher Meister im Halbmarathon.

Jan Fitschen ist 1,76 m groß und etwa 60 kg schwer. Parallel zum Leistungssport absolvierte Fitschen ein Studium der Physik an der Ruhr-Universität Bochum, das er 2008 mit dem Diplom abschloss.

Bestleistungen[Bearbeiten]

  • 3000 m: 7:46,22 min, 30. Mai 2003 in Dessau
    • (Halle): 7:47,21 min, 17. Februar 2006 in Düsseldorf
  • 5000 m: 13:14,85 min, 28. Juli 2007 in Heusden-Zolder
  • 10000 m: 28:02,55 min, 4. Mai 2008 in Palo Alto
  • Halbmarathon: 1:03:22 h, 14. April 2013 in Refrath
  • Marathon: 2:13:10 h, 30. September 2012 in Berlin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan Fitschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Entscheidung nicht akzeptabel
  2. Chronologie zur Sperrentscheidung der IAAF in Bezug auf Dieter Baumann
  3. Hoffnung für Fitschen: IAAF setzt Sondersitzung an
  4. Kann Fitschen doch noch zur WM?