Jan Hendriks

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Jan Hendriks (eigentl. Heinz Joachim Hinz; * 6. Dezember 1928 in Berlin; † wahrscheinlich 13. Dezember 1991[1][2] ebenda) war ein deutscher Schauspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Hendriks besuchte Ende der 1940er Jahre die Schauspielschule des Hebbel-Theaters in Berlin. Zunächst war er am Schlosspark-Theater unter Boleslaw Barlog in Berlin engagiert und spielte erste große Theaterrollen. Von da an zog es ihn immer wieder zum Theater (u. a. in Berlin, Hamburg, München). Der Filmregisseur Robert A. Stemmle engagierte ihn für seinen Film Sündige Grenze (1951), Hendriks Debütfilm. Für diesen Film erhielt er als erster Schauspieler den Deutschen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler. 1952 spielte er an der Seite von Johanna Matz unter der Regie von Georg Hurdalek in der Literaturverfilmung Der große Zapfenstreich die Hauptrolle. Es folgten weitere Filmhauptrollen.

1953 erhielt er eine Gefängnisstrafe für einen von ihm verursachten Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Dies bedeutete eine kurze Unterbrechung seiner Karriere. Danach agierte der Charakterdarsteller in über fünfzig Haupt- und Nebenrollen bei Film und Fernsehen bis Mitte der 1980er Jahre. 1958 spielte er in der mehrfach preisgekrönten und sogar für den Oscar-nominierten Filmkomödie Helden.

Für Schlagzeilen sorgte auch 1959 eine Anklage auf Grundlage des damals noch existierenden § 175.[3] Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach einem schweren Motorradunfall lag er 1963 mehrere Monate im Koma, trug aber keine bleibenden Schäden davon.

In den 1960er Jahren war er in einigen Edgar-Wallace-Filmen zu sehen. Daneben war Hendriks in den 1960er Jahren als Synchronsprecher tätig und lieh seine Stimme u. a. Humphrey Bogart (Der versteinerte Wald), Anthony Quinn (Guadalkanal – die Hölle im Pazifik), Robert Stack (Sein oder Nichtsein) und Robert Stephens (Cleopatra). Ende der 1960er Jahre endete seine Filmarbeit. Danach war er erfolgreich im Fernsehen tätig und spielte von 1977 bis 1986 neben Siegfried Lowitz in der Fernseh-Krimiserie Der Alte als dessen Assistent Brenner. Gelegentlich war er auch an Tourneetheatern engagiert, wo er 1988 in seiner letzten Rolle auftrat.

Hendriks wurde am 17. Dezember 1991 in seiner Berliner Wohnung von der Polizei tot aufgefunden, nachdem diese von Nachbarn verständigt worden war. Er war einige Tage nach seinem 63. Geburtstag dort einsam verstorben und wurde erst Tage später entdeckt. Als Todesursache wurde in Boulevardzeitungen die Immunschwächekrankheit AIDS genannt. Darüber hinaus war er aber auch seit Jahren an Diabetes erkrankt. Durch monatelange, selbst gewählte Isolation war Hendriks in seiner Wohnung verhungert. Das von der Klatschpresse verbreitete Gerücht, dass er verarmt war, wurde durch eine sechsstellige Geldsumme in seinem Nachlass widerlegt.

Sein Grab befindet sich in Berlin-Schöneberg auf dem Friedhof Eythstraße.

Filmografie[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Tot aufgefunden.
  2. Jan Hendriks Grab Friedhof Schöneberg II
  3. Elmar Kraushaar: Der homosexuelle Mann, taz.de, 4. September 2012