Jan Pieterszoon Sweelinck

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Jan Pieterszoon Sweelinck (1606). Das Porträt wird seinem Bruder Gerrit Pietersz Sweelink zugeschrieben.

Jan Pieterszoon (auch: Pieters, Pietersz) Sweelinck (* im April 1562 in Deventer; † 16. Oktober 1621 in Amsterdam) war ein niederländischer Organist und Komponist.

Wirken und Bedeutung[Bearbeiten]

Der Sohn einer traditionsreichen Organistenfamilie soll nach Johann Mattheson um 1557 (?) bei Joseph Zarlin (Gioseffo Zarlino) in Venedig studiert haben. Er übte als Organist an der Oude Kerk in Amsterdam großen Einfluss auf die Norddeutsche Orgelschule des 17. Jahrhunderts aus. Schüler des „deutschen Organistenmachers“,[1] waren August Brücken, Ulrich Cernitz, Andreas Düben, Matthias Leder, Jacob Praetorius der Jüngere, Johann Praetorius, Heinrich Scheidemann, Gottfried Scheidt, Samuel Scheidt, Melchior Schildt, Paul Siefert und Jonas Zornicht.

Der letzte Meister der niederländischen Vokalpolyphonie war ein prägender Komponist in der Zeit des Übergangs von der Renaissance zum Barock. In seinem Werk verbinden sich polyphone Kompositionstechniken der Durchimitation mit Figurationen, die aus der Praxis der Improvisation hervorgegangen sind. Für diese Improvisationen auf der Orgel und dem Cembalo war er bekannt, und Besucher kamen von weither, um den Orpheus von Amsterdam zu hören. Er spielte zweimal täglich im Auftrag der Stadt, nachdem es im Zuge der Reformation unter dem Einfluss Calvins zu einem Umsturz der Verwaltung und einem Verbot von Bildern und Musik während der Gottesdienste gekommen war.[2]

Seine längste Reise führte im Jahre 1604 nach Antwerpen, wo er für die Stadt Amsterdam ein Cembalo kaufte, dessen Deckel heute im Rijksmuseum steht. Begraben wurde er in der Oude Kerk.

Werk[Bearbeiten]

Sweelinck komponierte mehr als 70 Werke für Tasteninstrument (u. a. Toccaten, Fantasien und Ricercare) und über 250 Vokalwerke wie Chansons und Madrigale sowie Motetten und Psalmen. Er verband Elemente der englischen Virginalmusik mit dem italienischen Orgelstil.

Hörbeispiel: Variation über Est-ce mars? für Orgel?/i

Würdigung[Bearbeiten]

Ein Vorgänger der Musikhochschule Conservatorium van Amsterdam hieß lange Zeit nach ihm Sweelinck Conservatorium.

Am 16. Oktober 1997 wurde ein 1960 entdeckter Asteroid des äußeren Hauptgürtels nach Jan Pieterszoon Sweelinck benannt: (7621) Sweelinck.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan Pieterszoon Sweelinck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Mattheson: Grundlage einer Ehren-Pforte. Hamburg 1740: „so, daß man unsern Schweling nur den hamburgischen Organistenmacher hieß“. (online, gesehen 16. August 2011).
  2. Peter Paul Kaspar: Die wichtigsten Musiker im Porträt, 3. Auflage, Marix, Wiesbaden 2011, S. 54, ISBN 978-3-86539-905-2.