Jan Seklucjan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jan Seklucjan (auch Seclucianus; * 1498[1]; † 1578) war ein polnischer evangelischer Theologe und Verleger.

Leben[Bearbeiten]

Die Herkunft Seklucjans ist unbekannt. Vermutlich stammt er entweder aus Siekluki bei Radom oder aus ist aus einem gleichnamigen Ort in Großpolen. Er studierte an der Universität Leipzig und war zwischen 1538 und 1543 Prediger in Posen, entzog sich dem Strafgericht des Bischofs und kam 1544 nach Königsberg, um von dort aus in polnischer Sprache für die Reformation zu wirken. Er betreute die polnische Gemeinde an der Steindammer Kirche, die ein Sammelplatz der polnischen Emigranten wurde.

In erster Linie war er als Übersetzer tätig, war aber zugleich Verleger und Herausgeber. 1545 und 1547 gab er eine polnische Übersetzung des Kleinen Katechismus heraus[2], 1547 ein polnisches Gesangbuch, das 35 Lieder enthielt, darunter 8 von Martin Luther. 1550 folgte eine polnische Hauspostille. 1552 hat er die erste polnische Übersetzung des Neuen Testaments erscheinen lassen, die freilich nicht sein Werk war und durch die Brester Bibel 1563 in den Schatten gestellt wurde. Zu den von ihm verlegten Autoren gehörte auch der Schriftsteller Mikołaj Rej.

Literatur[Bearbeiten]

  • Altpreußische Biographie, s. v.
  • K. v. Miaskowski: Jan Seklucjan. In: Historische Monatsblätter für Posen 12, S. 148-154.
  • Karl Völker: Glaubensfreiheit in den Städten Polens. Leipzig 1912.
  • Walter Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche in Ostpreußen, Göttingen 1968.
  • Eduard Kneifel: Geschichte der evangelischen Kirche A. B. in Polen, Niedermarschacht 1962.
  • Stanisław Urbańczyk (Hrsg.): Die altpolnischen Orthographien des 16. Jahrhunderts : Stanisław Zaborowski, Jan Seklucjan, Stanisław Murzynowski, Jan Januszowski. Böhlau, Köln - Wien 1983.
  • Janusz Małłek: Seklucjan (Seclucianus, Sekluczian) (ok. 1510/1515-1578), in: Polski Słownik Biograficzny. Bd. 36, Warszawa, Kraków 1995-1996, S. 182-186.
  • Vaidotas Rimša: Jano Maleckio ir Jano Sekluciano polemika dėl katekizmo kanoninio vertimo. Lietuvių Kalbos Instituto Leidykla, Vilnius 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Hauptmann Kirche im Osten: Studien zur osteuropäischen Kirchengeschichte und Kirchenkunde. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1991 ISBN 3-525-56390-6, S. 43 online; nach anderen Angaben um 1510
  2. Daiva Narbutienè: Katechismus von Jan Seklucjan in Litauen Website der Akademie der Wissenschaften Litauen, abgerufen 7. März 2014.