Jan Siberechts

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Viehweide mit schlafender Hirtin, nach 1650
The Ford (ca. 1672)
View of a House and its Estate in Belsize, Middlesex (1696)

Jan Siberechts, auch Johannes oder Jean Sibrechts, Sibrecht, Siebrechts oder Sybrecht (* 1627 in Antwerpen; † 1703 in London) war ein flämischer Landschaftsmaler.

Leben[Bearbeiten]

Siberechts war der Sohn eines gleichnamigen Bildhauers und dessen Frau Suzanna Mennens.[1] Er wurde am 29. Januar 1627 in Antwerpen getauft. 1648/1649 wurde er Meister der Lukasgilde seiner Heimatstadt. Aus dieser Zeit datieren seine ersten Werke. Er malte zunächst italienische Landschaften ähnlich anderer „Holländischer Italien-Fahrer“ wie Jan Both oder Nicolaes Pietersz. Berchem und unternahm wahrscheinlich um 1650 selbst eine Reise nach Italien. In den 1660er Jahren ging er zur Darstellung flämischer Landschaften und bäuerlichen Lebens über. Dabei stellte er in einem farblich kühl gehaltenen begrenzten Landschaftsausschnitt ungewöhnlich große (bevorzugt weibliche) Figuren dar, die einer landwirtschaftlichen Arbeit nachgehen und sich durch die lebhaften Farben ihrer Kleidung (weiß, rot, gelb) hervorheben. Ein beliebtes Motiv von ihm waren Furten und überschwemmte Landwege, überquert von Bauern mit Wagen voller Heu oder Gemüse.[2][3]

1672 verließ Silberechts Antwerpen und ging nach London. Dorthin kam er vermutlich auf Einladung des Herzogs von Buckingham, der seine Bilder zuvor in Antwerpen gesehen hatte und ihn mit der Dekoration seiner Residenz Cliveden beschäftigte. Silberechts reiste durch England und machte sich in aristokratischen Kreisen einen Namen mit Darstellungen von Herrenhäusern. Unter anderem entstanden im Auftrag von Thomas Willoughby, 1st Baron Middleton, mehrere Ansichten von Wollaton Hall in Nottinghamshire. Er malte auch die Anwesen in Longleat (1675), Chevely (1681) und Chatsworth (1694).[4] Neben Gebäudeansichten malte er nun meistens größere landschaftliche Ausschnitte, in warmem Braunton, häufig mit Jagd- oder ländlichen Szenen, einzelne Figuren nahmen dabei weniger Raum ein als in seinen früheren Werken. 1703 verstarb Siberechts in London.

Siberechts war seit dem 2. August 1652 mit Maria Anna Croes verheiratet.[1] Seine Tochter Frances ehelichte den Bildhauer John Nost, eine andere Tochter arbeitete als Spitzenklöpplerin für die Queen.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Im Jahre 2011 entdeckte die Kuratorin einer Ausstellung von niederländischen Zeichnungen in Hamburg nach Rücksprache mit dem RKD, dem Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie, daß eine 86,5 x 51,7 cm große Naturstudie aus der Hamburger Kunsthalle eine Vorstudie zu einem Gemälde Siberechts aus dem Jahre 1772 ist.[10]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jan Siberechts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. a b Jan Siberechts oder Sibrecht. In: Alfred von Wurzbach: Niederländisches Künstler-Lexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen. Band 2, Wien 1910.
  2. Jan Siberechts museothyssen.org. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  3. Siberechts, Jan. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 30, E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 579–580.
  4. a b Jan Siberechts tate.org.uk. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  5. Viehweide mit schlafender Hirtin pinakothek.de. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  6. The Ford museothyssen.org. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  7. Landscape with Rainbow, Henley-on-Thames tate.org.uk. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  8. View of a House and its Estate in Belsize, Middlesex tate.org.uk. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  9. Pastoral Scene Pastoral Scene. Abgerufen am 1. Dezember 2014.
  10. Neues Selbstbewusstsein durch eigene Schätze in FAZ vom 5. Juli 2011, Seite 36