Janet L. Nelson

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Dame Janet Laughland Nelson oft auch Jinty Nelson DBE (* 28. März 1942; geborene Janet Muir) ist eine britische Historikerin.

Janet L. Nelson wuchs in Blackpool auf und studierte Geschichte am Newnham College in Cambridge. 1965 heiratete sie. 1967 folgte der Ph.D. bei Walter Ullmann mit der Arbeit „Rituals of Royal Inauguaration in Early Medieval Europe. From dux populi to athleta christi“. Anschließend begleitete sie ihren Mann für sozialanthropologische Feldforschungen nach China. Nach der Rückkehr nach Großbritannien war sie zunächst im Foreign and Commonwealth Office tätig. 1970 wurde sie Lecturer in Geschichte am King’s College London. Sie blieb dort bis 2008. 1987 wurde sie Reader und 1993 Professor für mittelalterliche Geschichte. Nelson betreute 32 Doktorarbeiten. Am King’s College London war sie Director of the Centre for Late Antiques Centre for Late Antiques.

Nelsons Forschungsschwerpunkt ist die Karolingerzeit. Dabei stehen das Königtum, die politischen Ideen und Rituale im Blickpunkt. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zum frühmittelalterlichen Europa vorgelegt. Ihre Studien „Society, theodicy and the origins of heresy“ (1971) und „Royal saints and early medieval kingship“ (1973) machten sie einer größeren Fachwelt bekannt. Nelson bearbeitete die Übersetzungsreihe Manchester Medieval Sources von 1991 bis 2009. 1991 legte sie eine kommentierte Übersetzung der Annalen von St. Bertin vor. 1992 folgte eine biografische Studie zu Karl den Kahlen. Zusammen mit Henrietta Leyser ist sie Herausgeberin von The Oxford History of Medieval Europe. Nelson leitet zusammen mit Simon Keynes und Stephen Baxter die Prosopography of Anglo-Saxon England.

Für ihrer Forschungen wurden Nelson zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen und Mitgliedschaften zugesprochen. 1996 wurde sie Fellow der British Academy und war dort von 1999 bis 2001 Vizepräsidentin. 2000 wurde sie Corresponding Fellow der Medieval Academy of America. Sie wurde 1982 Fellow der Royal Historical Society und hatte von 2000 bis 2004 als erste Frau die Präsidentschaft inne. Sie war außerdem Präsidentin der Ecclesiastical History Society. Nelson erhielt Ehrendoktorate der Universitäten UEA (2004), St Andrews (2007), Queen’s Belfast (2009), York (2010), Nottingham und Liverpool (2010). 2006 wurde ihr die seltene Ehre der Dame Commander of the Order of the British Empire zugesprochen.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]