Janet Lynn

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Janet Lynn Eiskunstlauf
Voller Name Janet Lynn Nowicki
Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 6. April 1953
Geburtsort Chicago, Illinois
Größe 158 cm
Gewicht 49 kg
Karriere
Disziplin Einzellauf
Verein Wagon Wheel FSC
Trainer Slavka Kohout
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 0 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze Sapporo 1972 Damen
ISU Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften
Bronze Calgary 1972 Damen
Silber Bratislava 1973 Damen
 

Janet Lynn Nowicki (* 6. April 1953 in Chicago, Illinois) ist eine ehemalige US-amerikanische Eiskunstläuferin, die im Einzellauf startete.

Janet Lynn begann schon sehr früh mit dem Eiskunstlaufen. Ihre Eltern hatten sie dazu ermutigt, um ihr zu helfen, ihre Schüchternheit loszuwerden. Sie liebte das Eiskunstlaufen allerdings gerade, weil sie sich dort ausdrücken konnte, ohne reden zu müssen.[1] Ihre erste Eislaufvorstellung hatte sie mit anderen im Alter von vier Jahren im Chicago Stadium. Mit acht Jahren lebte sie einen Teil ihres Lebens weg von zu Hause, um in der Nähe ihrer Trainerin Slavka Kohout zu sein, die in Rockton tätig war. Lynns Familie zog später von Chicago in den Vorort Evergreen Park, um näher am Trainingszentrum zu sein. Lynn entschied sich, ihren eigentlichen Nachnamen Nowicki wegzulassen und nur unter ihrem Mittelnamen Lynn zu laufen, da ihr Nachname ständig falsch geschrieben und ausgesprochen wurde.

1966 gewann sie die nationale Juniorenmeisterschaft und zeigte dort schon ihr Sprungtalent, in dem sie einen dreifachen Salchow landete, der zu dieser Zeit selten von Eiskunstläuferinnen gezeigt wurde. Bei den Senioren sollte sie später eine der ersten Frauen sein, die einen dreifachen Toeloop in ihrem Programm hatte.

Bei ihren ersten nationalen Meisterschaften wurde Lynn 1967 Vierte und 1968 schließlich Dritte, was für die erst Vierzehnjährige die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Grenoble bedeutete. Dort belegte sie den neunten Platz. Es war ihr erster internationaler Wettbewerb. Es folgte ihre erste Weltmeisterschaft, bei der sie ebenfalls Neunte wurde. 1969 wurde sie zum ersten Mal nationale Meisterin. Trotz der verletzungsbedingten Abwesenheit der Kanadierin Karen Magnussen und der Tschechoslowakin Hana Mašková kam sie bei der Weltmeisterschaft jedoch nicht über den fünften Platz hinaus, noch hinter der Zweitplatzierten bei den US-Meisterschaften, Julie Lynn Holmes.

Die Weltmeisterschaften blieben ein Problem für sie. 1970 in Ljubljana wurde sie trotz zweitbester Kür Sechste, wobei ihre Landsfrau Holmes, die sie noch bei den nationalen Meisterschaften klar im Griff gehabt hatte, die Bronzemedaille gewann. Gaby Seyfert aus der DDR gewann vor der Österreicherin Beatrix Schuba. Lynns Hauptproblem war ihre Inkonstanz in den Pflichtfiguren, die sie mit der Kür ausgleichen musste, was zu dieser Zeit sehr schwer war, da die Pflichtfiguren eine viel höhere Gewichtung im Endresultat hatten als die Kür. Lynn versuchte sich in den Pflichtfiguren zu verbessern, indem sie eine Zusammenarbeit mit dem in New York trainierenden ehemaligen französischen Doppelolympiasieger im Paarlauf, Pierre Brunet begann, der als Trainer schon große Erfolge mit Carol Heiss und Donald Jackson erzielt hatte. Bei der Weltmeisterschaft 1971 in Lyon rangierte sie nach den Pflichtfiguren auf dem fünften Platz, wobei Schuba wie erwartet vor Lynns Landsfrau Holmes führte. Der erste Platz in der Kür half Lynn jedoch nicht, sich noch auf einen Medaillenrang vorzuarbeiten. Sie wurde Vierte. Schuba gewann trotz siebtbester Kür vor Holmes, die die fünftbeste Kür gezeigt hatte. Die Kanadierin Magnussen gewann Bronze. Das Publikum aber feierte Lynn mehr als die Medaillengewinner.

Im olympischen Jahr 1972 schlug Lynn Holmes zum vierten Mal in Folge bei den nationalen Meisterschaften. Bei den Olympischen Spielen in Sapporo rangierte Lynn nach den Pflichtfiguren auf dem vierten Platz und gewann die Kür. Damit sicherte sie sich die Bronzemedaille hinter Schuba und Magnussen, aber vor Holmes. Bei der Weltmeisterschaft in Calgary wiederholte sich diese Rangfolge, obwohl Schuba nur die neuntbeste Kür zeigte und Lynn vor ihrem Kürsieg auf dem dritten Platz gelegen hatte.

Zu dieser Zeit kämpfte Lynn mit Gewichtsproblemen und Motivationsproblemen aufgrund ihrer für sie unbefriedigenden internationalen Ergebnisse. Doch als tiefgläubige Christin hatte sie immer die Auffassung, dass sie das Talent, welches Gott ihr gegeben habe, auch nutzen müsse.[2] So machte sie weiter und gewann 1973 ihren fünften nationalen Titel in Folge. Nachdem das Kurzprogramm eingeführt wurde und Schuba zurückgetreten war sah es so aus, als könnte nur noch Magnussen Lynn gefährden. Bei der Weltmeisterschaft in Bratislava zeigte sie dann auch ihre beste Karriereleistung bei den Pflichtfiguren. Sie wurde dort Zweite. Allerdings fiel sie im neu eingeführten Kurzprogramm, wo ein Sieg von ihr erwartet wurde, zweimal und platzierte sich dort nur als 12. Die Kür gewann sie aber und wurde Vize-Weltmeisterin hinter Magnussen. Dies markierte das Ende von Lynns Amateurkarriere.

Der Kontrast zwischen Janet Lynn und Beatrix Schuba war einer der Gründe, warum die Internationale Eislaufunion den Wert der Pflichtfiguren verringerte, indem sie das Kurzprogramm einführte. Da das Laufen von Pflichtfiguren kaum im Fernsehen übertragen wurde und wenn, doch sehr ungeeignet für eine Übertragung war und für Laien schwer nachvollziehbar, waren viele Zuschauer irritiert und ärgerlich, wenn überlegene Kürläuferinnen wie Lynn im Endergebnis keine Chance gegen durchschnittliche Kürläuferinnen wie Schuba hatten.

Neben ihrem Sprungtalent ist Lynn vor allem in Erinnerung wegen ihres anmutigen, leichtfüßigen Laufstils und des Einsatzes ihres ganzen Körpers, um der Musik, zu der sie lief, Ausdruck zu verleihen sowie für die Integration von Sprüngen in ihre Choreographie. Für viele gilt Lynn als beste Läuferin der Geschichte, ohne je eine Goldmedaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewonnen zu haben.

Auch nach dem Ende ihrer Amateurkarriere blieb ihre Popularität so groß, dass die Eisrevue Ice Follies ihr einen Dreijahresvertrag von fast anderthalb Millionen Dollars anbot, der sie zur höchstbezahlten Profisportlerin ihrer Zeit machte. Ihre Präsenz bei Ice Follies wertete die Eisrevue gegenüber der bekannteren Ice Capades auf. 1973 gab sie das autobiografische Buch Peace and Love heraus, in dem sie über ihr Leben, das Eiskunstlaufen und ihren Glauben spricht. 1974 wurde Lynn Profiweltmeisterin in einem Turnier, das von Richard Button ins Leben gerufen worden war. Nach zwei Jahren war Lynns Profikarriere schon beendet, da sie Probleme mit einem allergiebezogenen Asthma hatte, das sich in der Luft von Eisstadien verschlimmerte. 1975 beendete sie deswegen ihre Eiskunstlaufkarriere und gründete eine Familie. In den frühen Achtziger Jahren jedoch, als ihr Asthma wieder unter Kontrolle war, kehrte sie zurück und lief noch für einige Jahre. Sie trat wieder in Buttons Wettbewerben in Erscheinung und lief gemeinsam mit John Curry in dessen für das Fernsehen produziertem Eisballett „The Snow Queen“. Lynn betätigte sich auch als christliche Motivationsrednerin und verfasste Artikel, um für konservative Politik zu werben. Sie ist verheiratet mit Rick Salomon, mit dem sie fünf Söhne hat.[3]

Ergebnisse[Bearbeiten]

Wettbewerb / Jahr 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973
Olympische Winterspiele 9. 3.
Weltmeisterschaften 9. 5. 6. 4. 3. 2.
US-amerikanische Meisterschaften 4. 3. 1. 1. 1. 1. 1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.profam.org/pub/fia/fia_1502.htm
  2. http://www.profam.org/pub/fia/fia_1502.htm
  3. http://figureskating.about.com/od/famousfemaleiceskater1/p/janetlynn.htm