Jankó-Klaviatur

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Die Jankó-Klaviatur ist eine alternative Klaviaturform in der 6-plus-6-Anordnung, die 1882 von Paul von Jankó entworfen wurde.

Weil eine normalgroße Hand auf dem üblichen Klavier kaum mehr als eine None greifen kann und verschiedene Tonleitern auch verschiedene Fingersätze erfordern, hat dieses Klavier zwei hintereinandergreifende Manuale mit drei Druckpunkten für jeden Tastenhebel. Anstatt der traditionellen Anordnung der schwarzen und weißen Tasten in einer Reihe hat dieses Design eine clusterartige Tastenfeld-Anordnung. Die Mensur für die Oktave beträgt 120 mm gegenüber ca. 165 mm bei der gewöhnlichen Klaviatur. Somit hat das Tastenfeld statt der üblichen 123 Zentimeter nur eine Breite von 89 Zentimetern, was durch die Spreizung der Tastenhebel auf die Saiten zu Abnutzungserscheinungen am Wagpunkt führt und dadurch Spätfolgekosten verursacht, die zum anfänglichen Misserfolg der genialen Erfindung beitrugen. Erst der Boyeshebel löste alle Probleme. Der Freund Jankos und Präsident des Jankovereins Dr. Francis Bryan Boyes, (der Jankoverein existierte in Wien auch lange nach seinem und Jankos Tod bis zum 9. Juli 1965!) beweist in seiner Klavierbauanleitung "das Janko-Clavier und seine vollkommene Ausfuehrung", Wien 1894, warum nur diese Bauweise gewissenhaft sein kann. Im Jahr 2005 gelang es dem Gründer des Jankoinstituts (zerstört 2012) nach zwanzig Jahren Forschung, eine Bauweise als die für Jankoklaviere beste vorzustellen, bei der eine Pfeifferoberhebelbauart (siehe Museum Stuttgart) mit dem Boyeshebel verknüpft wird. Vor billigen geraden Unterhebeln muss ausdrücklich gewarnt werden, es treten damit nur längst gelöste Probleme nach kurzer Nutzungsdauer auf. Da die Originalpläne der Pfeifferbauart im Krieg verloren gingen, baute Klavierbaumeister Peter Zettel zusammen mit dem Jankoinstitutsgründer und Pianisten Detlef Graul das Pfeifferjankoklavier im Museum Stuttgart auseinander und erstellte 2005 einen Plan, der über die Adresse des ehemaligen Jankoinstituts (Neufraerstraße 25, 78554 Aldingen-Aixheim) zu erhalten ist.

Anstelle eines Klaviers normaler Bauart, würde es auf der JankóKlaviatur 264 Anschlagsstellen geben, da jede Note von drei Stufen (in vertikaler Richtung) gespielt werden könnte. Im Bild sind die weißen Tasten farbig markiert, um zu zeigen, wie die Töne pro Taste verbunden sind.


In vertikaler Sicht sind die Tasten einen Halbton voneinander entfernt und horizontal einen Ganzton. Daraus resultiert, dass im Gegensatz zum normalen Klavier alle Akkorde und Skalen die gleichen Fingersätze und die gleiche Griffform auf den Tasten haben, egal in welcher Tonart man sich befindet.

Zur Zeit seiner Erfindung wurde das Instrument als revolutionär gepriesen. Arthur Rubinstein sagte über die Janko-Klaviatur: „If I were to begin my career anew it would be on this keyboard“ (Wenn ich meine Karriere noch einmal beginnen müsste, wäre es auf dieser Klaviatur). Franz Liszt sagte: „Diese Erfindung wird das momentane Klavier in fünfzig Jahren ersetzt haben!“[1]

Janko-Klaviatur

Entgegen Liszts Vorhersage und Rubinsteins Befürwortung hat sich die Jankó-Klaviatur nicht durchgesetzt, vor allem, da nur wenige ihr Repertoire auf einem nicht etablierten Klavier mit neuen Fingersätzen lernen wollten. Auch nützte es wenig, wenn man ein Stück auf der neuen Klaviatur eingeübt hatte, am Konzertort dann aber damit rechnen musste, ein konventionelles Instrument vorzufinden. Wäre die Janko-Klaviatur zu einem früheren Zeitpunkt erfunden worden, als Klaviere noch mit leichteren Holz- statt mit Metallrahmen gefertigt wurden, und so transportabler waren, hätte sich die Janko-Klaviatur vielleicht durchgesetzt. Doch das Klavier hatte sich in der romantischen Ära fest etabliert und wurde von vielen Musikern genutzt und favorisiert.

Viele besondere Ausführungen dieses Klaviers entstanden, nachdem Jankó es konzipiert hatte. Jankó selbst entwickelte eine Tastenanordnung, die den kleinen, schmalen, schwarz-weißen Tasten des bekannten Klavier ähnelten, und patentierte dies in Deutschland 1884. Im Folgejahr wurden die Tasten breiter und kürzer. Andere Erfinder meldeten andere Designvorschläge zum Patent an, die Jankós ähnelten und sich oft in der Tastenanordnung unterschieden (zu nennen sind: Edgar, Cramer, McChesney, Stewart, Adams, Nordbö, Barnett, Reuther und Firestone). Johannes Beyreuther liefert neben Instrumenten, die ebenfalls dem 6-plus-6-Prinzip folgen, eine für dieses optimierte Notation. Das Jankó-Design wird heute von Herstellern elektronischer Instrumente angewendet.[2][3] Seit 2000 wird die Jankó-Klaviatur von mehreren Klavier-und Tastaturherstellern gebaut, u.a. von Bluethner, Laukhuff, Kluge.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Paul Jankó keyboard.
  2. The Cipher for Whole Tone or Janko Chromatic Keyboard.
  3. Chromatone 312

Weblinks[Bearbeiten]