János Starker

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János Starker, 2009.

János Starker (* 5. Juli 1924 in Budapest; † 28. April 2013 in Bloomington (Indiana), USA[1]) war ein US-amerikanischer Cellist und Musikpädagoge ungarischer Herkunft. Er gilt neben Pau Casals, Emanuel Feuermann, Paul Tortelier und Mstislaw Rostropowitsch als einer der bedeutendsten Cellovirtuosen des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Starker, der in einer musikalischen Familie aufwuchs, trat zunächst als Wunderkind auf. Mit elf Jahren wurde er an der Franz-Liszt-Musikakademie aufgenommen, im Alter von zwölf Jahren unterrichtete er bereits fünf Schüler. Die Judenverfolgung in Ungarn im Zweiten Weltkrieg überlebte Starker durch die Hilfe des schwedischen Dozenten Valdemar Langlet[2], während seine zwei älteren Brüder, beide begabte Violinisten, als jüdische Zwangsarbeiter eingezogen wurden und umkamen. Starker war staatenlos und wanderte 1948 in die Vereinigten Staaten aus, wo er von Antal Doráti und Fritz Reiner gefördert wurde. Es folgte eine glänzende Karriere, von der zahlreiche Aufnahmen und Grammy-Auszeichnungen zeugen. Seit 2001 war Starker nur noch als Lehrer an der Jacobs School of Music tätig.

Von 1950 bis 1965 spielte er auf dem Lord Aylesford Stradivarius und besaß danach ein Gofriller-Cello. Starker war Mitglied des Klaviertrios seiner häufigen Konzert- und Aufnahmepartner Josef Suk und Julius Katchen.

Literatur[Bearbeiten]

  • The World of Music According to Starker. Indiana University Press, Bloomington IN u. a. 2004, ISBN 0-253-34452-2 (Autobiografie).
  • Anna Dalos, Melinda Berlasz, Janos Starker, Janos Breuer und Peter B. Jacobi: Von Budapest nach Bloomington. Janos Starker und die ungarische Cello-Tradition. From Budapest to Bloomington. Janos Starker and the Hungarian Cello Tradition. Kronberg Academy Verlag, Kronberg 1999 ISBN 3-934395-00-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weltklasse-Cellist János Starker mit 88 gestorben. In: Focus, 29. April 2013.
  2. Harald Eggebrecht: Der letzte aus dem goldenen Zeitalter des Violoncellos, Süddeutsche Zeitung, 30. April 2013, S. 12