Januariusorden

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Januariusorden
Karl III. von Spanien

Der Januariusorden, auch Orden des heiligen Januarius oder St. Januarius-Orden genannt, war ein sizilianischer Orden, der von König Karl IV. von Neapel und Sizilien (dem späteren König Karl III. von Spanien) am 6. Juli 1738 zu Ehren seiner Vermählung mit der Prinzessin Maria Amalia von Sachsen gestiftet wurde.

Er konnte ausschließlich an Katholiken verliehen werden, die den Adel auf vier Ahnen nachweisen konnten.

Seit Siziliens Vereinigung mit Italien (1861) ist der Orden aufgehoben.

Ordensklassen[Bearbeiten]

Der Orden hatte nur eine Klasse und war zunächst auf 60 Mitglieder beschränkt. Später wurde er unbeschränkt verliehen.

Ordensdekoration[Bearbeiten]

Der Orden besteht aus einem achtspitzigen rot-weißemaillierten goldgeränderten Malteserkreuz. Auf den Spitzen jeweils kleine goldene Kügelchen. In den Kreuzwinkeln befindet sich jeweils eine goldene bourbonische Lilie. Mittig auf der Vorderseite des Kreuzes die plastische Abbildung des heiligen Januarius in bischöflicher Kleidung. Der halbe Körper nur sichtbar, die rechte Hand segnend in die Höhe und in der linken ein Buch haltend. Das Armgelenk umschließt den Bischofsstab. Unter dem Körper im halbrund die goldene Inschrift IN SANGUINE FOEDUS (Im Blute das Bündnis). Auf der Kreuzrückseite befindet sich ein von grünen Palmenzweigen umgebenes goldenes Medaillon. Darin ein goldenes Buch und zwei halbgefüllte Messkelche.

Ordensband und Trageweise[Bearbeiten]

Das Band ist ponceaurot.

Der Orden wurde mit einer Schärpe über die rechte Schulter zur linken Hüfte und mit einem Bruststern getragen.

Ordenskleidung[Bearbeiten]

Für Feierlichkeiten war eine Zeremoniekleidung Pflicht. Ein purpurfarbiger Moire-Mantel mit Lilien bestickt und mit perlgrauem Taffet gefüttert und Hermelinfell vortäuschend, wurde mit zwei goldenen Schnüren geziert. Dazu wurde ein schwarzer Samthut mit roter Feder und ein Rock und Weste getragen. Weiße oder rote Strümpfe und schwarze Schuhe mit goldenen Rosetten gehörten zur Kleidung. Beim Tragen der Kleidung wurde dann allerdings nur eine um den Hals gelegte goldene Ordenskette getragen. Diese hatte abwechselnde Kettenglieder aus bourbonischen Lilien und Religionssymbolen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maximilian Gritzner: Handbuch der Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt, Leipzig 1893
  • Die Orden, Wappen und Flaggen aller Regenten und Staaten, Leipzig 1883–1887