Jasmin Tabatabai

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Jasmin Tabatabai mit ihrem Lebensgefährten Andreas Pietschmann auf der Berlinale 2011

Jasmin Tabatabai (persisch ‏یاسمین طباطبائی‎ [jɔːsˈmiːn tæbɔːtæbɔːˈiː]; * 8. Juni 1967 in Teheran) ist eine deutsch-iranische Schauspielerin und Musikerin.

Leben[Bearbeiten]

Tabatabais Vater war Iraner, ihre Mutter stammt aus Deutschland. Sie lernten sich 1956 auf dem Münchner Oktoberfest kennen.[1] Von 1958 bis 1979 lebte die Familie in Teheran, wo Jasmin Tabatabai die Deutsche Schule besuchte. Während der Islamischen Revolution verließ die Familie das Land. Der Vater kehrte nach einem Jahr in Deutschland in den Iran zurück, wo er 1986 verstarb. Jasmin Tabatabai besitzt beide Staatsbürgerschaften.

Nach dem Abitur 1986 am Gymnasium in Planegg studierte Jasmin Tabatabai an der Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart Musik und Schauspiel.

Jasmin Tabatabai war seit dem 1. Juni 2003 mit dem amerikanischen Musiker Tico Zamora verheiratet und hat mit ihm seit dem 3. Dezember 2002 eine Tochter.[1] Seit Sommer 2006 lebt Jasmin Tabatabai von ihrem Ehemann getrennt. Seit Sommer 2007 ist Tabatabai mit dem Schauspieler Andreas Pietschmann liiert, den sie bei den Dreharbeiten zur TV-Serie Rosa Roth – Der Tag wird kommen kennenlernte.[1] Mit Andreas Pietschmann hat sie ihre zweite Tochter, die am 5. Juli 2009 auf die Welt kam.[1] Zusammen leben sie in Berlin-Pankow.[2] Am 13. August 2013 kam ihr drittes Kind zur Welt, ein Sohn.[3]

Schauspiel[Bearbeiten]

Für den Film entdeckt wurde sie kurz nach Abschluss ihrer Ausbildung, spielte 1992 die Hauptrolle in dem Schweizer Kinospielfilm Kinder der Landstrasse, wofür sie auch am Filmfestival von Amiens in Frankreich den Preis als beste Hauptdarstellerin erhielt. 1995 stand sie für Die Mediocren an der Seite von Jürgen Vogel erstmals in ihrer Heimat Deutschland vor der Kamera. Den Durchbruch brachte ihr 1997 die Rolle der Ausbrecherin Luna in Katja von Garniers Musikfilm Bandits. Ebenfalls 1997 synchronisierte sie die Figur Meg in Disneys Hercules (Sprache und Gesang) und 2007 die Ich-Erzählerin Marjane Satrapi im französischen Film Persepolis. Jasmin Tabatabai spielte in Filmen von Peter Stauch (Help the Old, Pieces of my Heart), Helmut Dietl (Late Show), Oskar Roehler (Gierig, Die Unberührbare), Xavier Koller (Gripsholm), Angelina Maccarone (Fremde Haut) und Ralf Huettner (Mondscheintarif). 2006 und 2007 spielte sie bei den Wormser Nibelungenfestspielen die Kriemhild.

Neben Senta Berger, Hannelore Elsner und anderen bekannten Schauspielerinnen gehörte sie 2001 zum deutschen Synchronensemble des preisgekrönten französischen Films 8 Frauen.

Im Juni sowie im November/Dezember 2008 stand sie im Berliner Theater am Kurfürstendamm in einer freien Interpretation des Bühnenstücks Drei Schwestern mit Katja Riemann, Nicolette Krebitz, Frank Voigtmann und anderen auf der Bühne.

Musik[Bearbeiten]

Sie arbeitet auch als Komponistin und Sängerin. 1993 gründete sie die Band Even Cowgirls Get The Blues, mit der sie drei Alben veröffentlichte und von der sie sich 1997 trennte. 2001 gründete sie das Plattenlabel Polytrash. Im Frühjahr 2002 veröffentlichte sie ihr erstes Solo-Album mit dem Titel Only Love. Für den amerikanischen Spielfilm Iron Jawed Angels von Katja von Garnier komponierte und sang sie fünf Lieder zusammen mit ihrem damaligen Mann, dem amerikanischen Musiker Tico Zamora. 2003 wirkte sie an dem Benefizprojekt zum Red Nose Day für ProSieben mit und veröffentlichte unter anderem mit Nena, Ben, Sasha, Udo Lindenberg, Joachim Witt und Helge Schneider das Lied Wunder geschehen. 2005 sang sie das Stück Ich bin die Nacht, das auf dem Album Selma – in Sehnsucht eingehüllt veröffentlicht wurde. 2007 erschien ihr zweites Solo-Album I Ran.

Sonstiges[Bearbeiten]

Jasmin Tabatabai war am 23. Mai 2009 Mitglied der 13. Bundesversammlung. Sie vertrat das Land Baden-Württemberg und war von der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen nominiert worden.

Im Buch Rosenjahre beschreibt Jasmin Tabatabai ihre frühen Kindheitserinnerungen im Iran.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Tabatabai auf der Berlinale 2011

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Jasmin Tabatabai: Rosenjahre – Meine Familie zwischen Persien und Deutschland. Ullstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-550-08837-7 (über ihre frühen Kindheitserinnerungen im Iran).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Hans-Otto Kurz: Biographie von Jasmin Tabatabai. In: jasmin-tabatabai.com (private Fanpage).
  2.  Miriam Müller: Tabatabais Traumhaus. In: Berliner Zeitung. 20. April 2006
  3. "Ich finde es sehr schön, verlobt zu sein"