Jason Chandler Williams

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basketballspieler
Jason Williams
Jason Williams
Spielerinformationen
Voller Name Jason Chandler Williams
Spitzname White Chocolate
Geburtstag 18. November 1975
Geburtsort Belle, Vereinigte Staaten
Größe 185 cm
Position Point Guard
College Florida
NBA Draft 1998, 7. Pick, Sacramento Kings
Vereine als Aktiver
1998–2001 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sacramento Kings
2001–2005 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis Grizzlies
2005–2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Miami Heat
2009–2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Orlando Magic
000002011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis Grizzlies

Jason Chandler Williams (* 18. November 1975 in Belle, Virginia) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Basketballspieler, der in der NBA aktiv war. Seine NBA-Karriere begann 1998. Nach zehn Jahren gab er im September 2008 überraschend seinen Rücktritt bekannt. Am 19. August 2009 unterschrieb er dennoch bei den Orlando Magic für ein Jahr und spielte anschließend noch für die Memphis Grizzlies. Am 18. April 2011 gab Williams seinen endgültigen Rücktritt vom professionallen Basketballsport bekannt. Der 1,85 Meter große Williams spielte auf der Position des Point Guard.

College[Bearbeiten]

In seiner ersten Saison (1995-96) an der Marshall University erreichte durchschnittlich 13,4 ppg (Punkte pro Spiel) und 6,4 apg (Assists pro Spiel). Als 1996 sein damaliger Trainer Billy Donovan als Chef-Coach an die University of Florida wechselte, folgte Williams ihm. In seinem neuen Team war er sofort als Starting Point Guard gesetzt und erreichte in der Saison 1997-98 durchschnittlich 17,1 ppg und 6,7 apg. Am 3. Dezember 1997 im Spiel gegen Duquesne stellte er mit 17 Assists einen Universitätsrekord auf. Noch in derselbigen Saison wurde er von der Schule geschmissen. Grund dafür waren seine andauernden Drogeneskapaden. Auf die Frage, was er in seiner College-Zeit am meisten mochte, antwortete er: "I cherished getting kicked out of school." (Ich liebte es, von der Schule zu fliegen.)

Karriere[Bearbeiten]

Nach dem Rausschmiss von der Universität entschied er sich für den NBA-Draft 1998 anzumelden. Er wurde im Draft 1998 von den Sacramento Kings an 7. Stelle gezogen. Die Sacramento Kings hatten neben dem Rookie Williams auch noch andere hochwertige Spieler im Team; Chris Webber, Vlade Divac, Predrag Stojaković. Somit wurden die Kings in diesem Jahr zu einem Playoff-Anwärter. In seinem ersten Jahr in der NBA war sein Trikot mit der Nummer 55 unter den Top 5 der meistverkauften Jerseys. Williams wurde zudem für seine Leistung im ersten Profijahr in das NBA All-Rookie First Team berufen.

In der Saison 2000-2001 wurde er für die ersten 5 Saisonspiele von der NBA suspendiert, da er an einem von der Liga eingerichteten Anti-Drogen-Programm nicht teilnahm, obwohl er vertraglich dazu verpflichtet war.

2001 wurde Williams im Tausch für Mike Bibby zu den Memphis Grizzlies getradet. Das Team der Grizzlies unter Trainer Sidney Lowe verbesserte sich daraufhin ungemein, war es doch zuvor ein Verliererteam. 2002 konnte der General Manager Jerry West den schon im Ruhestand befindlichen Trainer Hubie Brown dazu bewegen, die Grizzlies zu trainieren. Die Mannschaft gewann in dieser Saison 28 Spiele und stellte bis dato eine Franchise-Bestmarke auf. Bei den Memphis Grizzlies reifte Williams nach und nach zu einem der passsichersten Point Guards der Liga. Während er seine Punkt- und Vorlagenrate auf 14 und 8 steigerte, reduzierte er die Anzahl der Ballverluste auf 1,7 pro Spiel. Allerdings überstand Williams mit den schwachen Grizzlies in 4 Jahren niemals die 1. Runde der Playoffs.

In der Saison 2005/06 wurde Williams zu den Miami Heat transferiert und war Teil jenes Heat-Teams unter Trainerguru Pat Riley und den Starspielern Dwyane Wade und Shaquille O’Neal. Dabei war Williams in der Starting-Five des Teams. Gegen die Detroit Pistons erzielte er in Spiel 6 des Eastern-Conference-Finales 21 Punkte mit 10 Treffern aus 11 Versuchen. Jason Williams gewann seinen ersten NBA-Titel am 20.Juni 2006 mit dem Finalsieg über die Dallas Mavericks um Topstar Dirk Nowitzki. Während des Finales erreichte er durchschnittlich 12 Punkte und 5 Assists.

In der darauffolgenden Saison war er weiterhin in der Anfangsformation des Teams (55 Spiele). Die Miami Heat erreichten abermals die Playoffs, wurden aber schon in der ersten Runde in nur 4 Spielen von den Chicago Bulls geschlagen und schieden enttäuschend aus. Trotz alledem wurde Jason Williams 2007 zu einem der 25 besten Heat-Spieler aller Zeiten gewählt.

Im Sommer 2008 unterzeichnete er einen Einjahresvertrag bei den Los Angeles Clippers. Völlig überraschend erklärte er aber kurz danach seinen Rücktritt aus der NBA nach nur 10 Jahren aktiver Spielerkarriere. Der Vertrag mit den Clippers wurde aufgelöst.

Mitte des Jahres 2009 kamen Gerüchte auf, Williams plane eine Rückkehr in die NBA. Letztendlich unterschrieb er am 19. August 2009 einen Vertrag bei den Orlando Magic. Dort spielte er als Back Up von Jameer Nelson eine solide Saison als PG. Anfang 2011 wurde sein Vertrag von Seiten der Magic allerdings aufgelöst, da von Seiten des Clubs nicht mehr mit ihm geplant wurde. Williams unterschrieb daraufhin einen Vertrag für den Rest der Saison 2010/2011 bei den Memphis Grizzlies, für die er bereits von 2001 bis 2005 spielte. Am 18. April 2011 trat er endgültig vom Profisport zurück.

Eckdaten der Karriere[Bearbeiten]

  • 24. Juni 1998: An 7. Stelle von den Sacramento Kings gedraftet.
  • 27. Juni 2001: Transaktion zusammen mit Nick Anderson zu dem Memphis Grizzlies für Mike Bibby und Brent Price.
  • 3. August 2005: Transaktion zu den Miami Heat, als Bestandteil eines Trades von insgesamt 5 Teams.
  • 7. August 2008: Einjahresvertrag als Free Agent bei den Los Angeles Clippers
  • 26. September 2008: Rücktrittserklärung vom aktiven Basketballsport in der NBA
  • 19. August 2009: Vertragsunterzeichnung bei den Orlando Magic

Spielerprofil[Bearbeiten]

Von Anfang an war er ein äußerst spektakulärer Spieler, der oft in Streetball-Manier riskante Pässe (behind-the-back, no-look, half-court), sehenswerte Assists und aggressive Crossovers vollbrachte. Mit solchen Aktionen war er regelmäßig in den diversen Top-Ten der besten Aktionen der NBA vertreten. Ebenfalls war er bekannt für seine 3-Punkte-Würfe, welche er aus nahezu allen Bereichen des Spielfeldes abfeuerte. Mit dieser Art und Weise war er aber auch oftmals Spitzenreiter bei den Ballverlusten. In seinem zweiten und vierten Jahr in der NBA hatte er durchschnittlich 3,5 Turnovers pro Spiel. Auch gerade wegen dieser Eigenschaften saß er am Anfang seiner Karriere viele Male auf der Bank, wenn auf dem Spielfeld Verantwortung gefragt war. In den Playoffs von 2000 zum Beispiel saß er in allen 5 Spielen gegen die Los Angeles Lakers im 4. Viertel auf der Bank.

Später in seinen weiteren NBA-Stationen, Memphis und Miami, legte er weitestgehend seine atemberaubende Spielweise ab. Immerhin kam er in seinen letzten 3 Spieljahren (ohne seine Statistik in Orlando) nie über durchschnittlich 1,89 Turnovers pro Spiel. Somit erreichte er auch eine der höchsten Assist-pro-Turnover-Raten der Liga. Bei seinem ersten Rücktritt hatte er einen Karriereschnitt von durchschnittlich 11,7 Punkte und 6,5 Assists pro Spiel.

Bei der Rookie Challenge des NBA All-Star Weekend 2000 vollbrachte er einen der spektakulärsten Pässe überhaupt. Während eines Fast Breaks deutete er einen Pass hinter seinem Rücken nach rechts an, spielte den Ball aber an den Ellenbogen des anderen Arms und passte somit nach links zu Raef LaFrentz. Er antwortete daraufhin auf Fragen der Reporter: „I did it so you all wouldn't ask me to ever do it again.“

Spitzname[Bearbeiten]

Jason Williams Spitzname lautet "White chocolate". Er bekam diesen Namen in seinem ersten Jahr von Stephanie Shepard, einer Medienmitarbeiterin der Sacramento Kings. Shepard, die selbst dunkelhäutig ist, sah in ihm immer den Jungen von den Streetball-Plätzen, welcher unglaublich verrückte Dinge mit dem Ball anstellte. Weitere Spitznamen lauten "J-Will" und "J-Dub".

Privatleben[Bearbeiten]

Trotz seiner Popularität versucht Williams möglichst außerhalb des Rampenlichts zu stehen und hält sein Privatleben eher geheim. Er verbringt sehr viel Zeit mit seiner Familie. Williams ist mit Denika Kisty verheiratet und die beiden haben 3 Kinder. In seiner Freizeit spielt er laut eigenen Angaben am liebsten mit der PlayStation 3 und hört gern Hip Hop. Er bekennt sich offen zu seiner Wigger-Lebenseinstellung.

Williams ist ein enger Freund von Shaquille O’Neal. Mit ihm hat er bei den Miami Heat zusammengespielt. O’Neal half den Heat 2005 durch Beratungen, Williams innerhalb des Mega-Trades (5 Clubs und 13 Spieler waren beteiligt) nach Miami zu holen. Williams wollte damals zusammen mit Shaq in einem Team spielen und Shaq selber wollte einen Guard zum Mitspieler, der eine gute Ergänzung zu Dwyane Wade darstellte und nebenbei noch spektakulär spielen konnte.

Er hat einige Tattoos auf seinem Körper: einen Panther auf seinem rechten Arm, einen Drachen auf seinem linken Arm (wurde in der Saison 07-08 nachgestochen) und ein Auge auf seiner Brust. Laut eigener Aussage hilft ihm genau dieses Auge bei seinen außergewöhnlichen Pässen. Vor der Saison 99-00 hatte er einen japanischen Schriftzug auf seinem Arm tätowiert, welcher "insane" (irre/verrückt) bedeutete. Dieses Tattoo erregte insofern Aufmerksamkeit, weil es während der ersten zwei Spiele in der 2000er Saison in Japan durch ein Armband abgedeckt war, da es offensichtlich in der japanischen Schriftsprache etwas Unangebrachtes darstellte. Seit 2000 hat er auf seinem Arm einen Wolf, der einen Basketball festhält. Weiterhin hat er sich auf seinen Fingerknöcheln "White Boy" stechen lassen. Seit der Geburt seiner Kinder trägt er außerdem ihre Namen auf seinen Unterarmen.

Williams spielte an der High School mit dem heutigen NFL-Spieler Randy Moss zusammen in einem Team.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]