Jasper van’t Hof

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Jasper van’t Hof 2008

Jasper van’t Hof (* 30. Juni 1947 in Enschede, Niederlande) ist ein niederländischer Jazz-Pianist und Keyboarder.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war Jazz-Trompeter, seine Mutter Sängerin mit klassischer Ausbildung. Mit fünf Jahren bekam er Klavierunterricht. Seine ersten Erfahrungen vor Publikum machte er in Schulbands und Jazzclubs.

Anfang der 1970er Jahre schuf er mit Association P.C., der freien Rockjazz-Gruppe um den Schlagzeuger Pierre Courbois, den Gitarristen Toto Blanke und den Bassisten Sigi Busch, den internationalen Durchbruch. Er gehörte zu den Pianisten, die parallel E-Piano und Orgel spielten und dabei durch elektronische Instrumente neue Klangästhetiken entwickelten. Kennzeichnend für die Themen und Improvisationen von van’t Hof sind bis heute seine Vorliebe für komplexe, gebrochene Metren. 1972 wurde er in einem Jazzpoll zum führenden europäischen Synthesizer-Spieler gewählt.

Mitte der 1970er Jahre setzte er mit seiner Band Pork Pie, deren Name eine Anspielung auf eine alte Lester-Young-Nummer ist, Akzente im Jazz-Rock. Seine Mitspieler waren der Gitarrist Philip Catherine und der Saxofonist Charlie Mariano sowie wechselnde Rhythmusgruppen, zunächst J. F. Jenny-Clark und Aldo Romano. Anschließend kehrte er zum akustischen Konzertflügel zurück und spielte Soloplatten ein.

Seit 1984 ist er mit dem Projekt Pili Pili erfolgreich. Hier verbindet sich europäischer Jazz mit afrikanischer Musik und tanzbaren Grooves. Eine viertelstündige Trance-Produktion mit dieser Gruppe machte ihn in der Clubszene berühmt. Mit seinem Projekt Hotlips kehrte er 2005 zu früheren Jazz-Rock-Vorlieben zurück.

Wie die meisten Fusion-Musiker arbeitete er zeit seines Lebens gleichzeitig an verschiedenen Projekten mit unterschiedlichen Musikern, wie zum Beispiel Wolfgang Dauner, George Gruntz (Piano), Trilok Gurtu (Percussion), Angélique Kidjo (Gesang), Wayne Krantz (Gitarre), Didier Lockwood (Geige), Alphonse Mouzon (Schlagzeug), Jean-Luc Ponty (Geige) und Archie Shepp (Saxofon). Bis 2007 war er auch als Dozent an der Hochschule für Musik der Musik-Akademie der Stadt Basel tätig und betreute dort im Rahmen des neu geschaffenen Studiengangs „Producing-Performance“ den Bereich Performance.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1971 Sun Rotation - Association P.C.
  • 1974 Transitory - Pork Pie
  • 1976 The Selfkicker
  • 1976 The Door Is Open - Pork Pie
  • 1977 Scales - Manfred Schoof Quintett
  • 1978 Light Lines - Manfred Schoof Quintett
  • 1978 However
  • 1978 Flowers All Over - Solo-Album
  • 1979 Sleep My Love - Charlie Mariano, Philip Catherine
  • 1982 Balloons - Joachim Kühn
  • 1984 Pili Pili
  • 1985 Mama Rose - Archie Shepp, Jasper van’t Hof
  • 1988 Be in two minds (Pili Pili) - Angélique Kidjo
  • 1992 Stolen Moments - Pili Pili
  • 2001 Brutto Tempo - Jasper van’t Hof, Charlie Mariano, Steve Swallow
  • 2002 Ballads of Timbuktu Pili Pili
  • 2003 Axioma, Piano Solo
  • 2005 Neverneverland - Hotlips
  • 2009 The Great Concert - Charlie Mariano with Philip Chatherine and Jasper van’t Hof
  • 2011 Ukuba Noma Unkungabi - Pili Pili

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jasper van’t Hof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien