Jastrzębie-Zdrój

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jastrzębie-Zdrój
POL Jastrzębie-Zdrój COA.svg
Jastrzębie-Zdrój (Polen)
Jastrzębie-Zdrój
Jastrzębie-Zdrój
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 85,44 km²
Geographische Lage: 49° 57′ N, 18° 35′ O49.9518.583333333333Koordinaten: 49° 57′ 0″ N, 18° 35′ 0″ O
Höhe: 259 m n.p.m
Einwohner: 91.235
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 44-268 bis 44-348
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SJZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KatowiceSkoczów
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 85,44 km²
Einwohner: 91.235
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1068 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2467011
Verwaltung (Stand: 2006)
Bürgermeister: Marian Janecki
Adresse: al. Józefa Piłsudskiego 60
44-335 Jastrzębie Zdrój
Webpräsenz: www.jastrzebie.pl
Ehemaliges Kurhaus

Jastrzębie-Zdrój [jaˈstʃɛmbʲɛ ˈzdruɪ̯] (deutsch Bad Königsdorff-Jastrzemb) ist eine oberschlesische Stadt im Süden Polens. Sie liegt rund 100 km westlich von Krakau sowie etwa 30 km nordöstlich von Ostrava in unmittelbarer Nähe der tschechischen Grenze.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich 45 km südwestlich von Katowice im oberschlesischen Hügelland an den Bächen Jastrzębianka und Szotkówka, die der Olsa zufließen. Das Stadtgebiet grenzt im Südwesten an die tschechische Gemeinde Petrovice u Karviné an, zu deren Ortsteil Dolní Marklovice in der südlichen Nachbargemeinde Marklowice Górne ein Grenzübergang besteht.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Jastrzębie-Zdrój gliedert sich in die 15 Siedlungen Arki Bożka, Barbary, Bogoczowiec, Chrobrego, Gwarków, Morcinka, Pionierów, Pszczyńska, Przyjaźń, Staszica, Tuwima, 1000-lecia, Zdrój, Złote Łany und Zofiówka. Hinzu kommen noch die fünf Schulzenämter Borynia, Bzie, Moszczenica, Ruptawa, Skrzeczkowice und Szeroka.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Jaskrzambie stammt aus dem Jahre 1467. Es wird angenommen, dass das 1305 bestehende Friczonis villa ein und derselbe Ort war. Jastrzemb war ursprünglich Teil des schlesischen Herzogtums Ratibor, ab 1437 des davon abgetrennten Herzogtums Rybnik und ab 1464 des Herzogtums Jägerndorf-Loslau. Nach der 1483 erfolgten Abtrennung der Herrschaft Loslau, die 1515 zur Minderstandesherrschaft erhoben wurde, gehörte es zu deren Territorium. 1742 wurde Jastremb preußisch. Der zuvor zum Landkreis Pleß gehörende Ort ging 1818 an den neu errichteten Landkreis Rybnik über.

Jastrzemb blieb ein unbedeutendes Dorf, bis 1859 bei Untersuchungen nach Salz- und Steinkohlenlagerstätten dort heilkräftige Sole mit Iod-, Brom- und Kohlensäuregehalt erbohrt wurden. Der damalige Besitzer des Rittergutes Nieder Jastrzemb, Emil Freiherr von Schlieben, errichtete ein Rheumabad. Wegen der Wirksamkeit des Mineralwassers ließ Felix von Königsdorff, der das Gut 1861 erworben hatte, zwischen 1861 und 1862 zwei Kurhäuser und weitere Badeanlagen zur Behandlung von Rheumatismus, Skrofulose, Gicht, Rachitis und Leberkrankheiten erbauen und Jastrzemb wurde Kurort. 1862 erfolgte die Umbenennung des Dorfes Nieder Jastrzemb in Königsdorff-Jastrzemb. 1890 wurde der Berliner Bankier Landau neuer Besitzer, er errichtete 1891 die Kinderheilstätte Marienheim. 1895 kaufte der polnische Arzt Mikołai Witczak das Gut Königsdorff-Jastrzemb und führte moderne Kurverfahren ein. In seiner Zeit entstanden die Herz-Jesu-Kirche, eine Konzertmuschel und ein Trinkhaus.

Nach der Volksabstimmung in Oberschlesien und der 1922 erfolgten Übergabe Ostoberschlesiens wurden das Gut Königsdorff-Jastrzemb und die zugehörigen Dörfer polnisch. 1928 eröffnete ein Sanatorium und das Bad Königsdorf-Jastrzemb wurde zu einem der bekanntesten europäischen Kurbäder. Nach dem Polenfeldzug und der folgenden deutschen Besetzung wurde Jastrzemb 1939 Teil des Deutschen Reiches.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zu Polen zurück und wurde dem neu gebildeten Powiat Wodzisławski zugeordnet.

1951 wurden geologische Untersuchungen der Gegend um Jastrzebie und Moszczenica aufgenommen, bei denen umfangreiche Fettkohlelagerstätten aufgefunden wurden. 1955 erhielt der Kurort den Status einer stadtartigen Siedlung. Zwischen 1962 und 1974 nahmen fünf Steinkohlenbergwerke den Betrieb auf, dies waren die Grube Jastrzębie im Jahre 1962, 1965 die Grube Moszczenica, 1969 die Manifest Lipcowy, 1971 die Borynia und 1974 die Pniówek. Durch den Bergbau veränderte sich der Ort, der 1963 Stadtrecht erhielt, vom ruhigen Kurort zu einer Wohnstadt für Bergarbeiter, deren Einwohnerzahl sprunghaft anstieg. In der gleichen Zeit erfolgte die Eingemeindung der umliegenden Dörfer, noch im Jahre 1961 hatte die Gemeindefläche lediglich 8,36 km² betragen.

Der Kurbetrieb wurde zwar bis in die 1960er Jahre weitergeführt, jedoch ging die Zahl der Kurgäste immer mehr zurück und die Kuranlagen verkamen. Infolge des Abteufens weiterer Gruben kam es zum Versiegen der Heilquellen und damit zum Ende des Kurortes.

Am 3. September 1980 kam es während der Streiks in Polen auf der Grube Manifest Lipcowy zum Abschluss der Vereinbarung von Jastrzębie, die nach den zuvor in Danzig und Stettin geschlossenen Abkommen ein wichtiger Schritt der Solidarność-Bewegung im Kampf um Demokratie und Unabhängigkeit gegen das kommunistische Regime war.

Heute sind in der Stadt die Gruben Jas-Mos (aus den Zechen Jastrzebie und Moszczenica konsolidiert), Borynia und Zofiówka (ehemals Manifest Lipcowy) in Betrieb.

Jastrzębie-Zdrój ist Sitz einer Zweigstelle der Schlesischen Universität Kattowitz und besitzt außerdem ein Lehrerbildungsseminar für Fremdsprachen. Die historischen Kuranlagen wurden saniert und teilweise unter Denkmalschutz gestellt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Stadt Jastrzębie-Zdrój umfasst 10 ehemals selbständigen Gemeinden, die 1963 eingemeindet worden sind und jetzt teilweise Stadtteile bilden:

  • Borynia (Borin)
  • Bzie, bestehend aus Bzie Zameckie (Schloß Goldmannsdorf), Bzie Górne (Ober Goldmannsdorf), Bzie Dolne (Nieder Goldmannsdorf) und Pniówek
  • Cisówka (Cissowka)
  • Jastrzębie Górne (Ober Jastrzemb),
  • Jastrzębie Dolne (Königsdorff-Jastrzemb, Nieder Jastremb) mit Jastrzębie Zdrój (Bad Königsdorff-Jastrzemb) und Zofiówka (Sophienthal),[2]
  • Moszczenica (Moschczenitz),
  • Ruptawa (Ruptau),
  • Skrzeczkowice (Skrzetzkowitz, 1940–1945 Eichendorf) und
  • Szeroka (Timmendorf).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1825 202
1864 262
1905 608
1931 ca. 400
1961 3.256
1970 24.395
1999 102.294
2005 96.009

Die Zahlenangaben vor dem Zweiten Weltkrieg beinhalten nur das Dorf Königsdorff-Jastrzemb. 1864 lebten in Ober Jastrzemb mit dem Vorwerk Neuhof 1.064 Menschen. Für 1885 wird eine Gesamteinwohnerzahl von 1.568 genannt, die auch das damals zugehörige Dorf, Bad und Rittergut Königsdorff-Jastrzemb einschließlich der Kolonie Sophienthal mit einschloss. Die Bevölkerung war fast ausschließlich polnischer Nationalität.

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Stadion

Sport[Bearbeiten]

Das Stadion miejski (Städtisches Stadion) in Jastrzębie Zdrój hat ein Fassungsvermögen von 6.000 Plätzen, die ausschließlich aus Sitzplätzen bestehen. Der in der Klasa okręgowa, der vierten polnischen Spielklasse, spielende Fußballclub GKS Jastrzębie trägt dort seine Heimspiele aus.

Der 1963 gegründete und heute in der Eishalle Jastor beheimatete Eishockeyclub JKH GKS Jastrzębie spielt in der Ekstraliga, der höchsten polnischen Eishockeyliga.

In der Hala KWK "Borynia" finden die Spiele des in der PlusLiga, der höchsten polnischen Volleyballliga der Männer, spielenden Clubs Jastrzębski Węgiel statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Kooperationen[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Sophienberg? Vgl. http://gov.genealogy.net/index.jsp