Jawed Karim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jawed Karim (2008)

Jawed Karim (* 1. Januar 1979 in Merseburg) (Bengalisch: জাভেদ করিম) ist ein amerikanischer Internet-Unternehmer. Karim ist einer der drei Mitbegründer des populären Videoportals YouTube. Viele der Kernkomponenten von PayPal, darunter auch das Echtzeit Anti-Betrugssystem, wurden ebenfalls von Karim entworfen und implementiert.

Biografie[Bearbeiten]

Karims Mutter, Christine Karim, stammt aus Wernigerode in Sachsen-Anhalt und ist heute Assistenz-Professorin für Biochemie an der University of Minnesota. Sein Vater Naimul Karim stammt aus Bangladesch und kam als Student mit einem Stipendium in die DDR, wo er an der Technischen Hochschule Merseburg Chemie studierte. Aufgrund zunehmender Schikanen durch die Behörden reiste die Familie 1982 in den Westen aus, wo Karims Vater als Chemiker beim Technologiekonzern 3M in Neuss (Nordrhein-Westfalen) arbeitete und Karim das katholische Gymnasium im Kloster Knechtsteden nahe Dormagen besuchte.

Das erneute Aufkommen ausländerfeindlicher Stimmungen und Übergriffe zu Beginn der 1990er Jahre sowie ein Angebot an Karims Vater, im 3M-Hauptsitz in den USA zu arbeiten, waren die Gründe für einen Umzug der Familie 1992 in die Vereinigten Staaten. Dort besuchte er die High School in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota. Nach seinem Abschluss begann er ein Studium an der University of Illinois at Urbana-Champaign, das er nach drei Jahren unterbrach, um eine Stelle bei dem in San Francisco ansässigen Online-Bezahldienstleister PayPal anzunehmen. Seine Kurse und Vorlesungen besuchte er weiterhin und konnte so 2004 sein Informatik-Studium mit einem Bachelor abschließen.

Während seiner Tätigkeit bei PayPal lernte er Chad Hurley und Steve Chen kennen. Die drei Arbeitskollegen gründeten später zusammen die Video-Plattform YouTube, wo Karim am 23. April 2005 das erste YouTube-Video „Me at the zoo“ hochlud.[1] Karim verließ YouTube während der Wachstumsphase, blieb aber einer der größten Anteilseigner an dem Unternehmen.[2] Anschließend studierte Karim Informatik (computer science) an der Stanford University mit dem Ziel, später selbst Professor zu werden.[3] Gegenwärtig promoviert er dort ebenfalls im Fach Informatik (computer science).[4]

YouTube wurde im Jahr 2006 für 1,65 Milliarden US-Dollar (damals ca. 1,31 Milliarden €) an Google verkauft. Für seinen Anteil bekam er 137.443 Google-Aktien im heutigem Wert von ca. 64 Millionen US-Dollar (Stand: 1. Juni 2014)

Heutiges Leben[Bearbeiten]

Im März 2008 gründete Karim Y Ventures, eine Organisation, die Studenten finanziell unterstützt und ihnen hilft, ihr eigenes Startup aufzubauen.

Karims Reaktion auf die Integration von Google+ in YouTube[Bearbeiten]

Mehr als 8 Jahre später, nachdem Karim das erste YouTube-Video hochgeladen hat, hat Karim einen Kommentar auf seinem YouTube-Kanal gepostet, in dem er sich über das neue YouTube-Kommentarsystem, welches mit Googles sozialem Netzwerk Google+ verschmolzen ist, beschwert: „why the fuck do i need a google+ account to comment on a video?“ (Sinngemäß: Warum zum Teufel brauche ich einen Google+-Account, um einen Kommentar zu einem Video abzugeben?). Außerdem änderte er die Beschreibung seines Videos „Me at the zoo“ in I can't comment here anymore, since i don't want a google+ account.[5] (Sinngemäß: Ich kann hier nicht mehr kommentieren, weil ich keinen Google+-Account haben möchte) ab und änderte sein Profilbild in eine Grafik mit dem Schriftzug „google+ sucks“ um (Sinngemäß: Google+ ist schlecht).

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. „Me at the zoo“
  2. Google-Erklärung gegenüber der Börsenaufsicht SEC zum YouTube-Deal vom 7. Februar 2007
  3. Eine Einwanderergesellschaft“ – Deutsche im Silicon Valley – FOCUS Online vom 18. Juli 2008
  4. With YouTube, Student Hits Jackpot Again, New York Times, 12. Oktober 2006
  5. Tom Cheredar: YouTube cofounder’s first public comment in 8 years: ‘[https://www.youtube.com/user/jawed why the fuck do i need a google+ account to comment on a video?’]. In: VentureBeat. Abgerufen am 11. November 2013.