Jean-Balthasar Tricklir

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Jean-Balthasar Tricklir, auch: Trickler, (* 1750 in Dijon; † 29. November 1813 in Dresden) war ein französischer Cellist und Komponist der Klassik.

Leben[Bearbeiten]

Jean-Balthasar Tricklir erhielt Violin- und Cellounterricht als Schüler des Priesterseminars in Dijon. Zwischen 1765 und 1768 bildete er sich im Umfeld der Mannheimer Hofkapelle, vermutlich bei Anton Fils weiter. Mehrmals bereiste er Italien, 1776 trat er mit einem seiner Werke beim Concert spirituel auf. In den frühen 1780er Jahren war er Kammervirtuose beim Kurfürsten in Mainz und ab März 1783 Mitglied der Dresdner Hofkapelle. Sein Spiel wurde zu Lebzeiten wegen seiner klaren Intonation und der empfindsamen Vortragsweise gerühmt. Auch nach 1783 unternahm er mehrere Konzertreisen, die ihn nach England und Frankreich führten. Zu seinen bedeutendsten Schülern zählte Dominique Bideau. In der Entwicklung der Spieltechnik stellte Tricklir ein Bindeglied zwischen den Cellisten Anton Fils und Bernhard Romberg dar.

In Dresden stellte Tricklir mit einem Mechaniker erfolglos Versuche an, die das Stimmen der Saiteninstrumente bei Witterungsumschwüngen erleichtern sollte. Notizen hierzu verfasste er in seinem unveröffentlichten „Le Microcosmos musical[1] [2].

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2 Cellokonzerte in C und F (1779)
  • 3 Cellokonzerte in C,F und e (1782)
  • Trois Concerts pour violoncelle op.1 in C,F und E (1783)
  • Trois Concerts pour violoncelle op.2 in D, a und G (1783)
  • Six Sonates pour violoncelle et basse in C, F, B, D, A, G (1783)
  • IVe Concerto A-Dur (Paris, 1787) (Arrangement von Jean-Pierre Duport)
  • Ve Concerto E-Dur (Paris, 1787)
  • VIe Concerto G-Dur (Paris, 1787)
  • 1er et 2ie Nouveau Concerto in fis und a (Paris, 1789)
  • VIIe Concerto in B-Dur (Paris)
  • Rondo für Klavier

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sylvette Milliot: Le violoncelle en France au XVIIIe siècle. Édition Champion-Slatkine, Paris 1985, ISBN 2-05-100690-3. (Dissertation Université Sorbonne Paris 4, 1981)
  2. MGG, 2. Auflage Bd. 16, S.1044