Jean-Claude Carrière

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Jean-Claude Carrière

Jean-Claude Carrière (* 19. September 1931 in Colombières-sur-Orb, Hérault) ist einer der bedeutendsten französischen Drehbuchautoren und Schriftsteller.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Carrière begann zu Beginn der 1950er Jahre, als Zeichner und Schriftsteller zu arbeiten. Er verfasste neben Novellen auch ein sogenanntes Wörterbuch der Dummheit und für das Theater das Stück L’aide-mémoire sowie die französische Fassung des amerikanischen Buch- und Theatererfolgs Harold und Maude.

Erste Kontakte zum Film ergaben sich im Laufe der 1950er Jahre, als der Regisseur Jacques Tati Carrière damit beauftragte, Romanfassungen zu zwei seiner Filme zu verfassen. 1957 lernte Carrière den Regisseur Pierre Étaix kennen, der ihn 1961 zum Film holte. Zwei Jahre darauf begann eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem nach Frankreich zurückgekehrten Luis Buñuel, die bis zu dessen letztem Film anhielt. Mit dem spanischen Exilregisseur entstanden Carrières vielschichtigste Manuskripte.

Carrière war in fast allen Filmgenres aktiv und verfasste die Drehbücher zu Werken unterschiedlichster Regisseure wie Miloš Forman, Louis Malle, Jacques Deray, Carlos Saura, Volker Schlöndorff, Andrzej Wajda, Marco Ferreri, Philippe de Broca, Peter Brook und Jean-Luc Godard.

Gelegentlich war Carrière auch als Darsteller zu sehen, in tragenden Rollen 1971 in der nach seinem eigenen Roman entstandenen Produktion L’Alliance und 1993 im US-Film The Night and the Moment.

1986 wurde er zum Präsidenten der neu eingerichteten La fémis, der Hochschule für Film und Audiovision in Paris, ernannt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Jean-Claude Carrière: Mahabharata. Goldmann Verlag, München 1990, ISBN 3-442-09889-0.
  • Jean-Claude Carrière: Pascal Bonitzer: Praxis des Drehbuchschreibens und Über das Geschichtenerzählen. Alexander Verlag, Berlin 1999.
  • Jean-Claude Carrière: Der Kreis der Lügner – Die Weisheit der Welt in Geschichten. Neuausgabe mit 23 Zeichnungen des Autors. Alexander Verlag Berlin, 2013
  • Guy Bechtel, Jean-Claude Carrière: Lexikon der Sonderlinge. Kiepenheuer, Leipzig 2001, ISBN 3-378-01053-3.
  • Peter Brook, Jean-Claude Carrière, Jerzy Grotowski: Georg Iwanowitsch Gurdjieff. Alexander Verlag, Berlin 2001.
  • Jean-Claude Carrière: Die Ferien des Monsieur Hulot. Roman nach dem gleichnamigen Film von Jacques Tati, Alexander Verlag, Berlin 2003.
  • Jean-Claude Carrière: Mon Oncle. Roman nach dem gleichnamigen Film von Jacques Tati, Alexander Verlag, Berlin 2003.
  • Jean-Claude Carrière: Der unsichtbare Film. Alexander Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89581-102-5.
  • Jean-Claude Carrière: Please Mr. Einstein. Gardners Books, 2006, ISBN 1-84655-004-1.
  • Jean-Claude Carrière: Mit anderen Worten. Alexander Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86108-152-4.
  •  Umberto Eco, Jean-Claude Carrière: Die große Zukunft des Buches  –  Gespräche mit Jean-Philippe de Tonnac. 1. Auflage. Carl Hanser, München 2010 (übersetzt von Barbara Kleiner), ISBN 978-3-446-23577-9.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Drehbücher[Bearbeiten]

Literarische Vorlagen[Bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean-Claude Carrière – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien