Jean-Claude Risset

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Jean-Claude Risset (* 18. März 1938 in Le Puy-en-Velay) ist ein französischer Komponist sowohl klassischer als elektronischer Musik und Pionier der Computer-Musik (mit John Chowning, Max Mathews).

Leben[Bearbeiten]

Risset studierte 1957 bis 1961 an der École normale supérieure Mathematik und Physik und gleichzeitig Klavier und Komposition bei André Jolivet. 1967 wurde er dort promoviert. Neben der Komposition klassischer Musik (wie Prélude für Orchester 1963) wandte er sich experimenteller Computer-generierter Musik zu bei einem Aufenthalt 1965 (und 1967 bis 1969) an den Bell Laboratories bei Max Mathews, dessen Music IV Software er für die computergenerierte Erzeugung von Blechbläsern benutzte und der Konstruktion psychoakustischer Paradoxa. Nach der Rückkehr baute er 1970 an der Fakultät der Universität Paris in Orsay ein Studio für Computermusik auf und übernahm auf Einladung von Pierre Boulez nach Gründung der IRCAM 1975 bis 1979 die Abteilung Computermusik. 1969 bis 1972 war er für das CNRS in Marseille, wo er ab 1985 Forschungsdirektor am Laboratoire de Mécanique des CNRS in Marseille war. Ab 1999 war er dort emeritierter Forschungsdirektor. Er lehrte auch 1972 bis 1975 und 1979 bis 1985 an der Universität Marseille, wo er ein Computermusik Studio aufbaute, und hielt Vorlesungen weltweit zum Beispiel in Argentinien, Australien, den USA, Japan, Finnland.

Er benutzt Computer-Methoden zur Erzeugung von Klängen in seinen Kompositionen wie Little Boy (1968), Mutations (1970), Songes (1979), Sud (1984). Dabei mixt er auch klassische Instrumentalisten und Vokalisten mit Computermusik, wie in Duo pour un pianiste, geschrieben als Artist in Residence am MIT Media Lab 1989[1], bei der ein Pianist auf demselben Klavier von einem Computer begleitet wird, der auf ihn reagiert. Er schrieb auch klassische Musik für Orchester, Klaviermusik, Kammermusik, Chor- und Vokalmusik und Balletmusik.

Zu seinen psychoakustischen Paradoxien gehört die eine kontinuierliche Variante der Shepard-Skala (Shepard-Risset Glissando, nach Risset und Roger Shepard), die (ähnlich einiger Bilder von M. C. Escher) unendlich aufsteigend klingt, obwohl nach zwölf Halbtonschritten wieder die Ausgangsnote erreicht ist. Der Grund liegt darin, dass die Einhüllende der Partialtöne mit der Tonhöhe mitverschoben wird. Risset erzeugte ähnliche Effekte mit Rhythmen, so dass das Tempo anscheinend fortwährend zu- oder abnimmt.

Risset gewann unter anderem den Golden Nica bei der Ars Electronica in Linz (1987), den Grand Prix National de la Musique (1990), 1997 den EAR Preis in Budapest, 1995 den Grand Prix Musica Nova in Prag, 1996 den Ars Nova Preis in Prag und 1999 die Goldmedaille des CNRS. Auf dem Concours International de Musique Èlectroacoustique in Bourges gewann er 1980 den Ersten Preis, 1982 den Euphonie d'Or and theund 1998 den Prix Magisterium. 1981 erhielt er den Grand Prix SACEM für symphonische Musik. Er ist Offizier des Ordre des Arts et des Lettres (1986) und Ritter der Ehrenlegion (1989). 1994 erhielt er in Edinburgh die Ehrendoktorwürde und 2000 in Cordoba.

Schriften[Bearbeiten]

  • An introductory catalog of computer synthesized sounds, 1969, 2. Auflage, Wergo 1995

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Er war dort auch 1987 Artist in Residence