Jean-Jacques Goldman

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Jean-Jacques Goldman (2002)

Jean-Jacques Goldman ([ʒɑ̃.ʒak.gɔld'man]; * 11. Oktober 1951 in Paris) ist ein französischer Komponist und Interpret. Goldman ist auch unter den Pseudonymen Sweet Memories und Sam Brewski tätig. Sein jüngerer Bruder Robert Goldman ist ebenfalls als Komponist erfolgreich.

Leben[Bearbeiten]

Goldmans Mutter Ruth Ambrunn stammt aus München, sein Vater Alter Mojze Goldman aus Lublin in Polen. Jean-Jacques Goldman lernte ab seinem fünften Lebensjahr Klavier und Violine zu spielen. Zwischen 1965 und 1967 sang er in der Kirche im Chor Red Mountain Gospellers. In dieser Zeit erlernte er auch das Bluesgitarrenspiel. Von 1968 bis 1970 war Goldman Mitglied der Gruppe The Phalanster und trat vor allem in Pariser Vororten auf. Weitere Mitglieder der Gruppe waren Christian und Alex Gibson, die als Gibson Brothers 1980 Erfolge in der Disco-Szene hatten.

Goldmans erfolgreiche Karriere begann 1975 als Sänger, Komponist und Instrumentalist der Gruppe Taï Phong. Dort traf er seinen späteren Freund und musikalischen Weggefährten Michael Jones. Die Stilrichtung von Thaï Phong kann man mit der von Genesis in den siebziger Jahren vergleichen.

Goldmans Durchbruch als Solist in Frankreich erfolgte 1981 mit dem Titel Il suffira d’un signe. Der Begriff Démodé als Titel des Albums stieß bei der Plattenfirma auf Kritik, wie auch Minoritaire zur Benennung der Nachfolgeplatte, da beide Wörter eine negative Konnotation haben.

Hits wie Quand la musique est bonne, Je marche seul und Je te donne, ein Duett mit Michael Jones und sein erster Nummer-Eins-Hit in Frankreich, folgten. Obwohl seine Musik Ende der achtziger Jahre auch in Deutschland gerade unter Studenten ein weitverbreiteter Geheimtipp war, schaffte er es hier als Solomusiker nie in die Charts. Goldman trat 1989 auch live in Deutschland auf, unter anderem in Berlin.

1990 begann eine neue Phase seiner Karriere, in der er zusammen mit Michael Jones und Carole Fredericks unter dem Namen „Fredericks, Goldman, Jones“ tätig war. Im Vordergrund standen aufwändige Arrangements, die sowohl solo, als auch im Duett oder Trio gesungen wurden. Aus dieser Zusammenarbeit gingen zwei Studio- und zwei Livealben hervor. Carole Fredericks starb im Juni 2001 bei einem Auftritt an einem Herzanfall.

Ab 1997 widmete sich Goldman wieder seiner Solokarriere. Dabei wurde er von Jones weiterhin unterstützt. Die Alben En passant und Chansons pour les pieds wurden große Erfolge, obwohl sie kaum unterschiedlicher sein konnten. En passant war ein sehr intimes, von Balladen geprägtes Album, während das bisher letzte Studioalbum verschiedenste Stilrichtungen von Disco über Rock, Folk und Pop bietet.

Besonders Goldmans Tourneen sind in Frankreich sehr beliebt, da sie neben ungewöhnlichen Arrangements seiner Lieder auch eine beeindruckende Bühnentechnik bieten. So tanzten bei der Tour ensemble 2002 zwei Dutzend Steptänzer. Ein sich im Publikum befindliches Bühnenelement war drehbar, so dass die Musiker abwechselnd von allen Seiten zu sehen waren, und im Finale klappte die Hauptbühne vollständig nach oben, so dass die Musiker in fünf Meter Höhe senkrecht an einer Wand stehend und durch Karabinerhaken gesichert zu Envole-moi musizierten.

Goldman schrieb auch Songs und Alben für Interpreten wie Céline Dion, Patricia Kaas, Khaled oder Johnny Hallyday. Außerdem ist er der Komponist des Titels Sie sieht mich nicht von Xavier Naidoo und hat das Lied unter dem Titel Elle ne me voit pas für den Soundtrack des Films Asterix und Obelix gegen Cäsar aufgenommen. Gelegentlich verwendet er Pseudonyme wie Sam Brewski, Sweet Memories, First Prayer oder O. Menor. Sie sieht mich nicht erreichte 1999 in Deutschland Platin-Status, der Song Aicha in der Version von Outlandish erreichte 2003 Gold-Status.[1]

Unter dem Pseudonym Sam Brewski schrieb Goldman unter anderem Hits für Patricia Kaas. Der Name „O. Menor“ ist nichts anderes als die französische Übersetzung „homme en or“ seines deutsch-jüdischen Namens „Goldman“, der sich klanglich als „O.M en or“ darstellen lässt. Unter dem Pseudonym J. Kapler schreibt sein Bruder Robert Goldman Lieder für andere Interpreten. Unter dem Namen JRG haben Jean-Jacques und Robert Goldman eine Produktionsfirma gegründet.

Goldman tritt auch regelmäßig mit dem Projekt Les Enfoirés auf, innerhalb dessen viele französische Musik-Stars einmal im Jahr ein gemeinsames Konzert geben. Es wurde 1985 vom Schauspieler und Clown Coluche ins Leben gerufen, um für die Organisation Les Restos du Cœur Spenden zu sammeln, die Bedürftige täglich mit Essen versorgt. Zu diesem Projekt steuerte Goldman 1985 den Titelsong Chanson des restos bei und nahm als einziger Musiker Frankreichs bisher an allen Benefizkonzerten teil.

Bis heute haben Veröffentlichungen mit Goldman-Beteiligung alleine in Frankreich über 170-mal Silber-, Gold-, Platin-, und Diamantstatus erworben, davon sind mehr als 75 Veröffentlichungen unter dem Namen Jean-Jacques Goldman oder Fredericks, Goldman, Jones erfolgreich gewesen. Das von Goldman geschriebene und produzierte Album D'eux von Céline Dion ist das weltweit erfolgreichste französischsprachige Album. 21 Goldman-Songs haben es bisher in die französische Top Ten geschafft.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Die Anfänge mit Taï Phong[Bearbeiten]

  • 1975: Taï Phong
  • 1976: Windows
  • 1979: Last Flight

Soloalben[Bearbeiten]

  • 1981: Démodé
  • 1983: Minoritaire
  • 1984: Positif
  • 1985: Non homologué
  • 1986: En public (Livealbum)
  • 1987: Entre gris clair et gris foncé (Doppelalbum)
  • 1989: Union Sacrée (Soundtrack)
  • 1989: Traces (Livealbum)
  • 1997: En passant
  • 1999: Tournée ’98 – En passant (Livealbum)
  • 1999: Asterix und Obelix gegen Caesar (Soundtrack)
  • 2001: Chansons pour les pieds
  • 2003: Un tour ensemble (Livealbum)

Das Projekt Fredericks Goldman Jones[Bearbeiten]

  • 1990: Fredericks, Goldman, Jones (auch als bilinguale Version in den USA)
  • 1992: Sur scène (Livealbum)
  • 1993: Rouge
  • 1994: Du New Morning au Zénith

Bekannte Titel[Bearbeiten]

  • 1981: Il suffira d’un signe
  • 1982: Quand la musique est bonne
  • 1984: Envole-moi
  • 1985: Je marche seul
  • 1985: Je te donne
  • 1987: Elle a fait un bébé toute seule
  • 1987: Là-bas
  • 1987: Des bouts de moi
  • 1988: Puisque tu pars
  • 1990: Né en 17 à Leidenstadt - als Sohn einer vertriebenen Jüdin und eines französischen Widerstandskämpfers wirbt Jean-Jacques Goldman für Verständnis für Deutschland und sagt, dass niemand sicher sein kann, dass er nicht Mittäter geworden wäre.
  • 1990: A nos actes manqués
  • 1993: Des vies
  • 1998: On ira
  • 2001: C’est pas vrai
  • 2001: Et l’on n’y peut rien
  • 2001: Tournent les violons

Erfolge in Deutschland[Bearbeiten]

Titel Interpret Jahr Platzierung
Il me dit que je suis belle (Single) Patricia Kaas November 1993 80
D'eux (Album) Céline Dion 1995 11
Je te donne (Single) Worlds Apart September 1996 22
Aïcha (Single) Khaled März 1997 33
S'il suffisait d'aimer (Album) Céline Dion 1998 69
Sie sieht mich nicht (Single) Xavier Naidoo April 1999 2
1 fille et 4 types (Album) Céline Dion 2003 43
Aïcha (Single) Outlandish Juni 2003 1

Weitere Titel für andere Interpreten[Bearbeiten]

Seit 1980 schrieb er 135 Lieder für 51 verschiedene Interpreten, dazu gehören: Florent Pagny, Carole Fredericks, Gérald de Palmas, Lorie, Lââm, Julie Zenatti, Marc Lavoine, Maurane, Liane Foly, Garou, Yannick Noah und andere.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesverband Musikindustrie. Abgerufen am 6. Dezember 2014.