Jean-Julien Rojer

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Jean-Julien Rojer Tennisspieler
Jean-Julien Rojer
Jean-Julien Rojer 2013 in Wimbledon
Nationalität: NiederlandeNiederlande Niederlande
2012−
CuraçaoCuraçao Curaçao
2010−2012
Niederlandische AntillenNiederländische Antillen Niederländische Antillen
2002−2010
Geburtstag: 25. August 1981
Größe: 183 cm
Gewicht: 79 kg
1. Profisaison: 2002
Spielhand: Rechts
Preisgeld: 1.939.474 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 13:1
Höchste Platzierung: 218 (15. August 2005)
Doppel
Karrierebilanz: 217:164
Karrieretitel: 17
Höchste Platzierung: 6 (13. Mai 2013)
Aktuelle Platzierung: 17
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 27. Oktober 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Jean-Julien Rojer (* 25. August 1981 in Willemstad) ist ein Tennisspieler aus Curaçao, der für die Niederlande antritt.

Karriere[Bearbeiten]

Schon in jungen Jahren zeigte Jean-Julien Rojer Talent für den Tennissport. Bereits im Alter von 14 Jahren gewann er die Klubmeisterschaft vom Racing Club Team Curaçao und die nationalen Meisterschaften der Niederländischen Antillen. Danach besuchte er die UCLA und wurde dort mit Marcin Matkowski das beste Doppel der ITA. 2002 führte er deren Doppel Ranking an und war 35. im Einzel.

Im selben Jahr wurde er Profi und war vor allem bei Future Turnieren im Einsatz. Obwohl er auch im Einzel einige Futureturniere in den nächsten Jahren gewinnen konnte, war er im Doppel erfolgreicher. Der Durchbruch in die erweiterte Weltspitze gelang ihm aber erst 2008, als er seinen schwedischen Doppelpartner Johan Brunström fand. Zusammen gewannen die beiden einige Challengerdoppelturniere und erreichten 2009 bei vier ATP Turnieren das Finale. Innerhalb von zwei Jahren verbesserte sich Rojer von Platz 187 (Ende 2007) auf Platz 43.

2010 gelang ihm mit seinem neuen Doppelpartner Eric Butorac der erste Turniersieg auf der ATP Tour in Tokio. Noch im selben Jahr gewannen die beiden in Stockholm einen weiteren Titel. Zu Beginn der Saison 2011 gelang Rojer das beste Abschneiden bei einem Grand-Slam-Turnier: bei den Australian Open erreichte er mit Butorac das Halbfinale, wo sie gegen die späteren Titelträger Bob und Mike Bryan verloren. Im Laufe der Saison gewann das Duo noch drei weitere Turniere in Estoril, Nizza und Kuala Lumpur. Trotz der gemeinsamen Erfolge trennten sich Butorac und Rojer am Ende der Saison überraschend; Butorac wählte den Brasilianer Bruno Soares als neuen Partner, während Rojer mit dem Pakistaner Aisam-ul-Haq Qureshi in die Saison 2012 startete.[1].

Seit 2012 spielt Rojer für die Niederlande; der Grund dafür lag darin, dass sich das Nationale Olympische Komitee der Niederländischen Antillen aufgelöst hatte und die Spieler sich entscheiden mussten, ob sie entweder für Aruba oder für die Niederlande bei den Olympischen Spielen 2012 antreten wollten. Rojer entschied sich für die Niederlande und trat deswegen nicht mehr für Curaçao bei Wettbewerben an.[2]

Die neue Partnerschaft mit Qureshi startete zunächst wenig erfolgreich, denn obwohl sie bei den Australian Open das Achtelfinale erreichten, folgte eine Reihe von Erst- und Zweitrundenniederlagen. Erst in der Sandplatzsaison gewann das Duo an Fahrt, man erreichte das Halbfinale in Casablanca und Nizza, ehe man den ersten gemeinsamen Titel in Estoril gegen Julian Knowle und David Marrero feiern konnte. In Roland Garros gelangten sie sogar ins Halbfinale, wo sie gegen die Bryan-Brüder ausschieden. Die Rasensaison starteten sie erfolgreich mit dem Titelgewinn in Halle. Im Laufe der Saison konnten sie keinen weiteren Turniersieg verbuchen, allerdings qualifizierte sich Rojer erstmals in seiner Karriere für die ATP World Tour Finals in London, wo sie allerdings in der Vorrunde scheiterten. Bei den Australian Open 2013 scheiterten Qureshi und Rojer im Achtelfinale, jedoch konnten sie im März einen großen Sieg verbuchen: die beiden gewannen im Finale des Miami Masters gegen Mariusz Fyrstenberg und Marcin Matkowski; für Rojer war dies der erste Sieg bei einem Turnier dieser hohen Kategorie.

Bei den French Open 2014 gewann er gemeinsam mit Anna-Lena Grönefeld mit der Mixed-Konkurrenz seinen ersten Grand-Slam-Titel.

Davis Cup[Bearbeiten]

Rojer trat zwischen 1998 und 2007 für die Niederländischen Antillen im Davis Cup an. In 31 Begegnungen gewann er 28 von 34 Einzeln und 14 von 17 Doppelpartien. Damit war er der erfolgreichste Spieler der Mannschaft und gleichzeitig auch Rekordspieler. Nach der Auflösung der Antillen und dem Entschluss Rojers, künftig für die Niederlande zu spielen, wurde er in der Saison 2012 erstmals in den Kader der niederländischen Davis-Cup-Mannschaft berufen.

Erfolge[Bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam (1)
Tennis Masters Cup /
ATP World Tour Finals
ATP Masters Series /
ATP World Tour Masters 1000 (1)
ATP International Series Gold /
ATP World Tour 500 Series (4)
ATP International Series /
ATP World Tour 250 Series (12)

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 4. Oktober 2010 JapanJapan Tokio Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac ItalienItalien Andreas Seppi
RusslandRussland Dmitri Tursunow
6:3, 6:2
2. 24. Oktober 2010 SchwedenSchweden Stockholm (1) Hartplatz (i) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac SchwedenSchweden Johan Brunström
FinnlandFinnland Jarkko Nieminen
6:3, 6:4
3. 1. Mai 2011 PortugalPortugal Estoril (1) Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac SpanienSpanien Marc López
SpanienSpanien David Marrero
6:3, 6:4
4. 21. Mai 2011 FrankreichFrankreich Nizza Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac MexikoMexiko Santiago González
SpanienSpanien David Marrero
6:3, 6:4
5. 2. Oktober 2011 MalaysiaMalaysia Kuala Lumpur Hartplatz (i) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac TschechienTschechien František Čermák
SlowakeiSlowakei Filip Polášek
6:1, 6:3
6. 6. Mai 2012 PortugalPortugal Estoril (2) Sand PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi OsterreichÖsterreich Julian Knowle
SpanienSpanien David Marrero
7:5, 7:5
7. 17. Juni 2012 DeutschlandDeutschland Halle Rasen PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi PhilippinenPhilippinen Treat Conrad Huey
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Lipsky
6:3, 6:4
8. 30. März 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Miami Hartplatz PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi PolenPolen Mariusz Fyrstenberg
PolenPolen Marcin Matkowski
6:4, 6:1
9. 20. Oktober 2013 SchwedenSchweden Stockholm (2) Hartplatz (i) PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi SchwedenSchweden Jonas Björkman
SchwedenSchweden Robert Lindstedt
6:2, 6:2
10. 9. Februar 2014 KroatienKroatien Zagreb Hartplatz (i) RumänienRumänien Horia Tecău DeutschlandDeutschland Philipp Marx
SlowakeiSlowakei Michal Mertiňák
3:6, 6:4, [10:2]
11. 12. April 2014 MarokkoMarokko Casablanca Sand RumänienRumänien Horia Tecău PolenPolen Tomasz Bednarek
TschechienTschechien Lukáš Dlouhý
6:2, 6:2
12. 27. April 2014 RumänienRumänien Bukarest Sand RumänienRumänien Horia Tecău PolenPolen Mariusz Fyrstenberg
PolenPolen Marcin Matkowski
6:4, 6:4
13. 21. Juni 2014 NiederlandeNiederlande ’s-Hertogenbosch Rasen RumänienRumänien Horia Tecău MexikoMexiko Santiago González
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Lipsky
6:3, 7:63
14. 3. August 2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington Hartplatz RumänienRumänien Horia Tecău AustralienAustralien Samuel Groth
IndienIndien Leander Paes
7:5, 6:4
15. 28. September 2014 China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen Hartplatz RumänienRumänien Horia Tecău AustralienAustralien Samuel Groth
AustralienAustralien Chris Guccione
6:4, 7:64
16. 5. Oktober 2014 China VolksrepublikVolksrepublik China Peking Hartplatz RumänienRumänien Horia Tecău FrankreichFrankreich Julien Benneteau
KanadaKanada Vasek Pospisil
6:76, 7:5, [10:5]
17. 26. Oktober 2014 SpanienSpanien Valencia Hartplatz (i) RumänienRumänien Horia Tecău SudafrikaSüdafrika Kevin Anderson
FrankreichFrankreich Jérémy Chardy
6:4, 6:2

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 7. Juli 2008 SchwedenSchweden Båstad Sand SchwedenSchweden Johan Brunström SchwedenSchweden Jonas Björkman
SchwedenSchweden Robin Söderling
2:6, 2:6
2. 10. Mai 2009 SerbienSerbien Belgrad Sand SchwedenSchweden Johan Brunström PolenPolen Łukasz Kubot
OsterreichÖsterreich Oliver Marach
2:6, 6:73
3. 20. Juni 2009 NiederlandeNiederlande ’s-Hertogenbosch Rasen SchwedenSchweden Johan Brunström SudafrikaSüdafrika Wesley Moodie
BelgienBelgien Dick Norman
6:73, 7:63, [5:10]
4. 2. August 2009 KroatienKroatien Umag Sand SchwedenSchweden Johan Brunström TschechienTschechien František Čermák
SlowakeiSlowakei Michal Mertiňák
4:6, 4:6
5. 26. September 2009 RumänienRumänien Bukarest Sand SchwedenSchweden Johan Brunström TschechienTschechien František Čermák
SlowakeiSlowakei Michal Mertiňák
2:6, 4:6
6. 1. August 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Bryan
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Bryan
7:66, 2:6, [7:10]
7. 20. Februar 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis Hartplatz (i) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac WeissrusslandWeißrussland Max Mirny
KanadaKanada Daniel Nestor
2:6, 7:66, [3:10]
8. 6. November 2011 SpanienSpanien Valencia Hartplatz (i) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eric Butorac Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Bryan
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Bryan
4:6, 6:79
9. 4. November 2012 FrankreichFrankreich Paris Hartplatz (i) PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi IndienIndien Rohan Bopanna
IndienIndien Mahesh Bhupathi
6:76, 3:6
10. 24. Februar 2013 FrankreichFrankreich Marseille Hartplatz (i) PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi IndienIndien Rohan Bopanna
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin Fleming
4:6, 6:73
11. 5. Mai 2013 PortugalPortugal Oeiras Sand PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi MexikoMexiko Santiago González
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Lipsky
3:6, 6:4, [7:10]
12. 16. Februar 2014 NiederlandeNiederlande Rotterdam Hartplatz (i) RumänienRumänien Horia Tecău FrankreichFrankreich Michaël Llodra
FrankreichFrankreich Nicolas Mahut
2:6, 6:74

Mixed[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 5. Juni 2014 FrankreichFrankreich Paris Sand DeutschlandDeutschland Anna-Lena Grönefeld SerbienSerbien Nenad Zimonjić
DeutschlandDeutschland Julia Görges
4:6, 6:2, [10:7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean-Julien Rojer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ATP doubles partnerships changes galore. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  2. Curaçao tennis star will play for the Netherlands. Abgerufen am 23. Mai 2012.