Jean-Louis Petit (Arzt)

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Jean-Louis Petit

Jean-Louis Petit (* 13. März 1674; † 20. April 1750) war ein französischer Chirurg und Anatom. Er lehrte neben Henry François Le Dran an der Académie royale de Chirurgie in Paris und gilt als Erfinder der Blutsperre, für die er einen speziellen Apparat entwickelte.

Petit wurde 1700 in Paris zum Magister, maîtrise für Chirurgie ernannt. 1715 wurde er Mitglied der Académie royale des sciences. Mit Gründung der Académie royale de Chirurgie wurde Petit von Louis XV. zu deren Direktor ernannt.

Jean-Louis Petit war Autor einer Abhandlung über Knochenerkrankungen (L'Art de guérir les maladies des os), in welcher er die Behandlung von Verrenkungen und Brüchen mittels einer neuen Maschine beschrieb. Zwölf Jahre arbeitete er an einem Werk über chirurgische Erkrankungen, welches jedoch erst 1790 durch François Dominique Lesné (1722–1800) fertiggestellt und veröffentlicht wurde.[1]

Das Trigonum lumbale wird nach Petit auch als Petit-Dreieck bezeichnet.

Jean-Louis Petit beschrieb als Erster komplett die Epiduralblutung mit ihrem symptomfreien Intervall und ihrer Behandlung durch Trepanation. Außerdem legte er das erste Konzept zur operativen Behandlung von Brustkrebs vor, welches jedoch erst 24 Jahre nach seinem Tode veröffentlicht wurde.[2]

Werke[Bearbeiten]

  •  Jean-Louis Petit: Abhandlung von denen Kranckheiten derer Knochen am menschlichen Leibe. Ambrosius Haude, 1743 (Volltext in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Louis: Excerpts from the eulogy of Jean-Louis Petit presented during the public session of the Royal Academy of Surgery on May 26 1750 by A. Louis. Ann Chir 126 (2001), , PMID 11447802
  2.  Manfred Kaufmann, Ismail Jatoi, Jean Petit: Atlas der Brustchirurgie. Springer Verlag, 2007, ISBN 3-540-48881-2 (Volltext in der Google-Buchsuche).