Jean-Louis Ricci

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Jean-Louis Ricci (* 22. Februar 1944; † 27. Februar 2001) war ein französischer Automobilrennfahrer.

Karriere im Motorsport[Bearbeiten]

Der vermögende Jean-Louis Ricci bestritt von 1987 bis zu seiner schwere Erkrankung im Jahr 2000 Touren- und Sportwagenrennen. Durch seine finanzielle Unabhängigkeit konnte er sich oft Teams und Cockpits aussuchen; nicht selten stand er auch Teamvernatwortlichen mit Unterstützung zur Seite. Ricci war aber kein klassischer Bezahlfahrer; Fachleute bemerkten neben seiner professionellen Einstellung auch ein rennfahrerisches Talent. Sein erstes großes Rennen war das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1987, wo er sich das Cockpit eines Royale RP40 mit dem Italiener Olindo Iacobelli und dem Franzosen George Tessier teilte. Der britische Gruppe-C2-Rennwagen, der einen 3,3-Liter-DFL-V8-Motor von Cosworth hatte, fiel schon nach 13 Runden durch einen Motorschaden aus.

Ricci war zwölfmal beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Start, unter anderem für Joest Racing und das Team von Yves Courage. Partner waren Fahrer wie Henri Pescarolo, Claude Ballot-Léna und Jean-Claude Andruet, mit denen er auch freundschaftlich verbunden war. Seine besten Ergebnisse in Le Mans erzielte er 1989 und 1992, als er jeweils Sechster im Gesamtklassement wurde.

Sein letztes Rennen fuhr er 2000 (mit Sohn Romano im Team) in Le Mans und erkrankte dann schwer. Fünf Tage nach seinem 57. Geburtstag starb er im Februar 2001 an den Folgen einer Krebserkrankung.

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1987 ItalienItalien Olindo Iacobelli Royale RP40 ItalienItalien Olindo Iacobelli FrankreichFrankreich George Tessier Ausfall Motorschaden
1988 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chamberlain Enginnering Spice Fiero SE88C FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet FrankreichFrankreich Claude Ballot-Léna Ausfall Motorschaden
1989 DeutschlandDeutschland Joest Racing Porsche 962C FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Claude Ballot-Léna Rang 6
1990 DeutschlandDeutschland Joest Racing Porsche 962C FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Jacques Laffite Rang 14
1991 NiederlandeNiederlande Euro Racing Spice SE89C ItalienItalien Olindo Iacobelli Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Richard Piper nicht klassiert
1992 FrankreichFrankreich Courage Compétition Cougar C28 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Bob Wollek Rang 6 und Klassensieg
1993 FrankreichFrankreich Courage Compétition Courage C30 FrankreichFrankreich Pierre Yver FrankreichFrankreich Jean-François Yvon Rang 11
1994 FrankreichFrankreich Courage Compétition Courage C32LM Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Evans BelgienBelgien Philippe Olczyk Rang 7
1997 FrankreichFrankreich Courage Compétition Courage C36 SchwedenSchweden Fredrik Ekblom BelgienBelgien Jean-Paul Libert Rang 16
1998 FrankreichFrankreich Michel Nourry Porsche 911 GT2 FrankreichFrankreich Michel Nourry FrankreichFrankreich Thierry Perrier Rang 18
1999 FrankreichFrankreich Perspektive Racing Porsche 911 3.8 RSR FrankreichFrankreich Michel Nourry FrankreichFrankreich Thierry Perrier Rang 21
2000 FrankreichFrankreich Perspektive Racing Porsche GT3-R FrankreichFrankreich Romano Ricci FrankreichFrankreich Thierry Perrier Rang 23

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissedre: 24 Stunden du Mans. 1923–1992. 2 Bände. Édition d'Art J. B. Barthelemy, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.

Weblinks[Bearbeiten]