Jean-Michel Atlan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jean-Michel Atlan (* 23. Januar 1913 in Constantine, Algerien; † 12. Februar 1960 in Paris) war ein französischer Philosoph, Maler und Illustrator.

Leben[Bearbeiten]

Jean-Michel Atlan stammte aus einer jüdischen Familie. Zwischen 1930 und 1934 studierte er an der Pariser Universität Sorbonne Philosophie. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs verlor Atlan jedoch unter dem Vichy-Regime seine Lehrberechtigung und lebte in Armut im Pariser Stadtteil Montparnasse. Während dieser Zeit widmete er sich erstmals der Malerei und erwarb autodidaktisch künstlerische Fertigkeiten.

Aufgrund seiner Beteiligung an der französischen Résistance und seiner jüdischen Abstammung wurde Atlan 1942 festgenommen. Für zwei Jahre wurde der Künstler, nach Vortäuschung einer Geisteskrankheit, im Hôpital Saint-Anne interniert. Nach der Befreiung Frankreichs im Jahr 1944 stellte Atlan zum ersten Mal aus und veröffentlicht seine Gedichtsammlung Le Sang profond. Nach kurzem Anfangserfolg und der Anerkennung durch wenige avantgardistische Schriftsteller lebte Atlan später als Hausierer und Wahrsager.

Ein Plakat, das Atlan für die Ausstellung der neuen École de Paris in der Galerie Charpentier entwarf und eine Ausstellung in der Galerie Bing im Jahre 1956 verschafften ihm den künstlerischen Durchbruch. Jean-Michel Atlan starb 1960 an den Folgen eines Krebsleidens; er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der "Nouvelle École de Paris".

Seine Gemälde sind heute u.a. im Besitz des Hirshhorn Museum in Washington sowie des Museum of Modern Art in New York.

Weblinks[Bearbeiten]