Jean-Nicolas Corvisart

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Jean-Nicolas Corvisart

Baron Jean-Nicolas Corvisart des Marets (* 15. Februar 1755 in Dricourt, Département Ardennes; † 18. September 1821 in Courbevoie, Département Hauts-de-Seine) war ein bedeutender französischer Mediziner und unter anderem Leibarzt von Napoléon Bonaparte.

Biografie[Bearbeiten]

Sein Vater hätte es gerne gesehen, wenn der junge Corvisart das Studium der Jurisprudenz aufgenommen hätte, doch dieser bevorzugt nach einem entscheidenden Treffen mit dem berühmten Arzt Antoine Petit (1722–1794; le seul docteur de Paris qui sache opérer et accoucher) die Medizin. Da ihm sein Vater darauf die finanzielle Unterstützung streicht, wird er Pflegehilfe im Hôpital-Dieu in Paris. Er zeigt so viel Enthusiasmus, dass sich die Eltern entschließen, ihm das Studium der Medizin zu erlauben.

Er studiert bei den bekanntesten Namen der damaligen Zeit (Pierre-Joseph Desault, Vicq d'Azyr, Antoine Petit, Desbois de Rochefort). Am 14. November 1782 wird ihm der Titel des docteur-régent verliehen. Da er sich weigert die Perücke zu tragen, wird ihm eine Anstellung als Arzt im Hôpital des Paroisses verwehrt und er nimmt eine Stelle in einem Armenspital der Saint-Sulpice-Gemeinde an.

Im Jahre 1788 tritt er die Nachfolge des Debois de Rochefort als Chefarzt des Hospice de la Charité an, wo er einige weitgehende Reformen einleitet und ein eisernes Regiment führt.

Durch die Französische Revolution (1792) wird die Lehrtätigkeit in der Medizin aufgehoben und es kommt zu einer Zunahme von Scharlatanen. Ende 1794 werden dann doch wieder zunehmend geregelte Studiengänge eingerichtet. 1795 wird die neue Ecole de Santé in Paris gegründet und Corvisart wird der Stuhl der Inneren Medizin übertragen. Innerhalb kurzer Zeit wird die Pariser Schule zu einer der bedeutendsten in Europa.

Sein Hauptinteresse gilt der Kardiologie, er verfeinert die entsprechende Diagnostik, so zum Beispiel die Herz-Auskultation. Auch in seiner Lehrtätigkeit legt er auf eine systematische und sorgfältige, alle Sinne einsetzende Untersuchung großen Wert.

In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts gewinnt er das Vertrauen von Napoléon und Joséphine und wird ab 1804 zu seinem Leibarzt. Napoleon ist von seiner ruhigen Art und von seiner sicheren Diagnostik fasziniert und soll folgendes Zitat gemacht haben: „Ich glaube nicht an die Medizin, ich glaube aber an Corvisart“. Er ernennt ihn auch zum Ritter der erst zwei Jahre zuvor ins Leben gerufenen Ehrenlegion (1804). Corvisart begleitet Napoleon 1805 nach Italien und 1809 nach Österreich. Er behandelt auch Joséphine, die immer mehr nach den von ihm verschriebenen Pillen verlangt. Er gibt ihr deshalb ein Placebo: Weißbrotkügelchen in Silberpapier verpackt.

Eines seiner bedeutendsten Werke ist die Arbeit Essai sur les maladies et les lésions organiques du cœur et des gros vaisseaux (über die Krankheiten und organischen Läsionen des Herzen und der großen Gefäße), welche 1806 erschien. 1808 übersetzt er Leopold Auenbruggers Buch über die Perkussion und verhilft dieser Arbeit damit zu großem Ruhm.

Er stirbt am 18. September 1821 in Courbevoie bei Paris nach mehreren Hirnschlägen, nur wenige Monate nach dem Tod Napoleons auf Sankt Helena.