Jean-Philippe Baratier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jean-Philippe Baratier zwischen 1730–35 gemalt von Antoine Pesne

Jean-Philippe Baratier (auch Johann Philipp Baratier; * 19. Januar 1721 in Schwabach; † 5. Oktober 1740 in Halle (Saale)) war ein Wunderkind und Sprachgenie. Er war Mathematiker, Historiker und Orientalist und galt als enzyklopädisches Genie, das Schriften auf zahlreichen Gebieten veröffentlichte.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Jean-Philippe Baratier war der Sohn von François Baratier (1682–1751), des hugenottischen Pastors der Französischen Kirche von Schwabach. Mit 4 Jahren sprach er bereits Deutsch und Französisch, mit 5 beherrschte er Latein, mit 7 Griechisch und Hebräisch. Er beschäftigte sich mit Büchern der Rabbiner und der Geisteswissenschaft, worüber er im Alter von 10 Jahren mehrere Werke verfasste.

Er studierte Mathematik und Astrologie und entdeckte selbstständig einige Rechenwege. Er fand eine Methode zur Bestimmung des Längengrades im Meer. Im Alter von 14 wurde er dafür Mitglied der Berliner Akademie.

Baratier verfasste gleichzeitig eine Studie zum öffentlichen Recht, der Literatur und der Antike und hat diese auch gleich ins Lateinische, Hebräische und Französische übersetzt. 1738 wurde er von der Académie des sciences in Paris aufgenommen.

Baratier starb 1740 im Alter von 19 Jahren an Krebs. Sein Leben wurde 1755 von Johann Heinrich Samuel Formey festgehalten.

Werke[Bearbeiten]

  1. Une édition de l’Itinéraire de Benjamin de Tudèle, 1735
  2. Epistola de Bibliis Ebraico chaldaicis, a Judais Amstelodamensibus editis. In: Journal Bibliotheque Germanique Tom. XXVI
  3. Epistola, qua opusculum Athanasio perperam tributum Hegefippo vindicatur. In: Journal Bibliotheque Germanique Tom. XXXIII
  4. Commentario de ordine, quem quem Romani in proconsularibus tribuendis observarunt. In: Journal Bibliotheque Germanique Tom. XLV
  5. Dissertatio de Theodoreto, qua Triuultiensibus respondentur. In: Journal Bibliotheque Germanique Tom. XLVIII
  6. Disquisitio chronologica de successione antiquissima episcoporum Romanorum, inde a Retro usque ad Victorem. Vltrajeckt, 1740 4t. Cum quatuor dissertationibus duabus de constitutionibus apostolicis dictis, una de seriptis Dionysii pseud-areopagitae, et ultima de annis Agrippae junioris, Judaeorum regis. 1740
  7. Defense de la monarchie Sicilienne, traduit de l’Allemand de Mr. J. P. De Ludewig, par J. Ph. Baratier, qui a ajoute une histoire abregee de la controverse entre la Pape Clement XI et les Rois des deux Siciles. Halle 1738
  8. Victoria de Germ. In: Hallische Anzeigen. 1739 Nr. 7 und 10
  9. Joh. Phil. Baraterii Anti-Artemonius seu Initium evangelii Sancti Johannis .... Nürnberg 1735

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Henri-Samuel Formey: La Vie de M. Jean-Philippe Baratie. Frankfurt am Main / Leipzig 1755.
  • Johann Christoph von Dreyhaupt: Pagus Neletizi et Nudzici, oder ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Herzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Kreyses und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter, Rittergüter, adelichen Familien, Kirchen, Clöster, Pfarren und Dörffer, insonderheit der Städte Halle, Neumarckt, Glaucha, Wettin, Löbegün, Cönnern und Alsleben; aus Actis publicis und glaubwürdigen … Nachrichten mit Fleiß zusammengetragen, mit vielen ungedruckten Dacumenten bestärcket, mit Kupferstichen und Abrissen gezieret, und mit den nöthigen Registern versehen. Emanuel Schneider, Halle 1749/50.
  • Baratier, Johann Philipp. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Supplement 2, Leipzig 1751, Spalte 1463–1468.
  • Baratier im Brockhaus 1809 bei Zeno.org

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean-Philippe Baratier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien