Jean-Pierre Abel-Rémusat

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Jean-Pierre Abel-Rémusat
Titelseite des Buches Iu-kiao-li, ou les deux cousines

Jean-Pierre Abel-Rémusat (* 5. September 1788 in Paris; † 4. Juni 1832 in Paris) war ein französischer Sinologe und Bibliothekar.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem er zunächst als Arzt tätig war, erlernte er klassisches Chinesisch und veröffentlichte 1811 einen "Essay über die chinesische Sprache und Literatur" (Essai sur la langue et la littérature chinoises). 1814 wurde er zum Professor am Collège de France ernannt, wo er den neu geschaffenen Lehrstuhl für chinesische und tatarisch-mandschurische Sprachen und Literatur innehatte. 1815 wurde er Mitglied der Académie des inscriptions et belles-lettres. 1824 wurde er Konservator der französischen Nationalbibliothek und übernahm dort 1832 die Position des Président du Conservatoire. 1822 war er Mitbegründer der Asiatischen Gesellschaft und amtierte bis zu seinem Tod als deren Sekretär. Zudem erteilte er Kurse an der Schule für orientalische Sprachen, welche der Nationalbibliothek angeschlossen war. Im Frühling 1832 wurde er Opfer der europäischen Choleraepidemie.

Bekannt geworden ist er durch die Veröffentlichung eines chinesischen Romans Iu-kiao-li, ou les deux cousines, roman chinois (玉嬌梨), der von Thomas Carlyle, Ralph Waldo Emerson, Goethe und Stendhal gelesen wurde. Von Bedeutung ist auch seine Korrespondenz mit Wilhelm von Humboldt über die Bedeutung der Wortstellung im Chinesischen. Abel-Rémusat befasste sich auch mit japanischer Sprache und Geschichte. 1820 veröffentlichte er ein postumes Werk des Niederländers Isaac Titsingh über das Shogunat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Walravens: Zur Geschichte der Ostasienwissenschaften in Europa. Abel Rémusat (1788–1832) und das Umfeld Julius Klaproths (1783–1835) (= Orientalistik-Bibliographien und Dokumentationen 5). Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04144-7.

Weblinks[Bearbeiten]