Jean-Pierre Faye

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Jean-Pierre Faye (2002)

Jean Pierre Faye (* 19. Juli 1925) ist ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Literaturhistoriker. Er ist Mitbegründer der Zeitschrift Tel Quel.

Fayes Hauptinteresse gilt der Theorie der Narration. Ein Narrativ ist in seinen Augen dadurch gekennzeichnet, dass es intern auf die Unterscheidung wahr/falsch verzichtet, jedoch gegenüber anderen Narrativen einen Ausschlusscharakter besitzt: jedes Narrativ behauptet zugleich die Unrichtigkeit aller anderen Narrative. Das Verhältnis von sprachlich verfasster Geschichte und historischer Wahrheit gehört zu den Grundproblemen seiner Arbeiten.

Sein bekanntestes wissenschaftliches Werk ist Langages totalitaires. Critique de la raison / économie narrative (1972) (dt. Totalitäre Sprachen, 1977), eine minutiöse Analyse der ideologischen Bewegungen im Deutschland der Weimarer Republik. In Le piège schildert er das politische Verhalten Martin Heideggers im Dritten Reich. Es ist seine These, dass Heideggers Werk seit 1934 keineswegs von 'innerer Emigration' und implizitem Widerstand gegen das NS-Regime, sondern lediglich durch die ideelle Abgrenzung von anderen Fachkollegen geprägt war. Nach 1945 habe Heidegger die Abstraktheit seiner Schriften genutzt, um sie in der Öffentlichkeit so darzustellen, als seien sie von innerem Widerstand gegen die Diktatur geprägt, während sie in Wahrheit lediglich einen Konflikt mit Kollegen abbildeten.

Fayes schriftstellerisches Werk, das von William Faulkner geprägt ist, umfasst vor allen Dingen Erzählungen: so befassen sich La Cassure und Battement mit dem Algerienkrieg. Für den Roman L'Écluse, der den Kalten Krieg behandelt, erhielt Faye 1964 den "Prix Renaudot". Faye schrieb auch das Libretto zu einer Kammeroper von Juan Allende-Blin.

Nach seinem Rückzug von Tel Quel im Jahr 1967 gründete Faye die Zeitschrift Change zusammen mit Jacques Roubaud.

Bibliographie[Bearbeiten]

Poetische Werke[Bearbeiten]

  • L'Écluse (1964)
  • Couleurs pliées (1965)
  • L'Hexagramme (1970)
  • Verres (1977)
  • Le livre de lioube (1992)
  • La grande nap (1992)
  • Didjla, le tigre (1994)
  • Guerre trouvée (1997)

Wissenschaftliche und essayistische Werke[Bearbeiten]

  • Théorie du récit (1972)
  • Langages totalitaires (1972)
  • Migrations du récit sur le peuple juif (1974)
  • Le Dictionnaire politique portatif en cinq mots (1982)
  • La raison narrative (1990)
  • L' Europe une (1992)
  • La déraison antisémite et son langage (1993)
  • Le piège. La philosophie heideggerienne et le nazisme Balland 1994 ISBN 2715810598
  • Le langage meurtrier (1996)
  • Le livre du vrai (1998)
  • Nietzsche et Salomé: la philosophie dangereuse (2000)

In deutscher Übersetzung (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Schleuse (1967)
  • Totalitäre Sprachen (Zwei Bände, 1977)

Weblinks[Bearbeiten]