Jean-Pierre Papin

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Jean-Pierre Papin

Jean-Pierre Papin im Jahre 2012

Spielerinformationen
Geburtstag 5. November 1963
Geburtsort Boulogne-sur-MerFrankreich
Größe 176 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1971–1977
1977–1979
1979–1981
1981–1983
US Jeumont
Trith St Léger 59
Valenciennes FC
INF Vichy
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1980–1981
1983–1984
1984–1985
1985–1986
1986–1992
1992–1994
1994–1996
1996–1998
1998
1999
2001–2004
2004–2006
2009
Valenciennes B
INF Vichy
Valenciennes FC
FC Brügge
Olympique Marseille
AC Mailand
FC Bayern München
Girondins Bordeaux
En Avant Guingamp
JS Saint-Pierroise
US Cap-Ferret
FC Bassin d'Arcachon
AS Facture Biganos Boïen
1 00(0)
49 0(13)
33 0(15)
31 0(20)
215 (134)
40 0(18)
27 00(3)
55 0(22)
10 00(3)
12 00(1)
57 00(?)
[1]3 00(0)
3 00(3)
Nationalmannschaft
1986–1995 Frankreich 54 0(30)
Stationen als Trainer
2004–2006
2006–2007
2007−2008
2009−2010
FC Bassin d'Arcachon
Racing Strasbourg
Racing Lens
LB Châteauroux
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jean-Pierre Papin (* 5. November 1963 in Boulogne-sur-Mer) ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler und aktueller -trainer.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Papin, in Frankreich meist kurz „JiPéPé“ genannt, wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Großmutter auf und trat mit 6 Jahren bereits einem Fußballverein bei. Einen Vorvertrag erhielt er von US Valenciennes, die ihn ab 1981 auf ein Fußballinternat nach Vichy schickte. Bereits in seiner ersten Saison (1984/85) bei US Valenciennes in der Division 2 schoss der bullige Mittelstürmer 15 Tore. Danach wechselte er zum FC Brügge nach Belgien und war auch dort erfolgreicher Torschütze, häufiger noch bei Olympique Marseille, für den er von 1987/88 bis 1991/92 fünfmal in Folge zum erfolgreichsten Torschützen der Division 1 avancierte. Damit hatte er maßgeblichen Anteil an den vier Meistertiteln und dem Landespokalgewinn seines Vereins. 1991 wurde er außerdem zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.

Nach zwei Spielzeiten in Italien für den Erstligisten AC Mailand wechselte er zur Saison 1994/95 in die Bundesliga zum FC Bayern München, wo er zusammen mit dem Bulgaren Emil Kostadinov den Sturm verstärken sollte. Er gab seinen Einstand am 20. August 1994 (1. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen den VfL Bochum; sein erstes Tor erzielte er am 12. November 1994 (13. Spieltag) beim 2:0-Sieg im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 - sechs Minuten nach seiner Einwechslung. In der Folgesaison kam er auf 20 Ligaeinsätze und erzielte zwei Tore. Sein Treffer zum 1:0 beim 2:0 Bundesligasieg im Olympiastadion gegen KFC Uerdingen 05 im August 1995 wurde zum Tor des Monats erkoren. Des Weiteren kam er zu drei Einsätzen im DFB-Pokal und neun in den europäischen Pokalwettbewerben. Höhepunkt war der Gewinn des UEFA-Pokals 1996 in zwei Endspielen gegen Girondins Bordeaux. Seinen Zenit hatte er da allerdings schon überschritten, und so wurde er auch nicht mehr für die Fußball-Europameisterschaft 1996 in England nominiert.

Danach spielte er noch zwei Jahre beim französischen Erstligisten Girondins Bordeaux sowie ein Jahr in der Division 2 bei EA Guingamp. Von Januar bis Dezember 1999 war er für JS Saint-Pierroise in Saint-Pierre auf Réunion aktiv und wechselte 2004 als Spielertrainer zum FC Bassin d’Arcachon, wo er bis 2006 arbeitete.

Im Januar 2009 wurde bekannt, dass der 45-Jährige bei der AS Facture Biganos Boïen, einem unterklassigen Amateurverein in Frankreichs Südwesten, wieder als Spieler aktiv werden wolle; er habe dort seine Spielberechtigung unterzeichnet, gab der Präsident des Vereins bekannt. Papins Comeback sei „aus Freundschaft zu unserem Trainer Thierry Castets“ erfolgt.[2]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Papin wurde zwischen Februar 1986 und Januar 1995 54-mal in die Équipe Tricolore berufen und erzielte dort 30 Tore; in elf Begegnungen war er deren Mannschaftskapitän. Er debütierte am 26. Februar 1986 in Paris in einem Test-Länderspiel gegen die Nordirland das torlos endete. Sein erstes Länderspieltor, erzielt am 1. Juni 1986 in León im ersten WM-Gruppenspiel, war zugleich der 1:0-Siegtreffer gegen Kanada.

Er nahm an der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko teil, wurde in den Vorrundenspielen und im Spiel um Platz 3 eingesetzt und erzielte zwei Treffer. Noch enttäuschender für ihn verlief die Europameisterschaft 1992 in Schweden: sieglos und mit lediglich zwei von ihm erzielten Toren schieden Les Bleus nach der Vorrunde aus. Sein letztes Länderspiel bestritt er am 18. Januar 1995 in Utrecht gegen die Niederlande, das mit 1:0 gewonnen wurde.

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Papin ist nach seiner aktiven Zeit dem Fußballsport als Trainer treu geblieben. Von 2004 bis 2006 betreute er in dieser neuen Rolle den Fünftdivisionär FC Bassin d'Arcachon. In der Spielzeit 2006/07 trainierte er den Erstligaabsteiger Racing Strasbourg und schaffte mit den Elsässern prompt den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse. Dennoch wurde sein Vertragsverhältnis auf der Meinau im Juni 2007 vorzeitig beendet. Von August 2007 bis Mai 2008 war er Nachfolger des zurückgetretenen Guy Roux bei Racing Lens, der am Saisonende aus der Ligue1 absteigen musste.

Ab dem 29. Dezember 2009 trainierte er den Zweitligisten LB Châteauroux; nachdem die Mannschaft im Sommer 2010 als Tabellen-16. nur knapp dem Abstieg entgangen war, wurde Papins Vertrag nicht verlängert. Jean-Pierre Papin wurde im Juni 2010 von Didier Tholot als Trainer abgelöst.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

FC Brügge (1985–1986)
Olympique Marseille (1986–1992)
AC Mailand (1992–1994)
FC Bayern München (1994–1996)

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Persönliche Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean-Pierre Papin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise & Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Einsatzdaten nur von der Spielzeit 2005/06
  2. Jean-Pierre Papin rechausse les crampons, Meldung auf der Website der FIFA
  3. Torschütze des Monats August 1995