Jean Arthuis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jean Arthuis (* 7. Oktober 1944 Saint-Martin-du-Bois im Département Maine-et-Loire) ist ein französischer Zentrumspolitiker.

Jean Arthuis (2007)

Karriere[Bearbeiten]

Arthuis wurde 1971 Bürgermeister von Château-Gontier in der Mayenne. 1976 wurde er Mitglied, 1982 stellvertretender Präsident des Départementsrates (conseil général) der Mayenne. Er war Mitglied der unter Staatspräsident Giscard d’Estaing gegründeten und damals noch als lockeres Bündnis zentristischer Kleinparteien organisierten UDF.

1983 wurde er Senator der Mayenne, 1986 Staatssekretär im Arbeitsministerium und 1987 im Wirtschafts- und Finanzministeriums in der UDF-RPR (Rassemblement pour la République)-Regierung von Jacques Chirac. Nach der Niederlage des bürgerlichen Lagers 1988 beschränkte er sich zunächst wieder auf Lokalpolitik. Ab 1992 war er Präsident des Conseil Général de la Mayenne. Nach der Wahl Jacques Chiracs als Staatspräsident 1995 kehrte er zur Nationalpolitik zurück und wurde zuerst Minister für Planung und wirtschaftliche Entwicklung, dann ab August 1995 Wirtschafts- und Finanzminister bis zur Rückkehr der Sozialisten an die Macht 1997. 1998 wurde er Fraktionsvorsitzender der UDF im Senat nach der Spaltung der liberalkonservativen Parteirechten unter Alain Madelin. Ab 2002 war er Vorsitzender des Finanzausschusses im Senat.

Nach einer langen Karriere als Vertreter der christlich-sozialen bzw. sozial-liberalen Tendenzen der UDF geriet Arthuis in Skepsis gegenüber der Strategie seines Chefs François Bayrou, der sich 2007 für den Bruch der Allianz mit dem liberalkonservativen Lager (UMP) entschied. Er trat aber nicht dem Nouveau Centre bei, das die Regierung von Nicolas Sarkozy unterstützte, sondern blieb UDF-Mitglied bis zu deren Auflösung innerhalb der Mouvement démocrate, deren Gründung er 2008 als ein Scheitern beschrieb. Seither arbeitete er mit seinem Club „Rassembler les Centristes“ (Die Zentristen versammeln) und seiner Kleinpartei „Alliance Centriste“ (Zentristische Allianz) an einer Wiedervereinigung der politischen Mitte Frankreichs nach dem Vorbild der UDF. So war er auch 2012 an der Gründung der Union des démocrates et indépendants beteiligt, die genau jenes Ziel verfolgt.

Bei der Europawahl 2014 wurde Arthuis ins Europäische Parlament gewählt.

Weblinks[Bearbeiten]