Jean Baptiste Joseph Gobel

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Jean Baptiste Joseph Gobel (* 1. September 1727 in Thann; † 13. April 1794 in Paris) war ein Bischof von Paris.

Jean Baptiste Joseph Gobel

Leben[Bearbeiten]

Jean Baptiste Joseph Gobel (eigentlich Göbel) wurde im Collegium Germanicum zu Rom erzogen und am 19. Dezember 1750 in Basel zum Priester geweiht. Er war Kanonikus von Porrentruy (Schweiz) und wurde am 29. Februar 1772 zum Weihbischof in Basel und gleichzeitig zum Titularbischof von Lydda bestellt. Die Bischofsweihe erhielt er durch den Bischof von Lausanne, Joseph-Nicolas de Montenach. Er war Vertreter des Bischofs von Basel für den französischen Teil der Diözese.

Bischof Gobel in den Wirren der Revolution[Bearbeiten]

1789 wurde Gobel als Deputierter der Geistlichkeit in Belfort zu den Generalständen geschickt und befreundete sich hier bald so sehr mit den konstitutionellen Ideen, dass ihm von der Nationalversammlung die drei neuen Bistümer Paris, Obermarne und Oberrhein zugleich übertragen wurden.

Am 7. November 1793 entsagte er mit 14 seiner Vikare dem geistlichen Amt, was als Abschwörung des Christentums ausgelegt wurde. Er erklärte das damit, dass es seit dem glücklichen Ausgang der Revolution für einen anderer Nationalkult als den der Freiheit und Gleichheit kein Bedürfnis mehr bestehe.

Während der Revolution in Frankreich wurde auf Betreiben Maximilien de Robespierres in den Jahren 1793 und 1794 versucht, die herkömmliche Religion durch den Kult einer allegorischen Göttin der Vernunft zu ersetzen. Bei den ersten Feierlichkeiten verkörperte eine Schauspielerin diese Göttin in der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Mit dem Ende der Herrschaft der Jakobiner scheiterte dieser Versuch eines atheistischen Staatskultes.

Solange in der Kathedrale nicht mehr der christliche Gott, sondern die Göttin der Vernunft angebetet wurde, beteiligte sich Gobel an diesem Kult. Zuletzt ging der Fortschritt auch über ihn hinweg. Gegen Ende der Terrorherrschaft von Robespierre galt der Atheismus plötzlich wieder als Verbrechen.[1] So wurde der ehemalige Erzbischof als Atheist mit Pierre Gaspard Chaumette zugleich verhaftet und 13. April 1794 guillotiniert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Joseph Ratzinger: Glaube und Zukunft. Kösel Verlag, München 1970, Neuausgabe 2007, ISBN 978-3-466-36753-5, S. 141f.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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