Jean Bricmont

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Jean Bricmont (* 12. April 1952 in Uccle) ist ein belgischer mathematischer Physiker, Hochschullehrer und Publizist. Er ist Professor für theoretische Physik an der Katholischen Universität Löwen.

Jean Bricmont, Paris 2010

Leben[Bearbeiten]

Bricmont wurde 1977 bei Jean-Pierre Antoine an der Katholischen Universität Löwen promoviert (Les inégalités de corrélation et leurs applications aux systèmes de spins classique)[1] Danach forschte er an der Rutgers University und lehrte an der Princeton University. Er ist Professor für theoretische Physik an der Katholischen Universität Löwen.

Er arbeitete über die Anwendung von Renormierungsgruppenmethoden in Wahrscheinlichkeit, nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen und dynamischen Systemen, häufig in Zusammenarbeit mit Antti Kupiainen (siehe dort).

Er ist vor allem im Rahmen der Sokal-Affäre bekannt als Autor von Impostures Intellectuelles mit Alan Sokal 1997 (englisch Fashionable Nonsense). Außerdem ist er als politischer Intellektueller bekannt, der mit Noam Chomsky zusammenarbeitete und diesen auch 2001 in der französischen Presse (Le Monde Diplomatique) verteidigte, als dieser für sein Eintreten für die Redefreiheit des Holocaust-Leugners Robert Faurisson heftig kritisiert wurde. Eine ähnliche Haltung nimmt auch Bricmont ein, der sich außerdem gegen ein von der französischen Nationalversammlung verabschiedetes (aber bisher nicht ratifiziertes) Gesetz (Loi Gayssot) wandte, das Leugnen von Genoziden unter Strafe stellt (siehe Negationismus). Bricmont schrieb Vorworte zu französischen Ausgaben von Büchern von Chomsky und Norman Finkelstein, Diana Johnstone (einer US-amerikanischen, in Frankreich lebenden Journalistin, die die Genozid der Serben an Bosniern in Srebrenica bezweifelt) und Gilad Atzmon.

In seinem Buch Humanitarian Imperialism kritisiert er die USA und ihre westlichen Verbündeten, unter dem Vorwand der Verteidigung von Menschenrechten zum Beispiel in Jugoslawien, Afghanistan und Irak imperialistische Ziele zu verfolgen.

Er ist Mitglied der Königlich Belgischen Akademie der Wissenschaften. 2002 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Peking (Ergodicity and mixing of stochastic partial differential equations).

2001 bis 2006 war er Präsident der Association française pour l'information scientifique (AFIS), einer 1968 gegründeten französischen Gesellschaft gegen Pseudowissenschaften.

Schriften[Bearbeiten]

  • Impérialisme humanitaire. Droits de l’homme, droit d’ingérence, droit du plus fort ?, éditions Aden 2005, 2. Auflage 2009 (englisch: Humanitarian Imperialism: Using Human Rights to Sell War, Monthly Review Press 2007, übersetzt von Diana Johnstone)
  • mit Sokal Eleganter Unsinn, München, C. H. Beck 1999
  • mit Régis Debray À l'ombre des lumières: Débat entre un philosophe et un scientifique, Odile Jacob, Collection Sciences, 2003.
  • mit Julie Franck Chomsky, les cahier de l'Herne, 2007
  • mit Hervé Zwirn Philosophie de la mécanique quantique, Vuibert, 2009
  • mit Noam Chomsky Raison contre pouvoir. Le pari de Pascal, L'Herne, Carnets, 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathematics Genealogy Project