Jean François-Poncet

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Jean François-Poncet (* 8. Dezember 1928 in Paris; † 18. Juli 2012 ebenda[1]) war ein französischer Diplomat und Politiker. Er war der Sohn von André François-Poncet und der Schwager von François Missoffe.

Leben[Bearbeiten]

Studium und diplomatische Laufbahn[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie Abschluss an der École nationale d’administration (ENA) trat er in den diplomatischen Dienst ein. Zunächst wurde er 1955 Botschaftssekretär. Später folgten Verwendungen als Büroleiter des Staatssekretärs im Außenministerium sowie als Generalsekretär der französischen Delegation bei Verhandlungen zu einem gemeinsamen Markt innerhalb der damaligen Europäischen Gemeinschaften sowie zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaften (EURATOM).

Anschließend war er Unterabteilungsleiter für Europäische Organisationen am Quai d’Orsay sowie Leiter einer Mission zur technischen Unterstützung in Marokko. Zuletzt war er Botschaftsrat an der Botschaft in Persien.

1970 verließ François-Poncet den diplomatischen Dienst und war in den folgenden sechs Jahren Direktor bei dem führenden französischen Hersteller von Metallverpackungen, der Aktiengesellschaft Carnaud SA.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Aufstieg zum Außenminister[Bearbeiten]

Im Januar 1976 kehrte er in den Regierungsdienst zurück und wurde zunächst zum Staatssekretär des Außenministers Jean Sauvagnargues im ersten Kabinett von Jacques Chirac berufen. Bereits im August 1976 wurde er dann Generalsekretär des damaligen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing im Élysée-Palast.

Am 29. November 1978 wurde er zum Nachfolger von Louis de Guiringaud als Außenminister in das Kabinett von Raymond Barre berufen. Dieses Amt übte er bis zur Wahlniederlage der Union pour la démocratie française am 13. Mai 1981 aus. Ferner war er als Außenminister im ersten Halbjahr 1979 auch Präsident des Rats der Europäischen Union.

Senator[Bearbeiten]

Bereits 1978 wurde François-Poncet erstmals zum Präsidenten des Generalrats (Conseil général) des Départements Lot-et-Garonne gewählt. Dieses Amt übte er bis 1994 und dann erneut von 1998 bis 2004 aus.

1983 wurde er für das Rassemblement Démocratique et Européen (RDE), das heute dem Parteienbündnis Union pour un mouvement populaire (UMP) angehört, erstmals zum Senator gewählt. In diesem Amt wurde er 1992 sowie 2001 bestätigt. Als Senator war er zum einen Vizepräsident des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Streitkräfte sowie Vizepräsident der Europadelegation des Senats.

Darüber hinaus war er seit 1991 Präsident des Mouvement Européen-France (ME-F), des französischen Zweigs der Europabewegung. Daneben verfasste er auch mehrere Artikel zu politischen Themen.

Werk[Bearbeiten]

  • Quay d’Orsay 37. Erinnerungen und Betrachtungen für heute und morgen. Aus dem Französischen von Hermann Kusterer, Bouvier Verlag, Bonn 2010, ISBN 978-3-416-03292-6.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Décès de l'ancien ministre Jean François-Poncet. Abgerufen am 19. Juli 2012 (französisch).