Jean Kahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jean Kahn (1995)

Jean Kahn (* 17. Mai 1929 in Straßburg; † 18. August 2013 ebenda) war ein französischer Rechtsanwalt und Menschenrechtler. Er war von 1991 bis 1995 Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses.

Leben[Bearbeiten]

Kahn war in der Jugend Mitglied der jüdischen Pfadfinder. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Straßburg. Nach dem Promotion wurde er 1953 als Rechtsanwalt zugelassen. Vor Gericht bestritt er Prozesse gegen u.a. Jean-Marie Le Pen, Vorsitzender der rechtspopulistischen/rechtsextremen Front National. Danach war er im familieneigenen Textilunternehmen tätig.

1969 wurde er als Funktionär in der jüdischen Gemeinde in Straßburg aktiv und übernahm später Aufgaben im Département Bas-Rhin. Von 1989 bis 1995 war er Präsident des Conseil représentatif des institutions juives de France. Von 1991 bis 1995 war er auch Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) und Vizepräsident des World Jewish Congress. Von 1995 bis 2008 stand er dem Consistoire central israélite vor.

Anfang der 1990er Jahre war er als Vermittler im ehemaligen Jugoslawien aktiv und engagierte sich als Menschenrechtsaktivist gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.[1] Er war u.a. Präsident der französischen Regierungsorganisation Commission nationale consultative des droits de l'homme.

Kahn war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Prix Jean-Kahn[Bearbeiten]

Ihm zu Ehren vergibt die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit seit 2003 den Prix Jean-Kahn gegen Rassismus und Diskriminierung in Europa.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean Kahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Former French Jewish leader Jean Kahn dies at 84, World Jewish Congress, 19. August 2013.