Jean Leguay

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jean Leguay (* 29. November 1909 in Chevreuse; † 5. Juli 1989) war ein hochrangiger französischer Beamter, der im Zweiten Weltkrieg während der deutschen Besetzung Frankreichs an der Deportation der Juden in Frankreich beteiligt war.

Leben[Bearbeiten]

Leguay war von April 1942 bis Ende 1943 Präfekt und Delegierter des Generalsekretärs der Polizei der Vichy-Regierung in der besetzten Zone, als solcher war er der Stellvertreter René Bousquets. Er war an der Organisation der Judenrazzien im besetzten Gebiet Frankreichs beteiligt und Verhandlungspartner der deutschen SS-Offiziere in Frankreich.

Nach dem Krieg war Leguay Industrieller in den USA und später Präsident verschiedener chemischer und pharmazeutischer Unternehmen in Großbritannien und Frankreich.

1979 wurde Anklage gegen ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für seine Rolle in der Organisation der Rafle du Vélodrome d’Hiver am 16. und 17. Juli 1942 erhoben. Da der Prozess zehn Jahre lang verzögert wurde, starb Leguay vor Prozessbeginn.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]