Jean Martin

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Jean Martin (* 6. März 1922 in Paris; † 2. Februar 2009 ebenda) war ein französischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Martin diente während des Zweiten Weltkrieges in der französischen Résistance und später als Fallschirmjäger in Indochina. Als Schauspieler war er sowohl auf der Bühne (so früh in Warten auf Godot und Endspiel) wie in Filmen zu sehen, wo er seine wohl bekannteste Rolle als Colonel Mathieu in Schlacht um Algier hatte. In Der Schakal war er 1973 als Bösewicht besetzt. Daneben spielte er in den Nobody-Filmen mit Terence Hill bedeutende Nebenrollen.

Seine Filmkarriere begann 1943 mit einer Rolle in dem Film Cécile est morte unter der Regie von Maurice Tourneur. Sie umfasste Arbeiten mit Jacques Rivette (Paris nous appartient, 1960), Alain Resnais (Je t'aime, je t'aime, 1968) und Otto Preminger (Unternehmen Rosebud, 1975).

Als Theaterschauspieler wurde er bekannt in der Rolle des Lucky in Warten auf Godot. Er spielte diese Rolle 1953 in der ersten Inszenierung des Stücks am Théâtre de France-Odéon, in einer laut übereinstimmendem Kritikerurteil intensiven, erschütternden Interpretation.[1] 1970 übernahm er erneut eine Rolle in einem Beckett-Stück, in La Dernière Bande, unter der Regie von Beckett selbst.

Zeit seines Lebens war er politisch auf dem linken Flügel aktiv. Er war einer der Unterzeichner des auf dem Manifest der 121 gegen den Algerienkrieg, das am 6. September 1960 in der Zeitschrift Verité-Liberté erschien. In diesem Manifest wurde das Recht zur Auflehnung (droit à l'insoumission) im Algerienkrieg postuliert. Wie andere Unterzeichner des Manifests wurde er auf eine Schwarze Liste gesetzt und durfte nicht mehr im Radio und im Fernsehen auftreten.[1]

In den 1980er-Jahren war er ein häufiger Gast der Kindersendungen von Récré A2.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Brigitte Salino: Jean Martin, Le Monde, 9. Februar 2009, S. 25

Weblinks[Bearbeiten]