Jean Maximilien Lamarque

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General Jean Maximilien Lamarque
Lamarque Statue in Saint-Sever

Jean Maximilien Lamarque (* 22. Juli 1770 in Saint-Sever; † 1. Juni 1832 in Paris) war ein französischer General während der Napoleonischen Kriege und später ein Mitglied des Französischen Parlaments. Er war ein Gegner des Ancien Régime und engagierte sich für die Unterdrückung von Bourbonen und Legitimisten. Die bei seinem Begräbnis entstandenen Unruhen dienten dem Schriftsteller Victor Hugo als Vorlage für die Aufstände in seinem Werk Les Misérables.

Leben[Bearbeiten]

Lamarque trat auf Anregung seines Vaters 1791 dem Militär bei. Während des Pyrenäenfeldzugs 1793 wurde er zum Géneral de brigade befördert, diente danach in Italien unter Eugène de Beauharnais und am Rhein und zeichnete sich 1800 in der Schlacht bei Hohenlinden aus. Nach dem Frieden von Lunéville befehligte er in Spanien unter Leclerc und wohnte hierauf dem Feldzug von 1805 in Österreich bei. Nach dem Frieden erhielt er den Auftrag, Joseph Bonaparte nach Neapel zu begleiten, und wurde dessen Adjutant und Generalstabschef. 1810 wurde er zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt, diente 1812 in Russland und anschließend bis zum Sturz Napoleons in Spanien.

Als Napoléon 1814 nach Elba verbannt wurde, blieb er diesem treu und trat während der ersten Restauration außer Dienst. Nach Napoléons Rückkehr übernahm er ein Kommando an der belgischen Grenze. Nach der Schlacht von Waterloo und der erneuten Machtergreifung der Bourbonen kam er auf eine Liste der Geächteten und musste ins Exil nach Belgien gehen. Erst im November 1818 erhielt er die Erlaubnis zur Rückkehr nach Frankreich. Er wurde politisch aktiv und legte eine Reihe von Schriften vor, die Vorschläge zur Reorganisation des Heeres enthielten, die jedoch ohne Erfolg blieben. 1828 wurde er zum Mitglied der Abgeordnetenkammer ernannt und repräsentierte das Département Landes.

Lamarque starb am 1. Juni 1832 während einer Epidemie an der Cholera. Am 5. Juni kam es bei seinem Begräbnis, an dem 200.000 Menschen teilnahmen, zu einer Demonstration der demokratischen Opposition gegen die Julimonarchie, die blutige aber kurzlebige Aufstände verursachte.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 36. Spalte eingetragen.

Schriften[Bearbeiten]

  • Nécessité d’une armée permanente, etc., Paris, 1820
  • De l’esprit militaire en France, 1826
  • Souvenirs, mémoires et lettres, Brüssel, 1835, 3 Bände