Jean Sérurier

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Jean Sérurier

Jean-Mathieu-Philibert Sérurier (* 8. Dezember 1742 in Laon, Frankreich; † 21. Dezember 1819 in Paris, Frankreich) war ein französischer Revolutionsgeneral, Marschall und Pair von Frankreich.

Leben[Bearbeiten]

Mit 13 als Leutnant in die Miliz eingetreten, diente Sérurier 34 Jahre lang u. a. in Hannover, Portugal und auf Korsika. Im Siebenjährigen Krieg wurde er in der Schlacht bei Warburg 1760 verletzt. Zur Zeit der Revolution war er Kapitän, diente 1793 in der italienischen Armee unter General Biron und nahm an den Feldzügen dort teil. Am 22. August 1793 wurde er Brigade-, am 13. Juni 1795 Divisionsgeneral.

Unter Napoléon, der am 27. März 1796 den Oberbefehl in Italien erhielt, zeigte er große Taten, sodass Napoléon sagte: „Ihm verdanken wir den Sieg bei Mondovi am 22. April.“ Sérurier war maßgeblich an der Belagerung Mantuas beteiligt und schloss Wurmsers Kapitulation am 2. Februar 1796 ab. Nach weiter erfolgreichen Schlachten besetzte er Graz, tat sich in der Schlacht bei Arcola so hervor, dass Napoléon ihn im Armeebefehl nannte und ihm die Ehre zuteilwerden ließ, 22 erbeutete Fahnen nach Paris zum Direktorium zu bringen. Zurück erhielt er das Oberkommando über die venetianischen Provinzen.

Am 24. September 1798 wurde Sérurier Generalinspekteur der Infanterie und vertrieb 1799 die Engländer und Neapolitaner von Livorno. In den weiteren Auseinandersetzungen wurde er allerdings von den Russen unter Suworow gefangen genommen. Zurück in Paris gehörte er in die erste Reihe derer, die Napoléon maßgeblich beim Staatsstreich vom 18. Brumaire unterstützen. Er war der Kommandant der Truppen in St. Cloud, wohin sich der Rat der Fünfhundert begeben hatte und die infolge der Ereignisse den Rat bedrohten und unter Druck setzten. Napoléon dankte es ihm, indem er Sérurier am 25. April 1804 zum Gouverneur der Invaliden und am 19. Mai zum Marschall von Frankreich (maréchal d’Empire) ernannte.

Bei der Landungsexpedition der Engländer auf der Insel Walcheren 1809 erhielt Serurier das Generalkommando der Pariser Nationalgarde, musste aber nicht eingreifen, weil die Engländer sich infolge der Maßnahmen, die Bernadotte ergriffen hatte, zurückzogen. Als sich 1814 die alliierten Feinde Paris näherten fasste er den Entschluss 1800 erbeutete Fahnen und ähnliche Kriegsbeute verbrennen zu lassen. Im Senat stimmt er dann für das Ende des Kaisertums und erhielt unter Ludwig XVIII. den Titel eines Pairs von Frankreich. Diesen Titel verlor er jedoch nach der zweiten Restauration, da er sich Napoléon ergeben gezeigt hatte. Zurückgezogen starb Sérurier am 21. Dezember 1819 in Paris.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 24. Spalte eingetragen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Bleibtreu: Marschälle, Generale, Soldaten Napoleons I. VRZ-Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-931482-63-4 (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1899).
  • Désiré Lacroix: Die Marschälle Napoleons I. („Les maréchaux de Napoléon“). Verlag Heinrich Schmidt & Carl Günther, Leipzig 1898 (übertragen von Oskar von Bieberstein).