Jehoschua ben Levi

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Jehoschua ben Levi (hebräisch ‏יהושע בן לוי‎, auch: Josua ben Levi), vielleicht Sohn des Levi b. Sissi, war ein bedeutender Amoräer der 1. Generation in Lydda und besonders durch seine Beschäftigung mit der Haggada einer der hervorragendsten Amoräer Palästinas in der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts. Halachisch unterschied er sich deutlich von den Positionen des Jehuda ha-Nasi.

Leben[Bearbeiten]

Josua ben Levi war Schüler des Bar Qappara (Bar Kappara), des Jehuda bar Pedaja und des Pinchas ben Jair sowie Lehrer des Simeon ben Pazi und des Tanchum ben Chanilai.

Er war der Held vieler Wundergeschichten (Josua raubt dem Todesengel durch List das Schwert und gelangt lebend ins Paradies; Josua begleitet den Propheten Elia und erfährt, dass scheinbar ungerechtem Schicksal höhere Gerechtigkeit zugrunde liegt, etc.). Bekannt ist eine Erzählung über Jehoschua ben Levi bei Petrus Venerabilis, für die wohl das Alphabet des Ben Sira als Quelle diente.

Berichtet wird auch von Reisen (u. a. nach Rom und Cäsarea), die er unternahm, um nach dem Bar-Kochba-Aufstand geordnete Zustände in der jüdischen Gemeinde herzustellen und sich für sein Volk bei den römischen Herrschern einzusetzen.

Im Sommer 2009 wurde in der galiläischen Agrarsiedlung Zippori nordwestlich von Nazaret die bisher unbekannte Grabstätte Jehoschua ben Levis entdeckt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Bacher: Die Agada der palästinensischen Amoräer, Band 1. Olms, Hildesheim 1965, S. 124-194 (Nachdr. d. Ausg. Strassburg 1892).
  • Isaac Rachlin, Bar Levai: Lebensgeschichte des Rabbi Josua ben Levi. New York 1906.
  • Isidore Levy: La légende de Pythagore de Grèce en Palestine. Champion, Paris 1927.
  • Yonah Frankel: The Image of Rabbi Joshua ben Levi in the Stories of the Babylonian Talmud. Jerusalem 1977 (hebräisch).
  • Hermann L. Strack und Günter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch. 7. Auflage, Beck, München 1982, ISBN 3-406-08282-3, S. 89.