Jehudo Epstein

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Jehudo Epstein

Jehudo Meier Epstein (* 6. Juli 1870 in Sluzk, Gouvernement Minsk, Russland; † 16. November 1945 in Johannesburg, Südafrika) war ein jüdischer Maler, der aus Weißrussland stammte, den überwiegenden Teil seines Lebens aber in Österreich verbrachte.

Leben[Bearbeiten]

Epstein erhielt ersten Zeichenunterricht in Wilna, durfte jedoch aufgrund seiner Herkunft nicht an der Akademie der Künste in Sankt Petersburg studieren. Er ging dann ohne Empfehlungen und ohne Kenntnis der deutschen Sprache nach Wien, wo er 1888 bis 1894 an der Wiener Akademie bei August Eisenmenger studierte. Ab 1923 hatte Epstein eine Professur an der Akademie.[1]

Für das Bild Schachspielende polnische Juden[2] erhielt er eine Auszeichnung, ebenso für Saul und David den Michael-Beer-Preis. Ein Reisestipendium ermöglichte ihm eine Studienreise nach Rom. Weitere Reisen führten ihn durch mehrere europäische Länder und auch nach Palästina.

Während des Ersten Weltkriegs war Epstein Mitglied der Kunstgruppe im k.u.k. Kriegspressequartier.

1920 fand in Wien eine umfassende Ausstellung seiner Bilder im Künstlerhaus statt, aus deren Anlass er den Reichl-Preis erhielt und mit dem Titel Professor geehrt wurde.

Im Jahre 1935 emigrierte Jehudo Epstein nach Südafrika.

Seine Urne wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof in der Israelitischen Abteilung beigesetzt.

Leistung[Bearbeiten]

Jehudo Epstein hatte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mit seinen realistischen Bildern aus dem jüdischen Alltag und Volksleben, das er idealisierend darstellte, großen Erfolg. Daneben schuf er auch biblische Szenen, Genrebilder, Porträts von Persönlichkeiten der Gesellschaft und Landschaften, meist in relativ dunkler Farbpalette. Er wurde zu seinen Lebzeiten als einer der bedeutendsten jüdischen Maler angesehen.

Werke[Bearbeiten]

  • Schachspielende polnische Juden (Privatbesitz), 1892, Öl auf Leinwand, 53,5 × 56,5 cm
  • Michiko Meinl mit Blumenstrauß (Wien, Leopold Museum, Inv. Nr. 530), 1929, Öl auf Leinwand, 114 × 82 cm
  • Betendes Bauernvolk in Burano (ehemals Nelly und Bernhard Altmann), 1914, Öl auf Leinwand, 130 × 150 cm.[3]
  • Flußlandschaft (ehemals Nelly und Bernhard Altmann), o. J., Öl auf Leinwand, 70 × 105 cm.[4]
  • Selbstbildnis (ehemals Nelly und Bernhard Altmann), 1921, Öl auf Leinwand.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Servaes: Jehudo Epstein; in: Jüdische Künstler. Berlin 1900
  • Wladimir Sergej von Zalozieckyj: Künstler oder Kunsthistoriker. Zum Aufsatze des Jehudo Epstein, Neue Freie Presse Nr. 21425 vom 4. Mai 1924. R. Lanyi, Wien 1924
  • Jehudo Epstein: Mein Weg von Ost nach West. Engelhorn, Stuttgart 1929

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. eART.de Jehudo Epstein: SELBSTPORTRAIT, farbige Kreidezeichnung, handsigniert, 1917.
  2. ARTNET The chess game, 1892. Dying job, 1901. Les buveurs.
  3. Geraubte Nachbarschaft 1938: 116. Versteigerungsobjekt: Jehudo Epstein, Betendes Bauernvolk in Burano, 1914, Öl, Leinwand, 130 × 150 cm.
  4. Geraubte Nachbarschaft 1938: 162. Versteigerungsobjekt: Jehudo Epstein, Flußlandschaft, o. J., Öl, Leinwand, 70 × 105 cm.
  5. Geraubte Nachbarschaft 1938: 434. Versteigerungsobjekt: Jehudo Epstein, Selbstbildnis, 1921, Öl, Leinwand.

Weblinks[Bearbeiten]