Jenbach
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| Wappen | Karte | |
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| Basisdaten | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
| Bundesland | Tirol | |
| Politischer Bezirk | Schwaz (SZ) | |
| Fläche | 15,22 km² | |
| Koordinaten | 47° 24′ N, 11° 47′ O47.39333333333311.776666666667563Koordinaten: 47° 23′ 36″ N, 11° 46′ 36″ O | |
| Höhe | 563 m ü. A. | |
| Einwohner | 6910 (31. Dez. 2008) | |
| Bevölkerungsdichte | 454 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl | 6200 | |
| Vorwahl | 05244 | |
| Gemeindekennziffer | 7 09 17 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung |
Südtiroler Platz 2 6200 Jenbach |
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| Offizielle Website | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Wolfgang Holub (SPÖ) | |
| Gemeinderat (2004) (19 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Jenbach | ||
Gemeindeamt von Jenbach |
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Jenbach ist eine Marktgemeinde im Bezirk Schwaz, Tirol, Österreich. Der Name leitet sich von "Jenseits des Baches" ab.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Lage
Jenbach liegt im unteren Inntal 36 km östlich von Innsbruck zwischen den Ausläufern des Karwendelgebirges und dem Rofangebirge, südlich des Achensees. Touristisch gehört Jenbach zur Silberregion Karwendel
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Buch bei Jenbach, Eben am Achensee, Stans, Wiesing
[Bearbeiten] Geschichte
In Jenbach konnten Besiedelungen aus dem Ende der frühen Bronzezeit und aus der frühen La-Tène-Zeit nachgewiesen werden. Das erste Mal wurde Jenbach in einer Urkunde von 1269 erwähnt. Ab 1410 entstanden in Jenbach - unter Führung der Fugger - Schmelzhütten für die Verhüttung von Silber und Kupfer vom Schwazer Erzberg und - nach dem Versiegen des Erzreichtums und der Stilllegung der Kupfer und Silberhütte ab 1685 eine Eisenhütte. Diese war 1773/74 bis auf ein Drittelanteil auf das Ärar übergegangen; 1865 wurde der Staat Alleinbesitzer. 1870 wurde die Hütte an die Salzburg-Tiroler-Montangesellschaft verkauft. 1881 erwarben Julius & Theodor Reitlinger um 75.000 fl. im dritten Anlauf von dieser Gesellschaft das Werk und modernisierten es. Unter anderem wurde eine Drahtseilbahn zur Erzförderung auf die Schwader errichtet. Ab 1916 übernahm der Sohn von Julius, Friedrich Reitlinger, den Betrieb. 1938, nach dem Suizid Friedrich Reitlingers, im Zuge des Anschlusses, ging das Werk zunächst in Staatsbesitz über und wurde 1939 an Ernst Heinkel verkauft (arisiert). Nach 1945 wurde der Betrieb nicht restituiert, sondern verblieb bis 1955 unter "öffentlicher Verwaltung".
Am 22. Februar 1945 warfen im Rahmen der alliierten Operation Clarion (deutsch: "Fanfarenstoss") sechs B-24 Liberator-Bomber rund 12t Bomben auf das Primärziel, den Güterbahnhof, um Bewegungen der Reichsbahn (z.B. Truppennachschub) in Deutschland und Österreich für die bevorstehende Invasion zu unterbinden[1]. Fünf Tage später, beim 2. Bombenangriff, warfen um 14:20 Uhr sieben B-24 Bomber der 12.US-Luftflotte rund 19t Bomben wieder auf den Bahnhof und auf das Gelände der kriegswirtschaftlich nicht bedeutsamen Sensen-Union. Vermutlich wurde deren großes Betriebsgelände mit den ortsansässigen und strategisch wichtigen Heinkel-Flugzeugwerken verwechselt. Heinkel in Jenbach lieferten unter anderem Zubehörteile für den Raketenjäger Me-163, die V1-Flugbombe und die V2-Rakete. Der Bahnhof von Jenbach war nur ein Ausweichziel des Luftangriffs auf Augsburg. Es kamen dabei acht Menschen um und 35 Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt [2]. Im April 1945 strömten vor der in Süddeutschland schnell vorrückenden Französischen Befreiungsarmee (CC1 bis CC5) unter General Charles de Gaulle immer mehr versprengte SS-Einheiten, unter ihnen auch der Generalstab Heinrich Himmlers, nach Jenbach und suchten in den Alpentäler Schutz in der angeblich vorhandenen "Alpenfestung". Sie verbreiteten alleine schon durch die bloße Anzahl und ihre fanatische Entschlossenheit "bis zur letzten Kugel zu kämpfen" Angst und Schrecken im Dorf. [3]. Am 20.April 1945 erfolgte der letzte schwere Luftangriff, eine Kombination aus Bordwaffenbeschuss von mittleren Bombern der 75th Wing der USAAF und Bombenabwürfen mit "Fliegenden Festungen" Boeing B-17, bei denen es aber zum Glück keine Personenschäden gab[4].
1959 wurde die "Jenbacher Werke Aktiengesellschaft" gegründet, die an der Wiener Börse notierte. Die Firma stellte nun unter anderem Lokomotiven und Dieselmotoren her. 1998 erfolgte ein Besitzerwechsel und eine Namensänderung in JENBACHER AG. 2003 wurde die AG von General Electric (GE) übernommen. Die jetzige GE Jenbacher AG ist Weltmarktführer in der Herstellung von Gasmotoren zur dezentralen Stromgewinnung und Blockheizkraftwerken (BHKW) im Bereich von 0,3 - 3 MW (Megawatt).
[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaftliche Bedeutung hat der Ort heute durch die GE Jenbacher, Siko Solar, TIWAG AG, Katzenberger, Gubert (Beton) und Holz Binder. Im 20. Jahrhundert erzeugten die Jenbacher Werke Eisenbahnwaggons, Diesellokomotiven, Kompressoren u. v. a. Heute werden in der GE Jenbacher praktisch nur noch Blockheizkraftwerke bzw Gasmotoren erzeugt und in alle Welt exportiert. Siko Solar und TIWAG beschäftigen sich mit Energie. Katzenberger und die Fa. Gubert stellen Beton und Betonfertigteile her. Holz Binder stellt vor allem Leimbinder für Dachkonstruktionen her. Der Kasbach dient einigen Kleinkraftwerken zur Stromversorgung. Jenbach hat u.a. eine HTL für Maschineningenieur- und Wirtschaftsingenieurwesen.
Der Bahnhof Jenbach ist Schnellzugshalt und hat als Besonderheit Bahnstrecken in drei verschiedenen Spurweiten:
- 1435 mm (Normalspur) der ÖBB-Hauptbahn (Unterinntalbahn)
- 1000 mm der Achenseebahn
- 760 mm der Zillertalbahn
[Bearbeiten] Einzelnachweise und Quellen
- ↑ Thomas Albrich/Arno Giesinger: Im Bombenkrieg, Tirol und Vorarlberg, 1943 – 1945, Seite 244
- ↑ Thomas Albrich/Arno Giesinger: Im Bombenkrieg, Tirol und Vorarlberg, 1943 – 1945, ISBN 3852180872, 9783852180878, Seite 245
- ↑ Gemeindechronik von Jenbach
- ↑ Thomas Albrich/Arno Giesinger: Im Bombenkrieg, Tirol und Vorarlberg, 1943 – 1945, Seite 253
[Bearbeiten] Weblinks
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