Jennerbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eine Gondel der Jennerbahn (2013)

Die Jennerbahn ist eine in zwei Sektionen als Einseilumlaufbahn ausgeführte Gondelbahn in Schönau am Königssee auf den Berg Jenner. Im Winterbetrieb verfügt das durch die Jennerbahn erschlossene Skigebiet Jenner zusätzlich über zwei Sessellifte sowie drei Schlepplifte und ein Förderband. Eigentümer der Jennerbahn ist die Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG).

Technische Daten[Bearbeiten]

Die 1952 bis 1953 von den ABIG-Werken in Oberstdorf nach dem System von Roll erbaute Jennerbahn verfügte anfangs über 140 offene Doppelsessel („Seitwärtssessel“) und 30 geschlossene Gondeln für je zwei Personen. Später wurden die Sessel nach und nach durch neu zugekaufte Zweier-Gondeln ersetzt. Die 3.320 Meter lange Gondelbahn transportiert heute Wanderer und Skifahrer über zwei Sektionen und in 20 Minuten Fahrzeit vom Schönauer Ortsteil Königssee bis knapp unter den Jennergipfel und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 1.170 Meter. In der Mittelstation, wo sich auch die beiden Hauptantriebe befinden, werden die Gondeln automatisch vom Förderseil der ersten Sektion auf das der zweiten Sektion umgekuppelt. Es werden Kuppelklemmen der Bauart VR101 nach dem 1945 entwickelten System der schweizerischen Firma Von Roll verwendet, welche von den ABIG-Werken in Lizenz produziert wurden.

Die Sektionen Königssee/Jennerwiesen und Jennerwiesen/Jenner sind neben der Bahn auf den Mückenberg im Osterzgebirge derzeit die letzten in Europa in Betrieb befindlichen Anlage Bauart Von Roll VR101.

Der 1986 erbaute Jennerwiesenlift ist ein 1025 m langer Doppel-Sessellift, ausschließlich für den Skibetrieb, der von der auf 1200 Meter über NN liegenden Mittelstation der Jennerbahn auf 1672 Meter über NN führt. Er verfügt über eine maximale Förderleistung von 870 Personen pro Stunde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Jennerbahn wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf Initiative der Bevölkerung des Berchtesgadener Talkessels ins Leben gerufen. Dazu wurde die Berchtesgadener Bergbahngesellschaft gegründet, zuerst in der Rechtsform einer GmbH. Gründungsmitglied war unter anderem der Berchtesgadener Alpinist Josef Aschauer. Da das gesammelte Kapital für das Vorhaben der Jennerbahn anfangs nicht reichte, wurde als Pilotprojekt die kleinere Obersalzbergbahn zuerst verwirklicht.

Später wurde zur Rechtsform der Aktiengesellschaft gewechselt, um viele in das Unternehmen einbinden zu können. Im Rahmen der Zeichnung kam es zu einer breiten Beteiligung der Bevölkerung, regionaler Unternehmen und der öffentlichen Hand, so dass auch das Jennerbahnprojekt verwirklicht werden konnte. Über die Jahre kam es zu einer Konzentration des Großteils des Aktienbesitzes zum Energieversorger BEW, Bayerische Elektrizitätswerke GmbH die über die Lechwerke eine RWE-Tochter ist.

In den letzten Jahren trennte sich die BBAG von allen nicht im Jennergebiet liegenden Seilbahnen. Die Obersalzbergbahn in Berchtesgaden wurde an einen örtlichen Unternehmer verkauft. Auch von der zeitweise in ihrem Besitz befindlichen Hochschwarzeck Bergbahn in Ramsau trennte sich die BBAG, das Familienskigebiet wird nun als Ramsauer Bürgerunternehmen betrieben. Im Sommer 2006 hat die BEW ihren Anteil an der AG an die Gemeinde Schönau am Königssee verkauft. Neben dem Hauptaktionär besitzen der Landkreis Berchtesgadener Land und der Tourismusverband Berchtesgaden Königssee größere Anteile an der AG, nur ein geringer Anteil der Aktien befindet sich heute noch in Streubesitz. Die Aktien sind unter der WKN 821480 an der Börse München notiert.

Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jennerbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jennerhaus, berchtesgadener.com

47.59178112.993264Koordinaten: 47° 35′ 30″ N, 12° 59′ 36″ O