Jennifer Granholm

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Jennifer Granholm (2005)

Jennifer Mulhern Granholm (* 5. Februar 1959 in Vancouver, Kanada) ist eine US-amerikanische Politikerin (Demokratische Partei) und ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates Michigan. Granholm folgte am 1. Januar 2003 John Engler nach und wurde damit erster weiblicher Gouverneur Michigans. Dieses Amt übte sie bis zum 1. Januar 2011 aus.

Frühe Jahre und politischer Aufstieg[Bearbeiten]

Granholm wurde 1959 in Vancouver geboren und zog als Vierjährige mit ihren Eltern nach Kalifornien. Dort machte sie als junge Erwachsene Versuche, als Schauspielerin Fuß zu fassen, scheiterte aber und gab ihre Bemühungen mit 21 Jahren auf. Im selben Jahr 1980 wurde sie eingebürgert, arbeitete für den Präsidentenwahlkampf John Andersons und schrieb sich an der University of California in Berkeley ein. Danach studierte sie an der Harvard University Jura. Nach ihrem Abschluss fand sie eine Anstellung am 6. US-Berufungsgericht unter Bundesrichter Damon Keith. Im Jahr 1990 wurde sie Bundesstaatsanwältin in Detroit. 1994 wurde sie Beraterin der Verwaltung im Wayne County. Es folgte im Jahr 1998 die Ernennung zur Justizministerin (Attorney General) von Michigan. Sie war die erste Frau, die dieses Amt in Michigan ausgeübt hat.

Gouverneurin von Michigan[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde Granholm als Kandidatin der Demokratischen Partei und als erste Frau zur Gouverneurin ihres Staates gewählt. Granholm trat ihr neues Amt Anfang Januar 2003 an. Bei ihrer Wiederwahl 2006 erhielt sie rund 56 Prozent der Stimmen. Aufgrund einer Verfassungsänderung konnte sie 2010 nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren. Zu ihrem Nachfolger wurde der Republikaner Rick Snyder gewählt.

In ihrer Regierungszeit hat sie das Haushaltsdefizit um 4 Milliarden Dollar verringert. Sie legt Wert auf die Förderung der Familienpolitik. Andere Ziele ihres Wahlkampfes waren die Schaffung von tausenden von neuen Arbeitsplätzen, der Ausbau der Infrastruktur des Landes, sowie die Ausbildung ungelernter Arbeiter zu Facharbeitern. Bisher ist es ihr gelungen, einige Firmen zu Investitionen in Michigan zu bewegen.[1] Bei zwei Gelegenheiten besuchte sie Japan, um eine Steigerung japanischer Investitionen in Michigan zu erreichen. Um eine wirtschaftliche Diversifizierung in dem traditionell von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie abhängigen Michigan, hierbei insbesondere in der Metropolregion Detroit, zu erreichen, fördert sie die Schaffung neuer Arbeitsplätze in zukunftsweisenden Sektoren wie der Biowissenschaft und im Bereich alternativer Energien. Zu diesem Zweck setzt sie sich für eine zunehmende Anwendung erneuerbarer Energiequellen ein. Im Oktober 2008 trat ein Gesetz in Kraft, dem zufolge bis zum Jahr 2015 der Anteil erneuerbarer Energie auf 10 Prozent gesteigert werden soll, eine Maßnahme, von der zugleich ein Zuwachs an Arbeitsplätzen erhofft wird.

Sie wurde bisweilen für eine zukünftige Präsidentschaftskandidatur ins Gespräch gebracht, was allerdings daran scheitert, dass sie als eingebürgerte Kanadierin nicht Präsident werden könnte. Nach eigenen Aussagen ist sie daran auch nicht interessiert. Zeitweise galt sie auch als Kandidatin für die ausgeschiedenen Richter am Obersten Gerichtshof, David Souter und John Paul Stevens; letztlich entschied sich US-Präsident Barack Obama jedoch für Sonia Sotomayor und Elena Kagan.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel der Sagniaw News vom 2. Mai 2007 - Schaffung von 1.300 neuen Arbeitsplätzen in Michigan

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jennifer Granholm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien