Jenseits von Eden (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Jenseits von Eden
Originaltitel East of Eden
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Elia Kazan
Drehbuch Paul Osborn
Produktion Elia Kazan/Warner Bros.
Musik Leonard Rosenman
Kamera Ted D. McCord
Schnitt Owen Marks
Besetzung

Jenseits von Eden (Originaltitel: East of Eden) ist ein US-amerikanischer Spielfilm des Regisseurs Elia Kazan aus dem Jahr 1955. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers John Steinbeck, wobei sich der Film auf den dritten und vierten Teil des Buches konzentriert.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt im Jahr 1917 im kalifornischen Ort Salinas. Die Zwillingsbrüder Caleb, kurz Cal genannt, und Aron wachsen bei ihrem Vater Adam Trask auf, der seinen Söhnen erzählt hat, ihre Mutter sei tot. Tatsächlich hat sie jedoch ihre Familie verlassen und leitet ein Bordell in der nahegelegenen Stadt Monterey. Cal hat heimlich davon erfahren.

Der Farmer Adam Trask ist begeistert von der Idee, Gemüse einzufrieren, um es zu konservieren. Bei einem waghalsigen Unternehmen, bei dem er versucht, Salat eisgekühlt an die Ostküste zu transportieren, verliert er fast sein gesamtes Vermögen, weil der Versuch scheitert. Cal, der ständig um die Liebe seines Vaters und dessen Anerkennung neben seinem Bruder Aron kämpft, entwickelt nun den Plan, das Geld wiederzubeschaffen, um es seinem Vater zurückzugeben. Inzwischen entwickeln Cal und Abra, Arons Verlobte, Gefühle füreinander und kommen sich immer näher.

Caleb bittet seine Mutter Kate, die mit ihrem Bordell eine Menge Geld verdient hat und eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist, ihm Geld zu leihen, damit er ein eigenes Geschäft aufziehen und so das Geld für seinen Vater verdienen kann. Nach einigem Zögern willigt sie schließlich ein und leiht ihrem Sohn 5.000 Dollar. Damit kauft er billig eine Bohnenernte, die er dann mit Hilfe eines Bekannten seines Vaters teuer an die amerikanische Armee weiterverkauft, die Vorräte für den Eintritt in den Ersten Weltkrieg benötigt.

Mit dem Geld will Cal seinen Vater zu dessen Geburtstag überraschen, doch dieser lehnt es ab, weil er durch den Krieg und das daraus resultierende Leid anderer keinen Gewinn machen will. Cal sieht darin nur einen weiteren Beweis der Lieblosigkeit seines Vaters ihm gegenüber und rennt weinend davon. Abra folgt ihm. Aron, der schon lange eifersüchtig beobachtet, wie seine Freundin und Cal sich einander annähern, fordert seinen Bruder auf, sich von ihr fernzuhalten. Als eine Art Racheakt bringt Cal ihn zu ihrer Mutter Kate, von der Aron glaubt, sie sei tot. Die Erkenntnis, dass sie am Leben und die Besitzerin eines Bordells ist, raubt ihm den Verstand. Er betrinkt sich und beschließt, sich den Freiwilligen für den Krieg anzuschließen, den er vorher abgelehnt hatte.

Als Abra, Cal und sein Vater am Bahnhof eintreffen, um Aron aufzuhalten, lacht dieser nur hysterisch und blickt apathisch aus dem Zugfenster seinen Vater an, während der Zug anfährt. Adam erleidet daraufhin einen Schlaganfall und bricht in Cals Armen zusammen.

Infolge des Schlaganfalles liegt er kurz darauf gelähmt im Bett. Cal bittet ihn um Verzeihung, doch Adam reagiert nicht darauf. Daraufhin geht sein Sohn weinend aus dem Raum. Abra, die in Adam seit langem eine Art Vaterfigur sieht, redet nun auf diesen ein, seinem Sohn endlich seine Liebe zu zeigen, da dieser gefangen sei von der Vorstellung, seinem Vater gleichgültig zu sein. Auch hierauf zeigt Adam keine Reaktion, doch Cal lässt sich von Abra überreden, noch einmal mit Adam zu sprechen. Nun reagiert Adam und bittet seinen Sohn, die unausstehliche Krankenschwester wegzuschicken und stattdessen selbst die Pflege zu übernehmen.

Er bedankt sich bei Abra, wobei sich eine beginnende Beziehung zwischen den beiden abzeichnet. Dann setzt er sich mit einem Stuhl neben das Bett seines Vaters. Mit diesem Bild endet der Film.

Kritiken[Bearbeiten]

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz konstatierten im Lexikon „Filme im Fernsehen“, dass Jenseits von Eden der „erste jener drei berühmten Filme“ sei, „die den Mythos Dean begründeten“. Dabei helfe der „Vater-Sohn-Konflikt als ideales Vehikel für den Aufmüpfigen, Unangepaßten, sein rebellisches Potential zu entfalten“. Der Film sei zwar bisweilen „rührselig bis kitschig“, aber dennoch „überdurchschnittlich“.[1]

Dem Lexikon des Internationalen Films zufolge verdichtete Regisseur Kazan „die Vorlage – eine moderne Variation des Kain-und-Abel-Themas – zu einem grandios gestalteten Generationendrama“, in dem „Hauptdarsteller James Dean […] mit seiner ersten Filmrolle auf Anhieb den Status eines Massenidols“ erreicht habe.[2] Reclams Filmführer bezeichnete Jenseits von Eden als „bemerkenswertes Beispiel für eine angemessene Literaturverfilmung, die nicht nur die Fabel, sondern auch den Geist der Vorlage bewahrt“.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1955 erhielt Jenseits von Eden eine Auszeichnung bei den Internationale Filmfestspiele von Cannes als Bester Dramatischer Film; ferner lief der Film im Wettbewerb um die Goldene Palme. 1956 gewann Jo Van Fleet den Oscar in der Kategorie Beste Nebendarstellerin; Nominierungen gab es zudem für Elia Kazan (Beste Regie), James Dean (Bester Hauptdarsteller) und Paul Osborn (Bestes adaptiertes Drehbuch).

Ebenfalls 1956 war Jenseits von Eden für den British Film Academy Award in den Kategorien Bester Film, Bester ausländischer Darsteller (James Dean) und Bester Newcomer (Jo Van Fleet) nominiert. Im selben Jahr gewann der Film einen Golden Globe Award in der Kategorie Bester Film – Drama.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jenseits von Eden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 418–419.
  2. Jenseits von Eden im Lexikon des Internationalen Films
  3. Reclams Filmführer, 2.A. 1973, ISBN 3-15-010205-7.