Jeong Do-jeon

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Koreanische Schreibweise
Hangeul 정도전
Hanja 鄭道傳
Revidierte Romanisierung Jeong Do-jeon
McCune-Reischauer Chung Dojun
siehe auch: Koreanischer Name

Jeong Do-jeon (* 1337; † 26. August 1398) war ein koreanischer Politiker der Goryeo-Dynastie und Joseon-Dynastie, neokonfuzianischer Philosoph und Schriftsteller.[1]

Leben[Bearbeiten]

Jeong entstammte einer Adelsfamilie, Sohn eines hohen Regierungsbeamten. Eng verbunden war er mit Taejo, dem ersten König der Joseon-Dynastie. Als Neokonfuzianer schwebte ihm ein konfuzianischer Staat vor mit der Dreiheit von Monarch, Beamtentum und Volk. So konnte er im frühen 14. Jahrhundert radikale Reformen durchführen und die wirtschaftliche und politische Basis für die neue, 500 Jahre währende Joseon-Ära schaffen. Er gilt daher als Gründungsvater der Joseon-Dynastie.

Als Taejo 1394 die Verlegung der Hauptstadt Kaesŏng nach Hanyang, dem heutigen Seoul, veranlasste, war Jeong für die Durchführung zuständig und Architekt des Gyeongbokgung [kjəŋp'okk'uŋ], des ersten und größten der Fünf Großen Paläste, der 1395 fertiggestellt wurde.[2]

1397 wurden Jeongs politische Gedanken und Lehren zum „Gyeongguk Daejeon“ zusammengestellt, das als „Großes Gesetzbuch zur Führung der Nation“ bekannt wurde. Ein Jahr später fiel er einem Attentat zum Opfer.

Sein literarischer Name war Sambong (삼봉, 三峯).

Der Palast Gyeongbokgung in Seoul, 1394/95 errichtet von Jeong Do-jeon für den König Taejo der Joseon-Dynastie

Schriften[Bearbeiten]

Titel romanisiert:

  • Sambongjip (삼봉집, 三峯集)
  • Joseongyeonggukjeon (조선경국전, 朝鮮經國典)
  • Gyeongjemungam (경제문감, 經濟文鑑)
  • Gyeongjeuiron (경제의론, 經濟議論)
  • Bulssijapbyeon (불씨잡변, 佛氏雜辨)
  • Simmuncheondap (심문천답, 心問天答)
  • Simgiri (심기리, 心氣理)
  • Hakjajinamdo (학자지남도, 學者指南圖)
  • Jinmaekdogyeol (진맥도결, 診脈圖結)
  • Goryeoguksa (고려국사, 高麗國史)
  • Sangmyeongtae Iljesanbeop (상명태일제산법, 上明太日諸算法)
  • Jinbeop (진법, 陣法)
  • Daemyeongryuljikhae (대명률직해, 大明律直解)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jae-eun Kang, Suzanne Lee: The land of scholars: two thousand years of Korean Confucianism. Paramus. Homa & Sekey Books, New York 2006, ISBN 1-931907-30-7.
  • Han Yeong-u: Jeong Do-jeon’s philosophy of political reform. In: Korea Journal 14(7-8) 1974. Nachdruck in: Korean philosophy: Its tradition and modern transformation. Edited by Korean National Commission for UNESCO. Hollym, Elizabeth, NJ 2004, ISBN 1-56591-178-4, S. 55–74.
  • 강좌 한국철학. Yemoon Seowon, Seoul 1995, ISBN 89-7646-032-4, S. 333–345. (Gangjwa Hanguk Cheolhak, Korean Institute of Philosophical Thought. Guide to Korean philosophy), koreanisch.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeong Do-jeon - Gründungsvater der Joseon-Dynastie. In: KBS World, 20. August 2010, abgerufen am 18. Mai 2012.
  2. Jang Jiyeon: Die Palastkultur von Joseon und der Gyeongbok-gung. In: Koreana. Winter 2010, abgerufen am 18. Mai 2012.
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Jeong ist hier somit der Familienname, Do-jeon ist der Vorname.