Jeremiah O’Brien (Schiff)

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Jeremiah O’Brien
Die Jeremiah O’Brien im Hafen von San Francisco

Die Jeremiah O’Brien im Hafen von San Francisco

p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schiffstyp Frachtschiff
Klasse Liberty-Frachter EC2-S-C1
Eigner War Shipping Administration
Bauwerft New England Shipbuilding Corporation
Kiellegung 6. Mai 1943
Stapellauf 19. Juni 1943
Indienststellung 3. Juli 1943
Verbleib Seetaugliches Museumsschiff
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
134,57 m (Lüa)
Breite 17 m
Tiefgang max. 8,46 m
Verdrängung 12.923 t
Maschine
Maschine 3-Zylinder-Verbundmaschine
Geschwindigkeit max. 11,0 kn (20 km/h)
Propeller 1
Bewaffnung
  • 8 × 20-Millimeter (0.79 Zoll) Flab
  • 1 × 3-Zoll (76,2 mm) Kanone
  • 1 × 5-Zoll (127 mm) Kanone
Jeremiah O’Brien
National Register of Historic Places
National Historic Landmark


Jeremiah O’Brien (Schiff) (Kalifornien)
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Lage San Francisco, Kalifornien
Koordinaten 37° 48′ 40″ N, 122° 25′ 5″ W37.811111111111-122.41805555556Koordinaten: 37° 48′ 40″ N, 122° 25′ 5″ W
Erbaut 1943
NRHP-Nummer 78003405
Daten
Ins NRHP aufgenommen 7. Juni 1978
Als NHL deklariert 14. Januar 1986

Die Jeremiah O’Brien ist ein Liberty-Frachter, der im Zweiten Weltkrieg in den USA gebaut wurde. Das Schiff hat seinen Namen von Captain Jeremiah O’Brien (1744–1818), einem Kapitän im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Das fahrbereite Schiff liegt normalerweise an Pier 45 im Hafen von San Francisco (Kalifornien) und kann dort besichtigt werden. Es ist eines von ganz wenigen verbliebenen Schiffen, die am D-Day an der Operation Overlord teilnahmen.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Jeremiah O’Brien wurde von der New England Shipbuilding Corporation in South Portland in nur 56 Tagen gebaut. Sie wurde am 19. Juni 1943 fertiggestellt und fuhr während des Kriegs zunächst viermal die gefährliche Route über den Atlantik und zurück. Sie gehörte zur 6.939 Schiffe zählenden Armada,[1]die am 6. Juni 1944 in der Normandie landete.[2] In ihren weiteren Reisen im aktiven Dienst fuhr sie diverse Häfen rund um die Welt an, darunter in Chile, Peru, Neuguinea, den Philippinen, Indien, China und Australien.

1946, nach dem Ende des Krieges, wurden viele der Liberty-Frachter ausgemustert und an in- und ausländische Firmen verkauft. Einige, darunter die Jeremiah O’Brien, wurden aufgelegt für eventuelle spätere Verwendung. Die O’Brien lag 33 Jahre lang in der Suisun Bay in der Reserveflotte. In den 1970er Jahren, als der Verkauf erneut zur Debatte stand, kam dann die Idee auf, eines der im Originalzustand verbliebenen Liberty-Schiffe zu erhalten. Eine Gruppe Freiwilliger setzte sich dafür ein, das am besten erhaltene Schiff für die Nachwelt zu erhalten. Die O’Brien konnte durch geschickte Manöver eines Angestellten des USMS auf der Verkaufs- und Abwrackliste immer wieder nach hinten geschoben werden. 1979, nach hunderten von Stunden Freiwilligenarbeit, in denen das Schiff „entmottet“ und gereinigt wurde, fuhr es unter eigener Kraft nach San Francisco in die Werft, wo es generalüberholt wurde. Kein anderes Schiff hat die Reserveflotte je unter eigener Maschine verlassen.[3]

Nach einem Aufenthalt im Trockendock und vielen tausend Stunden Freiwilligenarbeit konnte die Jeremiah O’Brien ihren Betrieb als „lebendes“ Museum aufnehmen. Sie ist eine Gedenkstätte für die Soldaten der Amerikanischen Handelsmarine, die im Zweiten Weltkrieg auf Liberty-Frachtern gedient haben, ihre Geschützmannschaften der Navy und die Zivilisten, die diese nach Stückzahlen größte Schiffsklasse aller Zeiten gebaut hatten.

Der Maschinenraum der Jeremiah O’Brien diente im Film Titanic als Kulisse für den Maschinenraum des Luxusliners und die Tontechniker besuchten vier Mal das Schiff, um geeignete Hintergrundgeräusche für den Film aufzunehmen.[4]

50. Jubiläum des D-Day[Bearbeiten]

1994 sollte die Jeremiah O’Brien zum 50-jährigen Jubiläum des D-Day an die Küste der Normandie zurückkehren. Dafür musste sie erst wieder in einen hochseetauglichen Zustand versetzt werden, bevor sie durch den Panamakanal nach Osten fahren konnte. Sie fuhr über den Atlantik nach England, wurde von der Queen begrüßt und auch vom amerikanischen Präsidenten besucht. Gefahren wurde sie, neben ein paar Kadetten der kalifornischen Marineakademie, von Veteranen, die schon im Krieg auf Liberty-Frachtern unterwegs gewesen waren und nun zum Teil schon über 70 Jahre alt waren.

Am 50. Jahrestag der größten Landungsoperation der Geschichte war die Jeremiah O’Brien vor der Küste Nordfrankreichs eine besondere Attraktion, denn sie war, abgesehen von ein paar kleinen Booten, das einzige Schiff, das selbst an der Operation beteiligt war. Insgesamt dauerte ihre 8. Reise (die ersten 7 entfielen auf ihre aktive Zeit) 6 Monate, während der sie 18.000 Meilen zurücklegte. Heute liegt die O’Brien für gewöhnlich an Pier 45 in Fisherman’s Wharf in San Francisco und kann dort besichtigt werden. Regelmäßig wird die Maschine zu Demonstrationszwecken angeheizt und mehrmals pro Jahr werden Rundfahrten durchgeführt.

Neben der Jeremiah O’Brien existiert noch ein zweiter Liberty-Frachter, der fahrtüchtig ist, die John W. Brown in Baltimore.[5] Im Gegensatz zur O’Brien wurde diese aber seit ihrer ursprünglichen Indienststellung mehrfach umgebaut.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jeremiah O’Brien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b American Merchant Marine Ships at Normandy in June 1944. U.S. Maritime Service Veterans. Abgerufen am 4. Oktober 2013.
  2. a b SS Jeremiah O’Brien. In: World War II in the San Francisco Bay Area. National Park Service. Abgerufen am 22. März 2007.(Hinweis: Die Quelle behauptet, sie wäre das einzig verbliebene Schiff des D-Day, es existiert aber mit dem Schlepper Nash noch mindestens ein weiteres)
  3. History of the O’Brien. Abgerufen am 4. Oktober 2013.
  4. Tom Kenny: Sound for Picture: Film Sound Through the 1990s, Hal Leonard Corporation, 2000, S. 141-142
  5. L. A. Sawyer, W. H. Mitchell: The Liberty Ships, second, Lloyd's of London Press Ltd., London 1985, S. 229–237.